Unkonventionelle Lösung für dringende Arbeiten bei Roding: B85 wird nachts gesperrt

Eine Hauptschlagader im Verkehr in Roding (Landkreis Cham) und der Region ist die Altenkreither Ortsdurchfahrt auf der B85. Durch den vielen Verkehr, der auf ihr rollt, muss sie aber nun dringend saniert werden – dies soll zum Großteil mit vier Nachtbaustellen vor Ostern geschehen. Dafür wird die Fahrtrichtung Schwandorf von 9. bis 11. sowie von 14. bis 16. April gesperrt.
„Wir wollen die Behinderungen in Grenzen halten“, erläuterten Dr. Richard Bosl, Abteilungsleiter für den Straßenbau im Landkreis Cham beim Straßenbauamt Regensburg, sowie Projektleiter Johann Weiß bei einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag im Rathaus.
Seit vielen Jahren keine Sanierung
Bürgermeisterin Alexandra Riedl bedankte sich dabei für die „sehr gute Zusammenarbeit“. Die Verantwortlichen hätten sich sehr viele Gedanken gemacht, wie die komplizierte Baustelle mit möglichst wenig Beeinträchtigungen durchgeführt werden kann. Dass die Maßnahme auf dem etwa 1,2 Kilometer langen Abschnitt in nur vier Nächten bewältigt werden kann, sei „beeindruckend“, so die Rathaus-Chefin.
In den 18 Jahren, seit er beim Straßenbauamt Regensburg ist, sei der Streckenabschnitt noch nie saniert worden, erläuterte Bosl. Angesichts der hohen Verkehrsbelastung sei es daher kein Wunder, dass mittlerweile einige Schäden entstanden sind, die es zu beheben gelte. „Die Straße hat eh lange gehalten“, pflichtete ihm Weiß bei. Würde noch länger gewartet, dringe Wasser durch die Deckschicht in die Konstruktion ein, was zu (noch mehr) Rissen und Schlaglöchern führen würde.
Die Sanierung der stark befahrenen Bundesstraße, für die es keine leistungsfähige Umleitung gibt, sei bewusst in die Osterferien gelegt worden, erläuterte Bosl. Dauermessungen des Verkehrs haben ergeben, dass dann etwas weniger los ist. Trotzdem waren etwa zu Ostern im vergangenen Jahr täglich bis zu 19.000 Fahrzeuge unterwegs, darunter an die 2500 Lastwagen.
Einspurig befahrbar
Die Messungen haben auch gezeigt, dass der Verkehr in der Zeit von 19 bis 5 Uhr stark zurückgeht. „Deshalb haben wir uns entschieden, die Maßnahme mit Nachtbaustellen durchzuführen“, sagte Bosl, für die durchführende Firma sei dies auch kein Problem. Von 9. bis 11. sowie von 14. bis 16. April wird die Bundesstraße in diesem Zeitraum täglich nur einspurig in Richtung Cham befahrbar sein. Die Fahrzeuge in Richtung Schwandorf werden an der Anschlussstelle Mitterdorf ausgeleitet, wo es dann Umleitungen über die Kreisstraßen CHA 25, 30 und 31 (Oberkreith, Strahlfeld, Neubäu am See) gibt. Zudem wird es ein Halteverbot in Strahlfeld geben, um zu vermeiden, dass Lastwagen dort nachts Probleme haben. Auch sind Zufahrtsbeschränkungen in Altenkreith vorgesehen.
„Ganz ohne Behinderungen geht es nicht, aber wir hoffen, dass wir es so in Grenzen halten können“, sagte Bosl. Alle Umleitungen werden entsprechend ausgeschildert.
Start ist am Montag
Die Arbeiten beginnen bereits am Montag mit der Sanierung der Pflasterrinnen, die aber unter Verkehr stattfindet. Danach werden der Asphalt gefräst, eine neue Deckschicht eingebaut und tiefer liegende Schadstellen beseitigt. Nach den Planungen soll am Gründonnerstag, 15. April, der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen wieder ungehindert laufen können. „Wir haben noch einen kleinen Puffer wegen des Wetters“, erläuterte Bosl. Die Maßnahme soll aber vor Ostern abgeschlossen sein.
Durchgeführt werden die Arbeiten, die etwa 300 000 Euro kosten, von der Firma Streicher.
Ortsumfahrung: Vorentwurf liegt mittlerweile in München
Sanierung hat keinen Einfluss auf Ortsumfahrung: Baudirektor Dr. Richard Bosl und Bürgermeisterin Alexandra Riedl betonten, dass die Sanierung der Ortsdurchfahrt Altenkreith keinesfalls bedeute, dass die Ortsumfahrung nicht kommen würde.
Strecke bleibt auch später bestehen: „Die Maßnahmen haben nichts miteinander zu tun“, sagte Bosl. Die Sanierung der Bundesstraße in diesem Abschnitt sei unbedingt nötig. Außerdem werde die Strecke auch bestehen bleiben, wenn einmal die Umgehung der B85 fertig ist, wenn auch dann wahrscheinlich als Ortsstraße. „Wir sanieren nichts, was dann wegkommt“, machte Bosl deutlich.
„Es geht etwas voran“: In Sachen der Ortsumfahrung brachte er sogar eine positive Nachricht mit: Der Vorentwurf der Planung sei mittlerweile von der Regierung der Oberpfalz genehmigt und das Verkehrsministerium in München weitergeleitet worden, „es geht also etwas voran.“

