Worauf der Hänsn heuer hingefiebert hat: Musiker aus Rittsteig blickt zurück auf das Jahr

Von Sabrina Kauer · 24. Dezember 2024 um 19:00

Bei Plätzchen, Kaffee und der Darbietung seines eigenen Weihnachtsliedes „Lass d’Weihnacht in dein Herz hinein“ blickt Hans Christoph, den meisten eher bekannt als der „Hänsn vom Helmhof“ auf das Jahr zurück. Hänsn ist der Kopf der bekannten Waidler Countryband Ranchers aus Neukirchen beim Heiligen Blut (Landkreis Cham). Auf die Frage nach seinem persönlichen Höhepunkt in diesem Jahr hat er eine ganz klare Antwort parat.

Hänsn greift zu seiner Gitarre und spielt das Weihnachtslied an. „D’Lichter brennen in de Straßen, d’Auslag’n, de san übervoll. D’Leit, de hetzen durch die Gassen, do frag’ i mi scho, wos des soll. Riesengroße G’schenke kaufa, gricht wird alles nur zum Schein. ’S Fest der Liebe, des wird teuer, doch des kann net der Sinn der Weihnacht sein“, singt er.

Das beherrscht er nicht nur auf der Eckbank in seinem Wohnzimmer, sondern auch auf der Bühne vor vielen Zuhörern – etwa 700, um genauer zu sein. Die Rede ist dabei vom Konzert der Ranchers am 9. Mai in Neukirchen beim Heiligen Blut. „Mein absolutes Highlight dieses Jahr war natürlich unser Konzert zu unserem 35-Jährigen. Darauf haben wir Ranchers hingefiebert“, sagt Hänsn.

Ganzes Bierzelt voller Leute

Ein ganzes Bierzelt voller Leute, Hunderte geparkte Autos, lange Warteschlangen – das kommt dem 64-Jährigen in den Sinn, wenn er auf diesen Tag zurückblickt. „Es ist immer mein Traum gewesen, dass Leute wegen meiner Lieder kommen. Was mir immer im Kopf hängen bleiben wird: Du gehst auf die Bühne rauf, fängst an, ,Rocky Mountains’ zu spielen, und die Leute singen mit. Und das auch noch nach 35 Jahren. Das ist ein Wahnsinnsgefühl“, sagt Hänsn, der schon etliche Songtexte verfasst hat.

„Lass d’Weihnacht in dein Herz hinein und net bloß in dei Stub’n. Die staade Zeit is hektisch worn, Leit kehrts wieder um. Lass d’Weihnacht in dein Herz hinein, mach ganz weit auf des Tor. Dann wirst du sehn, dann wirst du spür’n der Heiland steht davor“, erklingt es weiter, während sich die Reporterin die Plätzchen schmecken lässt, die der Hänsn hingestellt hat.

„Die sind gut gell? Die sind von Lucki Maurers Schwiegermama. Ich mag besonders gerne die kleinen Nussecken“, sagt Hänsn. „Der Maurer Lucki hat uns (Hans Christoph und seine Lebenspartnerin Angelika Müller, Anm. d. Redaktion) heuer in seinen Stall zum Ringlstetter eingeladen. Ich hab’ mich natürlich gefreut wie d’Sau. Das war eine schöne Sache“, erinnert sich Hänsn, der nach eigener Aussage vor Jahren ein Lied für das Hotel Waldschlößl geschrieben hat, aus dem Ludwig (Lucki) Maurer stammt.

„Alle Jahre kommt sie wieder, die sogenannte staade Zeit. Wos d’Leit draus mochand, des is zwieda, nur Stress und Hektik weit und breit. Wos wirklich wert hot, kannst net kaufa, des griagst net für dei’ ganzes Geld. Allein nur G’sundheit, de is wichtig – und da Frieden für die ganze Welt“, singt Hänsn weiter. Die letzte Zeile im Refrain spricht an, was den Rittsteiger bewegt. „Was mich belastet sind die ganzen Kriege. Es ist absolut negativ, über das ganze Jahr hinweg. Dass die nicht aufhören...“, sagt er.

Auch die zunehmenden Naturkatastrophen sowie die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump beschäftigen ihn. „Da hast du schon Angst vor der Zukunft. Was der möglicherweise anstiftet... Wir sind zwar hier hinten auf dem Helmhof, da ist es schön, aber solche Sachen kannst nicht ausblenden“, sagt Hänsn und bezeichnet das Leben in Hinterhelmhof als „Privileg“.

„Lass d’Weihnacht in dein Herz hinein und net bloß in dei Stub’n. Die staade Zeit is hektisch worn, Leit kehrts wieder um. Lass d’Weihnacht in dein Herz hinein, mach ganz weit auf des Tor. Dann wirst du sehn, dann wirst du spür’n der Heiland steht davor“, ertönt ein weiteres Mal der Refrain.

90. Geburtstag seiner Mama

Zwischen vielen negativen Nachrichten und Ereignissen hat sich für Hänsn aber auch einiges Schönes ereignet, sagt er. Ein Beispiel: „Der 90. Geburtstag von meiner Mama. Es freut mich, dass sie daheim sein kann, weil ich sie pflege und versorge“, sagt Hänsn, der sich wünscht, dass das auch im kommenden Jahr der Fall ist. „Dass wir gesund bleiben, hat absolute Priorität. Ich wünsche mir aber auch, dass es mit der Musik so weitergeht“, sagt er.

„Darum öffnet eure Herzen, die Zeit is nimma weit. Ein Licht schickt uns der Herrgott in unsre Dunkelheit“, beendet der 64-Jährige sein Weihnachtslied.

Ein besonderes Erlebnis für Hänsn (Mitte) war das Ranchers-Konzert beim Jubiläumsfest des SKK Neukirchen. Foto: Ranchers
Seine Leidenschaft ist die Musik. Foto: Sabrina Kauer