Neuer Imbiss in Schwandorf: Balkan-Küche nicht weit vom Marktplatz

Von Hubert Heinzl · 30. Juli 2024 um 15:00

Neues Gastro-Angebot in der Schwandorfer Innenstadt: In der Naabuferstraße 3a, wo sich früher die Glücksspiel-Automaten drehten, hat vor kurzem der Balkan Grill aufgemacht. Am Anfang stand eine spontane Aktion.

Gekocht hat Inhaber Arber Krrakaj schon immer für sein Leben gern. Der 54-Jährige stammt aus dem Kosovo, lebt aber schon eine gefühlte Ewigkeit in Deutschland. Seit 1998 wohnt die Familie in Schwandorf, die Kinder gehen hier zur Schule und spielen Fußball beim SC Kreith-Pittersberg und SV Schwandorf-Ettmannsdorf. Arber ist bei der Firma Rädlinger beschäftigt, als Programmierer für Schweißroboter. Lange Jahre bis zur Schließung des Werks arbeitete er bei Fehrer in Wackersdorf.

In der Corona-Zeit, erzählt der 54-Jährige, hat er im kleinen Werkstatt-Raum in seinem Haus an der Spitzwegstraße eine Küche eingerichtet und Pizza oder Fleischspieße gekocht – für die Familie, aber bald auch für Nachbarn und Bekannte. Schließlich baute er sein Hobby zu einem kleinen Lieferservice aus.

Schwandorfer Mondscheinshopping brachte den Stein ins Rollen

Beim Gedanken, das Geschäft vielleicht zu vergrößern, spielte der Zufall eine große Rolle. Beim Mondscheinshopping im Oktober 2023, erzählt Krrakaj, war ein Essensstand kurzfristig ausgefallen. Markus Singer, ehemaliger Jugendleiter beim SC Kreith-Pittersberg und inzwischen bei der Stadt in der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Digitalisierung, fragte an, ob Arber nicht einspringen könne. Man kannte sich vom Fußball.

Der Mann aus dem Kosovo sagte zu und landete gleich einen Volltreffer: „In vier Stunden war alles weg“, erinnert sich der 54-Jährige. Und so beschloss die Familie, einen geeigneten Standort für einen Imbiss zu suchen und ein zweites Standbein aufzubauen.

Fündig wurden die Krrakajs in dem Leerstand an der Naabuferstraße, wo früher eine Spielothek betrieben worden war. „Eigentlich wollten wir im März starten, aber der Umbau hat sich hingezogen“, sagt Arber. Den Küchenbereich hat Krrakaj selber eingerichtet, das Mobiliar mit den fünf Tischen und vielleicht 25 Sitzplätzen ist vorerst geblieben. 60 Quadratmeter groß ist der Imbiss, „und wenn es gut läuft, nehmen wir vielleicht auch den Raum nebenan“, sagt Arber. Der steht nämlich ebenfalls leer und wartet auf eine neue Nutzung.

Der Betrieb in Schwandorf soll erst einmal anlaufen

Aber noch ist das Ganze ein Versuchsballon, soll der Betrieb erst einmal anlaufen. Immer am Nachmittag, wenn Krrakaj Feierabend hat, beginnt im Balkan Grill für den 54-Jährigen die zweite Schicht. Am Herd steht er selbst: „Das Fleisch ist meine Arbeit.“ Ehefrau Vildane hilft in der Küche mit und bereitet Salate oder das Gemüse vor. Und auch die Kinder gehen den Eltern zur Hand – zumindest in den Schulferien. Um den Imbiss zum Laufen zu bringen, haben sie sogar auf den Urlaub in der alten Heimat verzichtet.

Gekommen sind bisher vor allem Landsleute, aber auch Urlaubsgäste oder Einheimische, die einfach neugierig waren auf den neuen Gastronomiebetrieb. Und genau diese Mischung ist es, die Arber Krrakaj auch anstrebt.

Die Küche im Balkan Grill ist deftig. Zwar gibt es auch Bauernsalat oder traditionellen Weichkäse, doch dürften vor allem Fleisch-Fans auf ihre Kosten kommen. Es gibt Cevapcici und Burger, Geflügelschnitzel oder das traditionelle Hackfleischgericht Pleskavica. Die Rezepte, sagt Arber, hat ihm vor Jahren ein alter Koch aus der kosovarischen Hauptstadt Pristina verraten.

Der Inhaber ist auch der Koch. Sohn Aulon hilft in den Sommerferien ein bisschen mit.