Rauschgift-Deals in Regensburger Lokal – Gastronom (32) und Helfer verurteilt

Von André Baumgarten · 24. März 2025 um 17:00

Kiloweise Crystal Meth, Koks, Amphetamin und Marihuana: Das Regensburger Landgericht spricht ein Trio schuldig, das dummerweise direkt an Verdeckte Ermittler der Polizei verkauft hatte. Nur einer darf eine Entzugstherapie machen.

Mehr als 40 Kilo Drogen hat ein Gastronom verkauft – teils von seinem Lokal aus, teils von gemieteten Räumen aus, die als Rauschgiftlager dienten. Dafür ist der 32-Jährige gestern zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Mitangeklagte bekamen vier und viereinhalb Jahre Gefängnis. Alle drei hatten in ihren letzten Worten um neue Chancen gebeten: Zur erhofften Entzugstherapie darf aber nur einer aus dem Drogen-Trio.

Vor gut einem Jahr, im März 2024, kam zutage, was ein 32-Jähriger statt Getränken und Speisen alles verkaufte. Nicht zuletzt, weil der Mann mit den Falschen seine Geschäfte machen wollte. Die Männer, an die der Regensburger nämlich verkaufte, waren Verdeckte Ermittler. Seit im Mai 2022 zwei Kuriere geschnappt worden waren, hatten Rauschgiftfahnder der Kripo den Hauptangeklagten auf dem Schirm.

Groß-Razzia der Polizei im Morgengrauen

Was bei der Razzia an mehreren Adressen in Regensburg sichergestellt wurde, sprengte auch die Vorstellungen der Kripo: Inklusive der Deals mit „Roman“ und „Guiseppe“, wie die Verdeckten Ermittler genannt wurden, waren es mehr als 40 Kilo Drogen: von Kokain, Crystal Meth und Heroin über Amphetamin bis hin zu Cannabis. Statt auf der Straße landete das alles in den Asservatenkammern bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Zudem wurden bei dem Zugriff mehr als 71 000 Euro in bar beschlagnahmt. Geld, das mutmaßlich aus Erlösen anderer Geschäfte stammen könnte.

Vor Gericht machten die drei Männer dann ihre vorerst letzten Deals: Die Strafverteidiger Shervin Ameri und Philipp Janson, Johannes Büttner sowie Michael Haizmann hatten für den 32-Jährigen und seine beiden drei Jahre älteren Mitangeklagten Verständigungen ausgehandelt. Der Jüngste als Kopf des Trios nahm in seinem Geständnis die Schuld auf sich, entlastete einen der anderen sogar. Auch die zwei anderen Männer gestanden. Ziel der Verteidigung: Ihre Mandanten sollten möglichst eine Entzugstherapie absolvieren können. Zumindest für einen hatte die Sachverständige Dr. Susanne Lausch das auch bejaht.

Gastronom stand unter offener Bewährung

Die zehnte Strafkammer des Regensburger Landgerichts sah Voraussetzungen dafür jedoch nur bei einem gegeben und ordnete dessen Unterbringung an. Die beiden anderen werden die Strafen (vier Jahre und sechs Monate sowie acht Jahre) absitzen müssen. Dem 32-Jährigen droht womöglich sogar noch mehr – er hatte zur Tatzeit unter offener Bewährung gestanden, die höchstwahrscheinlich nun widerrufen werden dürfte. Dann stünden ihm noch ein paar Jahre mehr in einer JVA bevor.

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Die umfassenden Geständnisse hatte das Landgericht zugunsten der Angeklagten gewertet. Bei den Strafen blieb die Kammer im mittleren und im unteren Bereich der Deals. Beim Gastronom ließen „derart große Mengen und die erheblichen Vorahndungen jedoch keine Milderung zu“, begründete Vorsitzender Richter Gaßmann. Acht Fälle von Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen seien bei ihm erfüllt gewesen.