Ein Jahr wie im Schnell-Durchlauf: Rodings Pfarrer Matthias Kienberger zieht Zwischenbilanz

„Langweilig war mir wirklich nie“, erzählt Matthias Kienberger. Das erste Jahr als Rodinger Stadtpfarrer sei für ihn „wie im Schnell-Durchlauf“ verlaufen. Sein Zwischenfazit fällt nach rund zwölf Monaten aber sehr positiv aus: „Roding ist eine sehr lebendige Pfarrei, ich hatte schon viele tolle Begegnungen“.
Im September vergangenen Jahres hatte Kienberger die Nachfolge des nach Nittenau gewechselten Holger Kruschina angetreten. Damit haben sich auch seine Aufgaben deutlich verändert, mit rund 8000 Gläubigen gibt es doppelt so viele wie in Kienbergers früherer Pfarreiengemeinschaft Alteglofsheim-Köfering. Dies bedeute ebenso eine Umstellung wie die räumliche Größe der Pfarrei mit ihren vielen Filialen und der Expositur Trasching. Was den 50-Jährigen in diesem Zusammenhang aber freut: „Die Menschen in den Filialen und der Expositur sind sehr engagiert und schauen, dass vor Ort etwas läuft. Außerdem halten sie die Gotteshäuser in Schuss.“
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Neu für ihn sei auch der große Kindergarten in Roding, der in Trägerschaft der Kirche stehe, ebenso wie die (weit kleinere) Einrichtung im Ortsteil Trasching. Ebenfalls neu im Portfolio der Aufgaben ist die Arbeit mit der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). Dank vieler Helfer gebe es aber keine Probleme.
Mehr Gläubige und mehr Kirchengebäude heißt unter anderem auch mehr Verwaltungsarbeit. Kienberger ist deshalb froh, dass ihm Albrecht Hafensteiner und Rosmarie Büchner viel Arbeit abnehmen und das Pfarrbüro ganztägig besetzt ist. Dies sei sehr positiv, denn an erster Stelle stehe für ihn, die nötige Zeit für die Seelsorge zu haben und zu den Gläubigen „rauszugehen“ – oder zu radeln, betont der Stadtpfarrer.
Er ist dankbar dafür, dass neben Kaplan Bastian Neumann auch Pastoralreferent Damian Mathejczyk, Diakon Hanspeter Gänger sowie die beiden Ruhestandpfarrer Josef Schmaderer und Wolfgang Schwarzfischer mit im Seelsorge-Team sind, so dass die Gottesdienste in der bisher gewohnten Anzahl weiter stattfinden können. „Wir verstehen uns auch sehr gut und treffen Entscheidungen einvernehmlich“, fühlt sich Kienberger gut aufgehoben und integriert in seiner nicht mehr ganz neuen Wirkungsstätte.
Viele Kontakte geknüpft
Freuen würde ihn, dass ihm große Wertschätzung entgegengebracht werde. Besonders spürbar sei dies etwa bei seiner Amtseinführung oder der Feier seines 50. Geburtstags gewesen. Zu Festen geht der Geistliche ohnehin gerne, auch, weil es eine gute Möglichkeit sei, ungezwungen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und etwaige Berührungsängste abzubauen.
„Mittlerweile kenne ich auch schon viele Menschen, die mich etwa beim Radeln kurz anhalten, um ein wenig zu ratschen“, hat der 50-Jährige schon viele Kontakte geknüpft. Auch würden die Gläubigen nun mehr und mehr mit ihren Problemen und Anliegen zu ihm kommen. „Das freut mich, es ist auch ganz normal, dass es Anlaufzeit braucht, bis sich die Menschen öffnen, wenn ein neuer Pfarrer kommt“, sagt der Geistliche.
Sehr gut laufe die Zusammenarbeit mit dem Rathaus und den Schulen vor Ort. An der Grund- und Mittelschule hält Kienberger in diesem Schuljahr wieder Unterricht in der 3. und 5. Jahrgangsstufe zur Kommunion- beziehungsweise Firmvorbereitung. „Schulleiter Heinrich Achatz ist meinem Wunsch gleich nachgekommen, das wieder so zu machen“, freut sich Kienberger, für den die Arbeit mit den Kindern sehr wichtig ist. „Es gilt, ein positives erstes Bild von Glauben und Kirche zu vermitteln“, erläutert er.
Schön für den Rodinger Pfarrer sei auch die Nähe zu seinen Eltern, die bei Rattiszell (Landkreis Straubing-Bogen) wohnen. Bei nur 23 Kilometern Entfernung sei man schnell vor Ort.
Auch von den verschiedenen Baustellen hat sich Kienberger mittlerweile ein Bild gemacht. Er würde sich in diesem Zusammenhang wünschen, dass der Kirchplatz bald neu gepflastert und auf Vordermann gebracht wird. „Das macht kein schönes Bild und bereitet manchen Kirchenbesuchern mit Gehproblemen Schwierigkeiten“, sagt der Stadtpfarrer. Die Pfarrverwaltung werde dabei mit einbezogen und nach ihrer Meinung gefragt, berichtet er, auch wenn sie an der Geschwindigkeit der Umsetzung etwa nicht viel ändern könne, da es sich um ein städtisches Projekt handelt.
Lob für Pfarrgemeinderat
Viel Lob hat Kienberger für den Pfarrgemeinderat parat, der sehr aktiv sei. „Das neue Konzept des Pfarrfestes etwa ist sehr gut angenommen. Es kamen viele Besucher“, freut sich der Stadtpfarrer über die Unterstützung. Und er hofft, dass diese weiter gegeben sein wird, nachdem im November Neuwahlen der Kirchengremien stattgefunden haben. Viele Mitglieder hätten ihm bereits signalisiert, dass sie weitermachen werden, was ihn freue, sagt Kienberger. „Wir sind aber noch auf der Suche nach weiteren Kandidaten, die sich gerne melden können.“