Gastro-Karussell drehte sich fleißig: So läuft es bei den neuen Lokalen und Pächtern in Schwandorf

Von Hubert Heinzl · 27. Dezember 2024 um 05:00

In Schwandorfs Gastro-Szene hat sich in diesem Jahr einiges getan. Die älteste Eisdiele in der Großen Kreisstadt ist ebenso in andere Hände übergegangen wie die Kostbar. Es gab neue kulinarische Farbtupfer und eine Schließung. Ein Überblick.

Schwandorfs erste Eisdiele wechselte den Besitzer

Nach Jahrzehnten ging in der Schwandorfer Innenstadt Anfang des Jahres eine Familientradition zu Ende: Mauro De Pellegrin zog sich in den Ruhestand zurück und übergab das Traditionshaus am Marktplatz in neue Hände. Der Name des Eiscafés ist geblieben, doch der Inhaber ist ein anderer: Rosa Christiano hat den Betrieb übernommen, Liliane Mazzucco fungiert als Geschäftsführerin vor Ort.

Mauros Vater Michele De Pellegrin hatte 1956 das italienische Eis nach Schwandorf gebracht, der Sohn in den 90er Jahren die Verantwortung übernommen. Doch ein Nachfolger in der Familie war nicht in Sicht, und so zogen die Pellegrins nach Jahrzehnten einen Schlussstrich.

In der Kostbar gibt es nun italienische Küche

Ebenfalls einen Neuanfang gab es zum Jahresbeginn in der Kostbar an der Bahnhofstraße. Am 15. Januar übernahm Afrim Jashari nach längerem Leerstand das Restaurant. Der Nordmazedonier, der seit 2016 in Schwandorf lebt, hat hier lange als Kellner gearbeitet und sich mit der Kostbar nun den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt.

Geboten wird klassische italienische Küche von Bruschetta bis Sal-timbocca, statt der herkömmlichen Pizzen werden Pinsas auf dem Holzteller serviert. Inzwischen gehen viele Stammgäste in das Lokal, die rund 70 Sitzplätze sind nicht selten voll belegt. Urplötzlich aufgetauchte Gerüchte, man wolle wieder schließen, hat der Inhaber zuletzt heftig dementiert: „Wir werden weiter machen wie bisher“, bekräftigt Jashari.

Fronberger Kirwa war die große Bewährungsprobe

Auch der Kirwaverein Fronberg ist mit einem neuen Pächter ins neue Jahr gestartet. Seit dem 3. Januar ist Hayssam Darouiche in der Brauereiwirtschaft für den Service und die Küche verantwortlich. Der Gastronom, der seit seinem elften Lebensjahr in Deutschland lebt und aus der Landeshauptstadt München nach Fronberg kam, steht für eine Mischung aus orientalischer Gastlichkeit und deftigen bayerischen Schmankerln.

Schnitzel oder Würstel mit Kraut gibt es, aber auch Vorspeisen, wie sie im Nahen Osten serviert werden. Bei der Fronberger Kirwa im Oktober bestand Hayssam dann endgültig seine Bewährungsprobe. Bei der Noukirwa war Hubertus von Breidbach, der Vorsitzende des Kirwavereins, voll des Lobes für den neuen Wirt.

In der Hallenbad-Gastro setzt man auf den Sommer

Kein einfaches Terrain ist die Gastronomie im Hallenbad Dachelhofen, das bekanntlich im Sommer nicht geöffnet hat. Doch die neue Pächterin Tatjana Böhm will ihr Bistro und Café das ganze Jahr über aufsperren. Zurzeit gibt es im Foyer des Hallenbads erst mal eine kleine Auswahl an typischen Gerichten wie Currywurst, Schnitzel oder Salat.

Täglich können die Gäste unter drei verschiedenen Kuchen-Sorten wählen. Im Sommer soll der Betrieb über ein Eiscafé auf Touren gehalten werden. Denn damit hat die Wirtin noch von dem „Eis-Piraten“ an der Wackersdorfer Straße Erfahrung. Die Stadt will dafür sogar eigens eine kleine Terrasse als Freisitz errichten.

Wasabi Chef bringt Hauch von Fernost in die Stadt

Frisches Asia-Food bietet seit Herbst das neue Restaurant Wasabi Chef an der Pesserlstraße an. Angefangen haben die beiden Betreiber Eriks Mihailovs (33) und Ehefrau Sabine Mihailova, die ursprünglich aus Lettland stammen, mit einem Lieferservice.

Doch inzwischen ist auch das Lokal nahezu fertig eingerichtet. 64 Sitzplätze gibt es im Innenraum, dazu eine Sushi-Bar, an der Poke Bowls oder andere Köstlichkeiten frisch zubereitet werden. Die Auslieferungen wurden inzwischen auch auf das Städtedreieck ausgedehnt, wo etliche Kunden wohnen. Hier bringt der Zustelldienst Lieferando die Gerichte bis zur Haustür. In der näheren Umgebung, also in Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See, sorgen zwei eigene Fahrer für das Essen auf Rädern.

Im Balkan Grill arbeitet die ganze Familie zusammen

Im Sommer hat an der Naabuferstraße 3a der Balkan Grill auf gemacht – ein echter Familienbetrieb. Am Herd steht in seiner Freizeit Arber Krrakaj, der ansonsten bei Rädlinger Schweißroboter programmiert. Wenn viel los ist in dem kleinen Lokal mit vielleicht 25 Sitzplätzen, kommt Ehefrau Vildane von der nahen Spitzwegstraße und hilft, auch für Gemüse und Salate ist sie zuständig. Tochter Adea sorgt für die Buchführung, und in den Ferien packt auch Sohnemann Aulon mit an. Die Küche im Balkan Grill hält, was der Name verspricht. Es gibt vor allem Fleisch und Burger, Cevapcici natürlich, aber auch Geflügelschnitzel. Die Original-Rezepte hat Arber vor Jahren von einem alten Koch aus der Hauptstadt Pristina geerbt.

Traum von Sweet Dreams lebte nur ein paar Monate

Große Hoffnungen setzten Marion Weihrauch und ihr Lebensgefährte Waldemar Becker auf das Landesjugendamt, als sie im Juli vis-à-vis im ehemaligen Kirndorfer-Haus an der Spitalstraße ihr Waffelcafé „Sweet Dreams“ eröffneten. Doch die Mitarbeiter der Außenstelle in Schwandorf sind immer noch nicht eingezogen, und damit blieb auch der erwartete Ansturm auf Crêpes, Waffeln oder andere schnelle Gerichte aus, zumal sich auch die Laufkundschaft zwischen Beer-Kreuzung und Spitalkirche eher rar machte.

Im November zogen die beiden Betreiber schweren Herzens wieder die Reißleine, weil die Umsätze einfach nicht den Erwartungen entsprachen.

Deftige Küche serviert Arber Krrakaj im Balkan-Grill.
Die Kostbar an der Bahnhofstraße hat sich unter dem neuen Pächter Afrim Jashari in Schwandorf etabliert.
Im Wasabi Chef kann man jetzt auch drinnen sitzen.