Chamer Integrationsmodell ist Vorbild: Staatssekretär Tobias Gotthardt besichtigt Müller Präzision

Das Chamer Modell zur Integration der Auszubildenden aus Kirgistan kann als Blaupause für andere Regionen in Bayern genutzt werden. Staatssekretär Tobias Gotthardt vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie stellte dies bei seinem Besuch bei der Chamer Firma Müller Präzision im Beisein zahlreicher Gäste fest. Bei Müller Präzision sind zurzeit zwei Auszubildende aus Kirgistan tätig.
Der Geschäftsführer der Firma Müller Präzision, Karl Macharowsky, konnte neben dem Staatssekretär unter anderem auch Isabella Bauer von der Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung am Landratsamt Cham, den Präsidenten der Handwerkskammer Dr. Georg Haber, den Leiter der IHK-Geschäftsstelle Cham, Richard Brunner, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf, Siegfried Bäumler, und den Geschäftsstellenleiter für Cham und Bad Kötzting, Wolfgang Kürzinger, begrüßen.
Stabile Umsatzlage
Macharowsky erklärte, dass trotz einer schwierigen Wirtschaftslage zurzeit ein Umbau des Werkes I im Gange sei. Dies sei möglich weil Müller Präzision eine stabile Umsatzlage verzeichne. Insgesamt werden sechseinhalb Millionen Euro für den Neubau investiert. Müller Präzision habe zurzeit 550 Mitarbeiter und das im Familienbesitz befindliche Unternehmen erwirtschafte einen Umsatz von 95 Millionen Euro im Jahr. 40 Prozent der Kunden seien Automobilhersteller. Bereits jetzt seien Aufträge für die Jahre 2027 und 2028 da.
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Derzeit werden 50 Auszubildende beschäftigt. Die hohe Quote zeige den hohen Stellenwert der Ausbildung im Unternehmen. So habe man im Schnitt auch eine recht junge Mannschaft und viele langfristige Mitarbeiter. Matthias Markl, Personalleiter von Müller Präzision, erklärte, dass hier Zerspaner, Mechatroniker, ITler und Logistiker ausgebildet werden.
„Wir sind mit ihnen sehr zufrieden, denn sie wollen was lernen und sind bereits super integriert.“
Personalleiter Matthias Markl
Die Betreuung der beiden Auszubildenden aus Kirgistan habe sehr gut funktioniert. „Wir sind mit ihnen sehr zufrieden, denn sie wollen was lernen und sind bereits super integriert“, erklärt der Personalchef. Siegi Zistler, Leiter der Berufsschule, verwies darauf, dass in seiner Schule 62 Nationen unterrichtet werden. Dank der Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung am Landratsamt funktioniere dies aber sehr gut. Wichtig sei vor allem eine starke Sprachförderung. Hier fügte Matthias Markl an, dass beide Kirgisen im Sprachkurs sehr lernwillig seien.
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Staatssekretär Tobias Gotthardt stellte fest: „Es ist schon beeindruckend, welche Disziplin und Energie aus den beiden Auszubildenden spricht.“ Wie sehr die beiden im Landkreis integriert seien, zeige, dass sie jetzt sogar zur Freiwilligen Feuerwehr gehen. Hier im Landkreis Cham würden vhs und Kammern beste Arbeit leisten. So könne man auch für den Arbeitsplatz Bayern werben. „Mit der Marke ,Bavaria‘ kann man bestens werben“, so der Staatssekretär. Das, was er hier im Landkreis Cham gesehen habe, sei beeindruckend und könne eine Blaupause für andere Regionen im Freistaat sein.
Yevheni Kozmenko, einer der beiden Kümmerer von der vhs, erklärte, dass diese sich unter anderem um die Dokumente für die beiden Kirgisen kümmern. Nach zwei, drei Monaten Begleitung durch die Kümmerer würden immer weniger Fragen gestellt. „Wir sind die Mutter für die Azubis“, erklärte der Kümmerer.
Große Hilfsbereitschaft
Richard Brunner von der IHK stellte fest, dass der Landkreis ganz stark auf Menschen aufgebaut sei, die nicht aus der Region kommen. Dies sei natürlich eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung, aber letztendlich kommt der Mensch in den Mittelpunkt. Hier fügte Matthias Markl an, dass es innerhalb der Belegschaft eine große Hilfsbereitschaft für die beiden Kirgisen gebe. Staatssekretär Tobias Gotthardt regte an, Patenschaften zu intensivieren. Sein Fazit laute, dass Azubis aus dem Ausland besser zu integrieren seien als erwachsene Fachkräfte. In Zentralasien gebe es ein großes Potenzial an interessierten Jugendlichen.
Isabella Bauer verwies darauf, dass ein Erfolgsgeheimnis sei, dass die Mitarbeiter der Firmen auf die ausländischen Azubis vorbereitet werden. Dr. Handwerkskammer-Präsident Haber stellte fest, dass er sich viele Betriebe angeschaut hat, wo Kirgisen arbeiten. Immer komme es auch darauf an, dass sich Chef oder Chefin sich dieser annehmen. Erfreulich sei, dass es hier im Landkreis Cham sogenannte Kümmerer gibt. Letztendlich müsse sich aber alles aus der Gesellschaft heraus entwickeln.
