Warum sich die Ortsumgehung Altenkreith weiter verzögert – Kostenschätzung liegt vor

Der Wunsch, dass die Bagger nach der Fertigstellung des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße 85 vor den Toren der Stadt gleich weiterrollen und mit dem Bau der Ortsumgehung Altenkreith (Landkreis Cham) beginnen würden, blieb unerfüllt. Nun scheint auch ein zeitnaher Baustart in weiter Ferne zu liegen.
Wie das Staatliche Bauamt Regensburg im Frühjahr mitteilte, sollte der Vorentwurf für die Maßnahme im zweiten Quartal diesen Jahres ans Bundesverkehrsministerium geschickt werden. Doch daraus wurde bisher nichts. Laut Berthold Schneider, Bereichsleiter Straßenbau, stehe noch eine wichtige Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde aus. Erst dann könne das Bauamt den Vorentwurf endgültig fertigstellen.
Ziel: Baurecht erwirken
Anschließend werden die Unterlagen der Regierung der Oberpfalz und den Ministerien in München und Berlin zur Genehmigung vorgelegt. Nach der Prüfung ist laut Schneider wieder das Straßenbauamt am Zug, um – auch schon parallel zur Genehmigungsphase – die Planfeststellungsunterlagen zu erstellen. „Unser Ziel ist es, dass der Vorentwurf bis Ende des Jahres fertig ist“, sagt Schneider über den schon seit Monaten angestrebten Meilenstein.
Das Verfahren selbst nimmt noch mal einige Zeit in Anspruch. Ziel ist es, Baurecht zu erwirken. Eine Prognose, wann die Bagger in Altenkreith rollen, kann Schneider aktuell nicht geben: „Es geht nicht so schnell, wie gewünscht, aber wir versuchen es so schnell wie möglich.“
Der Trassenverlauf steht hingegen fest. Altenkreith soll künftig im Süden umfahren werden. Eine Tieflage beziehungsweise einen Tunnel hatte das Verkehrsministerium schon 2018 aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Diese Debatte immer wieder neu zu entfachen, führe zu nichts, so Schneider.
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Der vierspurige Ausbau der B 85 ist rund 3,6 Kilometer lang. Die Umfahrung soll unmittelbar am Ausbauende beim Parkplatz bei Mitterkreith starten. Gleichzeitig wird die B 16 nach Westen in Richtung des Staatsforsts verschoben und auf einer Länge von 2,5 Kilometern dreispurig ausgebaut. Der Lückenschluss zwischen den beiden Bundesstraßen ist beim Industriegebietes „Sanddickicht“ mit einer Anschlussstelle samt Kreisverkehr auf zwei Ebenen geplant. „Das ist die platzsparendste Lösung“, sagt der Bereichsleiter. Das aktuelle Teilstück der B 16 bleibt erhalten und wird später zur Ortsstraße umfirmiert. Zudem wird in Nassen wird eine neue Anschlussstelle mit Verbindung zur Staatsstraße 2149 Richtung Walderbach errichtet.
Für die Entwässerung wurde ein ausgeklügelt Konzept erarbeitet. Laut Schneider ist auch eine Flutmulde vorgesehen. Diese soll gerade bei Starkniederschlagsereignissen für Abhilfe schaffen. Die geplante Entwässerungsmulde sei so bemessen, dass auch bei starken Niederschlägen sowohl das gesammelte „Straßenwasser“ als auch das in die Geländesenke des Wadenbachs sowieso einfließende „Geländewasser“ schadlos bis zum Regen geleitet werde.
Immer mehr Verkehr
Das Straßenbauamt hat das Projekt von Beginn an als komplex eingestuft, da neben dem Bau der B 85-Ortsumfahrung auch die B 16 verlegt wird und dadurch viele Grundstückseigentümer betroffen sind. Mit ihnen sowie mit den Landwirten, die auf ihre hofnahen Flächen angewiesen sind, stehe man im Austausch. „Wir haben schon vor einiger Zeit den Bedarf mitgeteilt. Es wissen alle Bescheid“, sagt Schneider, der weiß, dass nicht alle glücklich darüber sind. Es sei schwierig, passende Tauschflächen zu finden. Die Behörde stehe aber für Gespräche zur Verfügung.
An einem Werktag rollen übrigens 17 800 Kraftfahrzeuge durch Altenkreith, laut einer Prognose des Staatlichen Bauamtes sollen es im Jahr 2035 sogar 20 300 sein.
Der Baubeginn für das Großprojekt ist zwar noch offen, dafür bringt der Straßenbauleiter bei den Kosten Licht ins Dunkel: Laut aktuellen Schätzungen soll die Gesamtmaßnahme – also B 85-Ortsumgehung und B 16-Verlegung – 68 Millionen Euro kosten. „Bekommt man Baurecht, ist in der Regel auch gebaut worden“, weiß er aus Erfahrung.
