Drogen-Trio in Regensburg: Erst Deals mit verdeckten Ermittlern, nun mit dem Gericht

Von André Baumgarten · 21. Februar 2025 um 18:00

Im Prozess in Regensburg geht es um mehr als 40 Kilo Rauschgift, die ein Gastronom auch von seinem Lokal aus verkaufte. Er und seine Mitangeklagten hatten für die Drogengeschäfte sogar Räume angemietet – Ermittler fanden über 71.000 Euro in bar.

In Kellern sowie extra angemieteten Räumen lagert ein Trio kiloweise Drogen. Das kommt im März 2024 ans Licht, weil der Hauptangeklagte bei der Auswahl seiner Geschäftspartner kein gutes Näschen bewies – der Regensburger Gastronom verkaufte nämlich an verdeckte Ermittler der Kripo. Die waren ihm wohl seit der Verhaftung zweier Kuriere im Mai 2022 auf den Fersen. Im Prozess haben die drei Männer reinen Tisch gemacht – diesmal aber zunächst ihre Verteidiger Deals aushandeln lassen.

Gut eineinhalb Stunden verhandeln die Prozessbeteiligten am Freitag hinter verschlossenen Türen, welche Strafen für mehr als 40 Kilo Drogen – von Kokain, Crystal Meth und Heroin über Amphetamin bis zu Cannabis – angemessen sind. Dass jedes einzelne Gramm davon nicht bei Süchtigen auf der Straße landete, sondern in der Asservatenkammer, dürfte den 32 bis 35 Jahre alten Männern am Ende zu ihren Gunsten ausgelegt werden. Die vielen einschlägigen Vorstrafen dagegen eher nicht. Und: Ermittlern gelang es außerdem, mehr als 71 000 Euro Bargeld sicherzustellen, mutmaßlich Erlöse aus den Deals, die nicht direkt mit der Kripo gemacht wurden.

Gastronom drohen bis zu achteinhalb Jahre Haft

Für den Gastronomen, der im Schatten des Doms auch Deals abwickelte, stehen mindestens siebeneinhalb Jahre Gefängnis im Raum, höchstens achteinhalb Jahre. Er gab über seine Anwälte, die Strafverteidiger Shervin Ameri und Philipp Janson, alles zu, entlastete sogar einen der Mitangeklagten, der nur ein „Läufer“ war. Also ein Helfer, der machte, was der Boss ihm sagte. Direkt zuvor hatten die zwei anderen ebenfalls vollumfänglich gestanden. Fragen würden allerdings keine beantwortet, sagten ihre Verteidiger Johannes Büttner und Michael Haizmann.

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Für Geständnisse hatte die zehnte Strafkammer des Regensburger Landgerichts den Mitangeklagten zwischen vier und fünfeinhalb Jahren angeboten. Auch sie stimmten der Verständigung zu. Im Fokus stehe für sie, so die Anwälte, die Möglichkeit einer Entzugstherapie. Doch das ist und bleibt vorerst offen – denn sogenannte Maßregeln dürfen per Gesetz nicht in Deals enthalten sein. Ob die Männer also eine Drogentherapie machen können, muss das Gericht entscheiden, wenn die Gutachter dazu angehört sind. Einfach ist das nicht: Die Regularien für solche Anordnungen waren Ende 2023 deutlich verschärft worden.

Urteil im Fall dürften wohl früher fallen, als geplant

Das ursprünglich vorgesehene Zeugenprogramm mit fünf weiteren Prozessterminen in dem Fall konnte wegen der Geständnisse deutlich abgespeckt werden – auch auf die verdeckten Ermittler, die sonst verkleidet per Videoübertragung aussagen hätten müssen, wurde von allen Seiten verzichtet.