Ortsumgehung Altenkreith: Wann verschwindet letztes Nadelöhr auf der B85?

Von Oliver Hausladen · 4. April 2024 um 05:00

Groß war die Freude, als Anfang September vergangenen Jahres der vierspurige Ausbau der B 85 bei Mitterdorf für den Verkehr freigegeben werden konnte. Die Ehrengäste waren sich damals einig: Das „letzte Nadelöhr“ auf dieser Strecke, die Ortsdurchfahrt Altenkreith, soll auch schnell wie möglich verschwinden.

Mittlerweile sind die technischen Planungen dafür abgeschlossen, im zweiten Quartal dieses Jahres soll der gesamte Vorentwurf zum Bundesverkehrsministerium gehen, erläutert Baurat Julian Detsch vom Staatlichen Bauamt Regensburg. Wann die Bagger rollen werden, sei derzeit aber noch nicht abschätzbar.

Viel Verkehr und gefährliche Einfahrten

Grund für die Ortsumgehung ist vor allem die sehr hohe Verkehrsbelastung. 2019 wurden innerhalb eines Tages 17800 Fahrzeuge auf der B 85 in Altenkreith gezählt, 2035 sollen es nach einer Prognose des Staatlichen Bauamtes sogar 20300 sein. Zudem ist die Ortsdurchfahrt mit mehreren Zufahrten in den fließenden Verkehr auf der B 85 nicht ungefährlich: 33 Unfälle haben sich im Lauf von nur fünf Jahren ereignet.

Die Ortsumgehung Altenkreith mit Verlegung der B16 befinde sich im Vorentwurf, informiert Detsch, der die Planungen auch schon im Rodinger Stadtrat vorgestellt hatte. Die technische Straßenplanung sei abgeschlossen. Zu lösende Herausforderungen waren neben der klassischen Streckenplanung vor allem das Aufstellen eines praktikablen und durchgehenden Entwässerungskonzeptes bis zur nächsten Vorflut (Regen) und eine möglichst flächensparende, dennoch leistungsfähige Anbindung der dann dreistreifigen B 16 an die Ortsumgehung der B 85, erläutert der Baurat. Aus mehreren unterschiedlichen Varianten habe eine Vorzugslösung entwickelt und ausgeplant werden können, so der Planungs-Abteilungsleiter am Bauamt.

Umfangreiche Planung

Daraufhin erstellte umfangreiche landschaftsplanerische Unterlagen (inklusive Eingriffsermittlung, Artenschutzbeitrag, Ausgleichsmaßnahmen und so weiter) seien Ende letzten Jahres abgeschlossen worden und befänden sich gerade in der Endkontrolle, informiert Detsch.

Mit der Stadt und den betroffenen Grundstückseigentümern sei das Bauamt stetig im Dialog. Bisher wurde das Projekt in mehreren Bürgerversammlungen, Eigentümerversammlungen und öffentlichen Stadtratssitzungen vorgestellt.

Seit der letzten öffentlichen Vorstellung im Stadtrat sei zu es zu keinen weiteren Änderungen an der Planung der Trassenführung gekommen, der Ort wird künftig im Süden umfahren. Detsch betont in diesem Zusammenhang „die gute Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Stadt Roding und allen weiteren Beteiligten im gesamten bisherigen Planungsprozess“.

Entwässerung ist kompliziert

Für die Ableitung des anfallenden gesammelten Regenwassers der Ortsumgehung Altenkreith und der B16 wurde eine bis zur nächsten Vorflut (Regen) durchgehende Entwässerungsplanung erstellt, erklärt der Abteilungsleiter. Die geplante Entwässerungsmulde folge der natürlich vorhandenen Geländesenke und damit dem Einzugsgebiet und größtenteils dem Verlauf der Senke des Wadenbachs bis zum Regen. „Die Hinweise von Stadträten und einzelner Anwohner auf die Auswirkungen von Starkniederschlagsereignissen im Bereich des Einzugsgebietes des Wadenbachs haben wir dabei sehr ernst genommen“, unterstreicht Detsch. Der teils trockenfallende Wadenbach dürfe bei starken Niederschlägen nicht unterschätzt werden.

Erst im Dezember konnten nach einsetzender Schneeschmelze in Kombination mit Dauerregen die dann vorhandenen Ausuferungen und Aufstauungen des Wadenbachs im Bereich Altenkreith beobachtet werden, so der Baurat. Die geplante Entwässerungsmulde sei deshalb so bemessen, dass auch bei einem Starkniederschlagsereignis sowohl das gesammelte „Straßenwasser“ als auch das in die Geländesenke des Wadenbachs sowieso einfließende „Geländewasser“ schadlos bis zum Regen geleitet werde. Durch die Ausführung als Rasenmulde mit einer flachen Ausrundung könne diese bei Trockenheit weiter von landwirtschaftlichen Maschinen gequert werden.

Untergrund gründlich untersucht

Wie der Abteilungsleiter weiter sagt, wurden die Baugrunderkundungen im Herbst abgeschlossen. Insgesamt seien dabei die erwarteten Verhältnisse bestätigt worden. Im Bereich des Planungsraumes lägen grundsätzlich zwei verschiedene Untergrundverhältnisse vor. Im Bereich der B16 liegen überwiegend quartäre und tertiäre Lehme vor. Im Hauptteil der Ortsumgehung Altenkreith wurden bis in größere Tiefe Sandsteine der Oberkreide angetroffen. Die bautechnischen und umwelttechnischen Eigenschaften des Untergrunds würden dabei an den zahlreich entnommenen Proben durch Laborversuche ermittelt und in der Planung und im Hinblick auf eine spätere Bauausführung berücksichtigt.

Die nächsten Schritte

Nächster Schritt sei nun die Einholung der Stellungnahme zur landschaftspflegerischen Begleitplanung und im Anschluss die Vorlage des gesamten Vorentwurfes auf dem Dienstweg zur Prüfung und Genehmigung des Vorentwurfes, was im zweiten Quartal erfolgen soll, so Detsch. Im Anschluss wird das Baurechtsverfahren (Planfeststellung) vorbereitet. Erst nach der Prüfung und Freigabe der Mittel kann das Staatliche Bauamt in konkrete Grundstücksverhandlungen für benötigte Flächen treten. „Gespräche oder Verhandlungen zum Grunderwerb sind aber bei Interesse natürlich jederzeit möglich“, betont der Abteilungsleiter.

Baurat Julian Detsch bei der Vorstellung der Pläne im Rodinger Stadtrat