Mordversuch in Hemau: Gibt es weitere Videos zu Angriff an der Tankstelle?

Erstmals sind Aufnahmen der Überwachungskameras vor Gericht zu sehen. Doch offenbar werfen die mehr Fragen auf, als sie beantworten. Im Auto eines der elf Angeklagten, sagten Ermittler, konnte eine Eisenstange sichergestellt werden – Tag 3 des Mammut-Prozesses im Schnelldurchlauf.
Auch aus den Videos der Kameraüberwachung einer Hemauer Tankstelle entstand im „Holodeck“ des Landeskriminalamts eine 3D-Rekonstruktion der Gewalttat von November 2023. Angeklagt ist diese als versuchter Mord. Im Prozess wurde besagte Rekonstruktion gleich zu Beginn heftig diskutiert – nun wurden die Überwachungsvideo erneut Thema vor Gericht. Standbilder davon lassen erste Rückschlüsse zu, warum das Ganze so umstritten ist: Die Videos werfen offenbar mehr Fragen auf, als sie beantworten.
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Elf Männer stehen in Regensburg vor Gericht, das sich für jeden der bislang 34 geplanten Sitzungstage zum Hochsicherheitstrakt verwandelt. Sie sollen sich laut Anklage verabredet haben, zwei andere zu töten. Auslöser soll ein Streit auf der Arbeit gewesen sein. Daran beteiligt waren die Geschädigten aber gar nicht, sondern sie sollen einem anderen zur Hilfe gekommen und so in den Fokus geraten sein. Für die Opfer endete das mit Knochenbrüchen, Kopfverletzungen samt Hirnblutung, Prellungen und Platzwunden.
Eisenstange im Kofferraum sichergestellt
„Das war schon sehr heftig“, sagte gestern ein Polizist, der am 6. November 2023 am Tatort war. „Sowas sieht man auch nicht jeden Tag, selbst als Polizeibeamter nicht.“ Er war zudem dabei, als eine Eisenstange im Auto eines Angeklagten sichergestellt wurde. Diese lag im Kofferraum. Ob darauf Spuren zu finden waren, blieb offen.
Klar wurde aber: Den Anwälten liegen die Aufnahmen von sechs Kameras vor. Doch mehr als das Ankommen von Fahrzeugen, laufende oder schlendernde Männer, teils mit Stangen oder Baseballschlägern bewaffnet, zeigen die Videos der Tankstelle nicht. Zu erkennen ist niemand. Der Angriff selbst spielt zudem außerhalb des Bereichs, den die Kameras erfassten.
Opfer schon vorm Angriff an der Tankstelle
Doch es gibt wohl mindestens eine, womöglich gar mehrere weitere Perspektiven und Kameras. Darauf deutet zumindest ein Standbild, das ein Polizist am Tatabend mit dem Handy dokumentiert hatte. Die Videos von dieser Kamera, betonte Strafverteidiger Prof. Dr. Jan Bockemühl, sind gar nicht in der Akte. Warum der Beamte die Aufnahme, die die Geschädigten rund 40 Minuten vor der Tat mit einem Dritten zeigt, überhaupt machte, konnte der nicht mehr sagen.
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In der Klinik hatten die zwei Opfer zu den Angreifern jenes verhängnisvollen Abends in Hemau laut den Angaben mehrere Polizisten keine Angaben machen wollen. Wohl aus Angst, wie ein Ermittler meinte, oder, wie ein anderer sagte, „um sich selbst nicht strafbar zu machen“. Aber auch das blieb zunächst offen. Womöglich aber nur bis 10. März – am nächsten Verhandlungstag sagen die Geschädigten als Zeugen aus.