Nachtbaustelle auf der B85: So kommen die Sanierungsarbeiten in Altenkreith voran

Vier Mal mussten Autofahrer nachts eine Umleitung fahren, wenn sie von Roding aus in Richtung Schwandorf oder Regensburg unterwegs waren: Die Ortsdurchfahrung von Altenkreith (Stadt Roding, Landkreis Cham) musste saniert werden. Wir haben nachgefragt, wie die Arbeiten vorankommen und ob sich die Nachtbaustelle bewährt hat.
Beeindruckende Szenen spielten sich in vier Nächsten auf der B 85-Ortsdurchfahrt von Altenkreith ab: Auf 1,2 Kilometern ist die die Deckschicht auf beiden Richtungsfahrbahnen auf der viel befahrenen Route erneuert worden. Wo man hinblickte, sah man blinkende Lichter der Arbeitsfahrzeuge und die Scheinwerfer an den großen Maschinen erleuchteten die Umgebung fast taghell.
Dr. Richard Bosl, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Cham am Staatlichen Bauamt Regensburg, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung auf der Baustelle, dass auf beiden Richtungsfahrbahnen die Deckschicht erneuert wird. Es war dabei zwingend notwendig, so Bosl, die Arbeiten in der Nacht durchzuführen, da das Verkehrsaufkommen in dieser Zeit sehr gering ist. Nach drei von vier Tagen auf der Nachtbaustelle fühlten sich die Verantwortlichen mit dieser Einschätzung vollauf bestätigt.
Spezieller Asphalt
Am Montagabend wurde begonnen, die Asphaltschicht auf der Fahrspur in Richtung Cham einzubauen. Verwendet wird ein temperaturabgesenkter Asphalt, was den Vorteil biete, dass dieser schneller abkühlt und so auch wieder befahren werden kann. Denn die Krux an der Geschichte, erklärt der Abteilungsleiter, sei, dass bereits ab 5 Uhr am Morgen (Dienstag und Mittwoch), der Verkehr wieder über die neue Asphaltschicht rollt. „Mit der geringeren Temperatur härtet der Asphalt schneller aus“, so Bosl. Trotz alledem habe der Asphalt immer noch eine Temperatur von 140 Grad Celsius. Dies sei aber rund 25 Grad kühler als herkömmlicher Asphalt.
Die Verantwortlichen sind sich am Montagabend bereits sicher, dass die Arbeiten auf der rund 1,2 Kilometer langen Baustelle pünktlich am Mittwoch um 5 Uhr abgeschlossen sein werden. Wenn die letzte Maschine die Straße verlassen hat, wurden rund 12.000 Quadratmeter Asphaltfläche verbaut.
Verkehr ist nachts überschaubar
In der vergangenen Woche wurde am Montag und Dienstag gearbeitet, hier wurde der Asphalt bis zu einer Tiefe von vier Zentimetern abgefräst. Die Arbeiten führte die Firma Streicher aus Deggendorf aus, die mit etwa 30 Mitarbeitern vor Ort war. Wie Bauleiter Michael Schedlbauer wissen lässt, ist es für das Unternehmen nichts Ungewöhnliches, die Arbeiten als Nachtbaustelle durchzuführen, so sei dies auf viel befahrenen Bundesstraßen oder Autobahnen mittlerweile an der Tagesordnung. Schedlbauer hat eine klare Meinung zu Arbeiten am Tag: „Das wäre unvorstellbar, das würde zu einem Verkehrschaos führen.“ Der Verkehr, der in Richtung Cham durch die Baustelle rollt, sei nachts überschaubar, und auch das Aufkommen an Lastwagen halte sich in Grenzen, wie alle Beteiligten betonten. Auch der Bauleiter gibt am Montag schon zu Protokoll, dass man klar im Zeitplan liegt.
Allerdings wird die Geduld der Verkehrsteilnehmer am Mittwoch noch einmal auf eine Probe gestellt, denn, wie Bosl informiert, werden die Markierungsarbeiten unter Verkehr durchgeführt. So ist geplant, den Berufs- und Pendlerverkehr in der Zeit von 5 bis 9 Uhr durchzulassen und dann mit den Arbeiten zu starten. Es werde unvermeidbar sein, dass es in beiden Richtungen zu Stauungen kommen wird.
Dass die Arbeiten jetzt durchgeführt werden und man diese nicht noch aufgeschoben hat, bis einmal die Ortsumfahrung von Altenkreith gebaut ist, erachtet der Abteilungsleiter für richtig: „Es war genau der richtige Zeitpunkt, denn die Tragschicht wies nur überschaubare Schäden auf.“ Hätte man noch länger gewartet, so Bosl, wären die Schäden größer gewesen, was auch dazu geführt hatte, dass die Kosten für die Maßnahme viel höher gewesen wären.
Seit 2008 nicht saniert
Der Abteilungsleiter hat in den Unterlagen geblättert und festgestellt, dass seit mindestens 2008 keine Erneuerung an der Straße mehr vollzogen worden ist. So hielt Bosl am Montag auch mit einem Augenzwinkern fest: „Ich denke, die Straße hat damit ihre Schuldigkeit getan.“ Im gleichen Atemzug betont er aber, dass die Arbeiten nichts mit der geplanten Ortsumfahrung zu tun haben. Diese Planungen laufen gleichzeitig unvermindert weiter. Und ist diese erst einmal gebaut, bleibt die Straße, die jetzt erneuert wird, ebenfalls mit erhalten.
Arbeiten werden am Mittwoch beendet
Umleitung: Die Arbeiten auf der rund 1,2 Kilometer langen Baustelle in Altenkreith wurden, aufgeteilt auf vier Tage, jeweils in einer Nachtbaustelle von 19 bis 5 Uhr am anderen Morgen durchgeführt. Währenddessen wurde der Verkehr in Richtung Schwandorf ab der Anschlussstelle Mitterdorf ausgeleitet, während der Verkehr in Richtung Cham durch die Baustelle hindurch geführt wurde.
Markierungsarbeiten: Die Markierungsarbeiten an der Fahrbahn werden am Mittwoch ab 9 Uhr unter Verkehr durchgeführt, so dass es durchaus zu Beeinträchtigungen in beide Fahrtrichtungen kommen kann.
Nachtbaustelle: Wie alle Beteiligten betonten, war es unabdingbar, die Arbeiten in der Nacht durchzuführen, alles andere hätte zu einem Verkehrschaos auf der viel befahrenen Bundesstraße geführt.

