„Falkenstein erwacht aus dem Dornröschenschlaf“: Marktrat besichtigt vier Großprojekte

Von Thomas Mühlbauer · 23. März 2025 um 19:00

Am Samstag machte sich der Marktgemeinderat zusammen mit Bürgermeisterin Heike Fries auf durch die Marktgemeinde Falkenstein, um vier Leuchtturmprojekte zu begutachten.

Die erste Station war das größte Projekt, welches jemals in der Gemeinde verwirklicht wurde, nämlich die Revitalisierung des Schröttinger-Areals. Hierzu führte Projektleiter Klaus Baumann die Räte durch die Gewölbe. Aktuell ist die Abbruchfirma dabei, das Gebäude zu entkernen. Welche Dimensionen die Maßnahme hat, werde daran deutlich, so Baumann einführend, dass die Entkernung bereits seit September letzten Jahres laufe.

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Der erste Weg führte in einen Raum, in dem bei der Entkernung eine alte Holzdecke freigelegt wurde, die erhalten bleiben soll. Demnächst beginnen laut Baumann die Aufbauarbeiten, so werde in das Innere des Gebäudes ein zweites Treppenhaus eingebaut.

Alle Gebäude entkernt

Das Schröttinger-Areal verfügt über mehrere Gebäude, die alle nach und nach entkernt wurden. Mitunter fand man unter den Böden bis zu einem halben Meter Pflasteraufbau vor. Der Dachstuhl des Gebäudes, so Baumann, stammt aus dem Jahr 1846, dieser werde ertüchtigt und bleibe in seiner Originalform erhalten. Das Gewölbe des ehemaligen Kommunbrauhauses, wo später ein Bürgersaal entstehen soll, stammt unter anderem aus dem Jahr 1680. Im Altbau des Schröttinger-Areals fand man eine Holzdecke, die erhalten bleibt.

Anschließend ging es für die Marktgemeinderäte in den Keller, wo eine Kegelbahn und ein Schießstand entstehen werden. Hierbei erläuterte Baumann, dass man im Keller noch einen Raum vorfand, den man so nicht auf dem Plan gehabt habe, sodass die Kellerräume nun sogar etwas größer würden als angedacht. Im Dachgeschoss entstünden zudem vier Ferienwohnungen. Im Anbau des Schröttinger-Areals seien sechs Familienwohnungen und sechs Seniorenwohnungen geplant.

Mit Blick in die Zukunft sagte Baumann, dass demnächst die Arbeiten beim Dachstuhl beginnen sollen, diese sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Mitte des Jahres solle dann der Innenausbau starten, der bis zum Sommer 2026 fertiggestellt werden solle. Anschließend starteten die restlichen Arbeiten, ehe das ganze Projekt bis zum Sommer 2027 abgeschlossen werden sein müsse, um die Förderungen nicht zu gefährden.

Bürgermeisterin Heike Fries zeigte sich beim Rundgang beeindruckt und sagte: „Es ist beeindruckend, was sich hier wöchentlich verändert.“ Denn bevor man hier einen Investor fand, war sie des Öfteren bei Besichtigungen zugegen. Und Fries zeigte sich überzeugt: „Das wird ein Schmuckstück im Ortskern, wir freuen uns darauf, denn es bietet einen absoluten Mehrwert.“ Fries dankte bei dieser Gelegenheit den Fachstellen, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben.

Nach der Besichtigung des Schröttinger-Areals ging es gleich um die Ecke weiter, wo das Schmalzl-Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu neuem Leben erweckt wurde. Nach dem Leerstand von knapp 20 Jahren werden hier durch Investor Alexander Sturm neun neue Wohnungen entstehen. Ab Mai kann hier gewohnt werden.

Neun neue Wohnungen

Die Wohnungen werden dabei komplett möbliert an die neuen Mieter übergeben. Die Räume in einigen Wohnungen sind dabei auch mit Holzdecken versehen, was die Konstruktion bis zu ein Fünftel leichter macht als herkömmliche Stahlbetondecken. Gebaut wurde dabei im Bestand, so Alex Sturm. Begonnen hatte man mit den Arbeiten im Frühjahr 2023, wo man bei den Abbrucharbeiten auf Lehmboden stieß. Im Haupthaus begann man im Frühjahr 2024 mit den Arbeiten.

Dass im Bestand gebaut wurde, lag auch an der Städtebauförderung, welche man dafür erhalten hat. Angeschlossen werden soll das Gebäude später an die Fernwärme von der BayWa. Bis dies geschehen ist, wird mit Gas geheizt. Wie aufwendig die Arbeiten teilweise waren, zeigte Sturm am Beispiel im Heizraum aus, wo die alten Gemäuer mit den Fugen noch zu sehen sind. Die Wohnungen, die auf drei Stockwerke verteilt sind, sind auch mit einem Aufzug versehen, so dass diese auch als barrierefrei gelten.

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Bürgermeisterin Fries sagte zu diesem Projekt: „Das Gebäude stand 20 Jahre leer und es galt auch mit als ein Schandfleck im Ortskern. Ich bin dem Investor sehr dankbar, dass er dieses Projekt in Angriff genommen hat und zu so einem Schmuckstück gemacht hat.“ So werde das Gebäude nun bald mit Leben gefüllt. Wie Sturm hierzu anmerkte, sind einige der Wohnungen noch frei.

Mit Blick auf das große Ganze sagte Fries: „Man merkt, Falkenstein erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Es ist wie ein Sechser im Lotto, wenn man zwei solche Projekt vorantreiben kann, die noch dazu sich im Herzen von Falkenstein befinden:“ Die Bürgermeisterin dankte dem Marktgemeinderat, der vor allem diese beiden Projekte mit vorangetrieben und unterstützt habe.

Fahrzeuge sind bereits in neues Feuerwehrhaus gezogen

Bei der Besichtigungstour stand neben den beiden Großprojekten auch noch ein Besuch bei der Feuerwehr Völling an. In das Gerätehaus sind mittlerweile auch die Fahrzeuge eingezogen, zudem fand hier auch die KLJB ein neues Zuhause. Wie Fries lobte, waren die Arbeiten mit viel Eigenleistung verbunden, welche von den Völlingern in hervorragender Art und Weise erbracht worden seien. Das Gerätehaus solle in diesem Jahr noch gesegnet werden. In Kürze würden nun die Außenarbeiten beginnen.

Letzte Station war das neue Sportheim des TSV Falkenstein, hier wurde an- und umgebaut. Im geschaffenen Mehrzweckraum können nun auch Kurse wie Zumba oder auch Tanzen angeboten werden. Wie Bürgermeisterin Fries sagte, sei hier ebenfalls mit ganz viel Eigeninitiative und Eigenleistung gearbeitet worden, und das Projekt stelle eine sinnvolle Investition dar. Nun gelte es, das neue Sportheim mit Leben zu erfüllen.

Projektleiter Klaus Baumann (l.) führte die Räte durch die Gewölbe des Schröttinger-Areals. Foto: Thomas Mühlbauer
Der Marktrat zeigte sich beeindruckt von den Bauarbeiten im Schröttinger-Areal Foto: Mühlbauer
Investor Alexander Sturm (l.) zeigte den Räten das zweite Projekt: das Schmalzl-Haus. Foto: Thomas Mühlbauer
Das neue Gerätehaus der FFW Völling Foto: Heike Fries
Der Mehrzweckraum im neuen Sportheim des TSV Falkenstein Foto: Heike Fries