Neuer Pfarrer Matthias Kienberger ist „gut angekommen“ und zieht nach 100 Tagen positives Fazit

Noch sind zwar nicht alle Umzugskartons ausgepackt, doch Matthias Kienberger fühlt sich schon „gut angekommen“ in Roding. Seit September ist er als Nachfolger von Holger Kruschina als Stadtpfarrer tätig. Die Eindrücke in seiner neuen Wirkungsstätte sind bisher nur positiv, die Arbeit gehe ihm in der großen Pfarrei mit ihren etwa 8000 Gläubigen und der sehr großen Ausdehnung nie aus: „Es gibt immer was zu tun“, berichtet Kienberger.
Es sei ihm von Anfang an leicht gefallen, in Roding tätig zu sein, erzählt der Pfarrer. Er sei beeindruckt gewesen von der vollen Kirche bei seiner Amtseinführung und der freundlichen Aufnahme schon zuvor. Mittlerweile hat er viele Rodinger kennengelernt und zahlreiche Gespräche geführt, „inzwischen kann ich auch schon einige Namen und Gesichter verbinden“, berichtet er mit einem Schmunzeln.
Auch wenn er sich in seinem neuen Tätigkeitsfeldern gut eingearbeitet habe, werde es noch eine Weile dauern, bis die „Eingewöhnungszeit“ vorbei sei: „Man muss ein ganzes Jahr mit all seinen Festen durchmachen, um zu wissen, wie es läuft“, sagt der Geistliche.
Neue „Wohngemeinschaft“
In Roding ist vieles gleich und doch einiges anders als in seiner vorherigen Wirkungsstätte in der Pfarreiengemeinschaft Alteglofsheim-Köfering, wo er von 2008 bis zum September dieses Jahres tätig war. Zum einen wohnt er nun im Pfarrheim mit Kaplan Bastian Neumann zusammen, nachdem er vorher 18 Jahre lang „alleine“ wahr. Als „sehr angenehm“ empfindet Kienberger den Austausch mit Neumann, sowohl über seelsorgerische Themen, als auch über Gott und die Welt. „Wir sitzen abends auch mal bei einem Bier zusammen und ratschen, wenn wir mal beide keinen Termin haben“, erzählt der Pfarrer von den Gepflogenheiten in der „Wohngemeinschaft“. Neumann sei ihm zudem eine große Hilfe, da er schon länger in Roding ist und daher die Abläufe kenne: „Er steht mir immer mit Rat und Tag zur Seite.“ Jeder habe aber auch seinen Rückzugsort, was wichtig sei, betont Kienberger.
Auch fielen in seiner neuen Pfarrei, die fast doppelt so groß ist wie die Pfarreiengemeinschaft Alteglofsheim-Köfering, viel mehr Verwaltungsaufgaben an, berichtet der Pfarrer. Dabei komme ihm aber das eingespielte Team im Pfarrbüro mit Rosmarie Büchner und Albrecht Hafensteiner sehr zu Gute. „Dass das Pfarrbüro ganztags besetzt, als Ansprechpartner da ist und vieles übernimmt, lässt mir mehr Zeit für die eigentliche seelsorgerische Arbeit“, sagt der neue Rodinger Pfarrei. Ebenso positiv in dieser Beziehung sei, dass mit Anita Rohmüller drei Tage in der Woche eine Zugehefrau komme.
Dies lasse ihm auch Zeit, zu den Gläubigen rauszugehen, berichtet er. Einen Teil der Strecken war Kienberger dabei auch schon mit dem Rad unterwegs, etwa zu Gottesdiensten in Wetterfeld und Obertrübenbach. Auch nach Cham und zu Verwandten in der Nähe von Sattelpeilnstein ist der Geistliche schon geradelt, „es ist sehr schön hier“, hat er dabei festgestellt. Zudem helfe ihm das Radfahren als guter Ausgleich und um „im Kopf wieder klar zu werden.“
Zu tun gibt es viel
Zu tun gibt es auch bei Gottesdiensten viel. Fordernd sei etwa der Predigtdienst, wo sechs Predigten am Wochenende gehalten werden. „Da muss man sich schon eine gute Predigt ausdenken, sonst kann man sie selber beim vierten Mal nicht mehr hören“, sagt Kienberger schmunzelnd. Er ist dankbar dafür, dass neben Kaplan Neumann auch Pastoralreferent Damian Mathejczyk, Diakon Hanspeter Gänger sowie die beiden Ruhestandpfarrer Josef Schmaderer und Wolfgang Schwarzfischer mit im Seelsorge-Team sind, so dass die Gottesdienste in der bisher gewohnten Anzahl auch weiterhin stattfinden können. Anders ginge es etwa an Weihnachten nicht, wenn Gottesdienste parallel in mehreren Kirchen gefeiert werden, erklärt Kienberger.
Bei den Gläubigen ist er bisher auf großes Wohlwollen gestoßen, freut sich Kienberger. „Viele haben sich erkundigt, wie mein Start war und wie es mir gefällt“, erzählt er. Auch an der Grund- und Mittelschule, wo er die 3. und 5. Klassen unterrichtet, sei der Empfang sehr positiv gewesen. Ohnehin ist es dem Pfarrer sehr wichtig, bereits Kinder den Glauben näher zu bringen. Deshalb freut sich Kienberger auch, dass es in Roding etwa 100 Ministranten gibt, „das ist schon eine beeindruckende Zahl.“
Freude über Nähe zu Eltern
Sehr positiv ist für den Rodinger Pfarrer auch die Nähe zu seinen Eltern, die bei Rattiszell (Landkreis Straubing-Bogen) wohnen. Bei 23 Kilometern Entfernung sei man schnell vor Ort, wenn etwas sei, sagt er, „das gibt einem schon ein beruhigendes Gefühl.“
Somit ist Kienberger nach etwa 100 Tagen insgesamt mit seiner neuen Wirkungsstätte mehr als zufrieden. „Ich freue mich jetzt auf mein erstes Weihnachten in Roding“, betont er.
Pfarrer ist auch bei weltlichen Themen gefragt
Schon viele Kontakte geknüpft: Auch mit Verbänden, Vereinen und der Lokalpolitik hat der neue Stadtpfarrer Matthias Kienberger in seinen ersten Monaten in Roding bereits viele Kontakte geknüpft.
Freude über volle Kirche bei Amtseinführung: Sehr gefreut hat ihn, dass die Stadtpfarrkirche bei seinem Einführungs-Gottesdienst voll besetzt war, „das zeugt schon von großer Wertschätzung.“
Gespräch bei der Bürgermeisterin: Bei Bürgermeisterin Alexandra Riedl war er zu Besuch in ihrem Büro im Rathaus. „Wir haben uns sehr nett unterhalten“, berichtet der Geistliche.
Zahlreiche Überschneidungspunkte: Bei vielen Themen gibt es Überschneidungspunkte, so etwa bei der Umgestaltung des Kirchplatzes, die heute Abend erneut Thema im Stadtrat sein wird.
Thema Kirchplatz-Neugestaltung: „Da muss etwas gemacht werden, vor allem auch im Hinblick auf ältere Gottesdienst-Besucher, aber das ist ja unstrittig“, sagt Kienberger.
„Werden miteinbezogen“: Die Pfarrverwaltung werde dabei auch mit einbezogen und nach ihrer Meinung gefragt, berichtet er, auch wenn sie an der Geschwindigkeit der Umsetzung etwa nicht viel ändern könne, da es sich um ein städtisches Projekt handelt.