Nach wenigen Monaten ist Schluss: Zwei Geschäfte in Schwandorfs Innenstadt machen dicht

Von Jan Lange · 7. November 2024 um 05:00

In mehreren Geschäften in der Schwandorfer Innenstadt stehen Veränderungen an. Während bei einem Betrieb wohl wirtschaftliche Gründe den Ausschlag gaben, war bei einem anderen Geschäft Unstimmigkeiten mit dem Vermieter der Anlass.

„Arabela’s Schnäppchen-Lader’l“ in der Friedrich-Ebert-Straße 1 sperrt zum 23. Dezember die Tür zu. Der Grund für die Schließung des Ladens, der seit Anfang März Kunden empfing, seien „unüberwindbare Differenzen mit dem Vermieter“, sagt Inhaberin Jirina Kapol. Mängel seien nicht abgestellt worden, kritisiert die 53-Jährige den Hauseigentümer.

So gebe es im gesamten Verkaufsraum keine funktionierende Steckdose, nennt Jirina Kapol ein Beispiel. Auch die Sicherung fliege immer wieder raus, so wenn sie früh das Licht im Geschäft anschalte und abends, wenn sie das Licht wieder ausmache, berichtet die Geschäftsfrau. Der Vermieter habe die Mängel bis zur Eröffnung des Ladens abstellen wollen, meint Jirina Kapol. Nun sei der Schnäppchenmarkt seit acht Monaten offen und die Mängel immer noch vorhanden, ärgert sie sich.

Mit der Miete nicht in Rückstand

Die Miete habe sie dennoch immer pünktlich und vollständig bezahlt, betont die 53-Jährige. Auf Nachfrage der MZ bestätigt der Vermieter, dass es bisher keine Mietschulden gebe. Gleichzeitig dreht er den Spieß um und kritisiert seinerseits seine Mieterin. Im Vertrag sei festgehalten worden, dass die Mieterin sämtliche Versicherungen für den Laden abschließen müsse. Er habe bis dato darüber aber noch keinen Beleg erhalten, so der Eigentümer.

Auf die Mängel angesprochen, verweist er ebenfalls auf den Mietvertrag. Darin sei festgehalten, dass die Mieterin die Kosten für Kleinreparaturen selbst tragen müsse – bis zu einer Höhe von acht Prozent der Jahresgesamtmiete.

Der Hauseigentümer verweist darauf, dass die Vormieterin von „Arabela’s Schnäppchen-Lader’l“ sieben Jahre lang ein Taschengeschäft in den Räumlichkeiten betrieben und es in dieser Zeit keine Probleme gegeben habe. Mit der jetzigen Mieterin habe es in sieben Monate dagegen so viele Vorkommnisse gegeben, dass er ihr nun fristgerecht gekündigt habe.

Von der Kündigung überrascht

Jirina Kapol sei nach eigener Aussage von der Kündigung überrascht worden. Zwar habe der Vermieter ihr gegenüber vor einigen Wochen mal geäußert, dass es besser wäre, wenn sie sich einen anderen Vermieter suchen würde. Da dieser Aussage erst einmal nichts folgte, habe sie es für erledigt gehalten, meint die 53-Jährige. Nun sei ihr aber die Kündigung in den Briefkasten und in den Maileingang geflattert. Am Anfang habe sie das sehr getroffen, mittlerweile habe sie sich aber damit abgefunden.

Der Umsatz sei gut gewesen und die Arbeit im Schnäppchenmarkt habe ihr auch Spaß gemacht, sagt Jirina Kapol. In den nächsten Wochen will sie die Waren im Laden mit Rabattaktionen noch unter die Kunden bringen. Nach der Schließung von „Arabela‘s Schnäppchen-Lader‘l“ will sie zunächst nur online weitermachen. Einen neuen Laden wird sie vorerst nicht eröffnen. Sie habe sich zwar andere Räumlichkeiten angesehen, doch die hätten nicht gepasst. Und eine andere Alternative mit einer so guten Lage und in der gleichen Größe zu finden, sei sehr schwer, meint die 53-Jährige.

Und auch ihr bisheriger Vermieter schaut sich um. Wenn künftig wieder jemand die Geschäftsräume in der Friedrich-Ebert-Straße 1 nutzen würde, wäre dies zum einen gut fürs Haus, zum anderen würde es auch die Innenstadt bereichern, steht für den Eigentümer fest.

Nun wird ein Nachmieter gesucht

Einen direkten Nachmieter habe er aber bislang noch nicht. Zwischen der Schließung des Taschenecks und der Eröffnung des Schnäppchenmarkts stand der Laden auch einige Monate leer. Das gilt auch für das Kirndorfer-Haus an der Spitalstraße. Lange waren die Geschäftsräume im Erdgeschoss verwaist, bis sie im Frühjahr endlich wieder belebt wurden. Das Waffelcafé „Sweet Dreams“ wurde eröffnet.

Lange hielten sich dessen Betreiber nicht: Das Lokal ist nach wenigen Monaten schon wieder geschlossen. Aus wirtschaftlicher Sicht habe es keine andere Option gegeben, informieren die Betreiber an der Eingangstür die Kunden. Sie bedanken sich „bei allen netten Menschen, die da waren und für die guten Gespräche“.

Die Fenster des Waffelcafés „Sweet Dreams“ sind bereits verklebt. Foto: Jan Lange