Film über Sepp Maurer läuft bei großem Streamingdienst – Premiere lockt Promis nach Cham

Von Kilian Graef · 22. November 2024 um 19:00

Am 16. Dezember wird der Dokumentarfilm „Made in Hell“ über den Sportfanatiker Sepp Maurer, der unter anderem Rallye-Legende Walter Röhrl trainierte, in der CineWorld erstmals gezeigt. Zur Filmpremiere werden zahlreiche Prominente erwartet. Dann wird auch verkündet, welcher Streaminganbieter „Made in Hell“ ausstrahlt.

Sepp Maurer ist es gewohnt, von Journalisten-Augenpaaren angestarrt zu werden. Oft auch in seiner Sportschule auf der Höllhöhe in Neukirchen b. Hl. (Landkreis Cham), wenn er Spitzensportler oder selbst trainiert. Doch etwas ist anders am Freitagmorgen. Denn der Sportfanatiker kündigt im Randsbergerhof in Cham einen Film über sein Leben für den Sport und über die Sportschule Kinema an.

In der Sportschule hat er schon viele erfolgreiche Sportler wie Box-Weltmeister Robin Krasniqi, Rallye-Legende Walter Röhrl oder Profis des Eishockey-Erstligisten Straubing Tigers trainiert.

Die Aufregung steigt

Auch wenn man es ihm nicht ansieht: „Die Aufregung steigt schon“, sagt Maurer. Dabei steht er lässig, mit Händen in den Hosentaschen im Kinosaal der CineWorld und ist die Ruhe in Person.

Er hat den Film „Made in Hell“, der am 16. Dezember erstmals ausgestrahlt wird, noch nie komplett gesehen und will das bis zur Filmpremiere auch nicht nachholen. „Auch ich möchte mich überraschen lassen“, sagt Maurer. Er grübelt schon, wie der Film rüberkommt. „Kommt das schön rüber, blöd rüber, emotional rüber?“ Diese Fragen führen zur Aufregung. Dagegen hat auch Maurer noch kein Mittel gefunden. „Meine Freundin sitzt bei der Premiere hoffentlich neben mir, dann drücke ich ihre Hand und dann wird das hoffentlich funktionieren“, sagt der 45-Jährige.

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Der Film enthält Videoschnipsel, die bis in Maurers Kindheit zurückgehen. Seit etwa einem Jahr wurde intensiv gedreht. Die Idee einer Dokumentation über Maurer ist nicht neu. „Es gab schon öfter Anfragen von größeren Fernsehsendern“, sagt Diana Binder. Sie hatte zusammen mit Maurer schon das Buch „Made in Hell – der Weg zu deinem stärksten Selbst“ geschrieben und ist für die Produktion des Films zuständig gewesen. Die Anfragen der Fernsehsender lehnten sie ab, um den Film zusammen mit der Agentur bildschnitt TV auf eigene Faust im Landkreis Cham, Schweden, Großbritannien und Tschechien zu drehen. „Wir wollten es selbst in der Hand haben“, sagt Binder. Außerdem hätten alle im Team große Lust darauf gehabt, es selber zu machen.

Der Streaminganbieter wird geheim gehalten

So eine Filmproduktion ist teuer. Laut Maurer liegt der finanzielle Aufwand im sechstelligen Bereich. Die Frage der Finanzierung hatte sich jedoch relativ schnell geklärt. Ein großer Streamingdienst vermarktet die Dokumentation. „Den Namen können wir aus rechtlichen Gründen erst am 16. Dezember verraten“, erklärt Maurer. Ohne den Streamingdienst wäre der Dokumentarfilm aber nicht möglich gewesen.

Obwohl sich Buch und Film den Namen Made in Hell teilen, haben sie wenig miteinander gemeinsam. „Der Name ist der gleiche, aber der Film ist schon ganz was Eigenes“, sagt Maurer. Der Name solle vermitteln, dass er durch die Hölle gegangen sei – zum Beispiel, als er sich von seinem schweren Motocross-Unfall, der 28 Operationen in acht Jahren zur Folge hatte. Und dass seine Athleten durch die Hölle gehen. Außerdem stecke im Wort „hell“, auf Deutsch Hölle, ein Bezug zur Höllhöhe, wo die Sportschule steht.

Dass bekannte Sportler teils hunderte Kilometer in den Bayerwald fahren, um mit Maurer zusammenzuarbeiten, startete mit einer kuriosen Geschichte. Der Triathlet Dr. Franz Eckl wollte von Maurer, der damals nur mit Kraftsport und Steinheben in Verbindung gebracht wurde, vorbereitet werden. Er hatte ihn vermessen und getestet. „Dann habe ich ihm gesagt: Wenn du gut werden willst, dann darfst du nicht mehr laufen“, so Maurer. Ein Schock für den Triathleten und seine Trainer, aber er hielt sich an das dreimonatige Laufverbot. „Die Trainer kamen zu mir und fragten mich, ob ich es noch recht habe.“ Nach einem Jahr ist Eckl deutscher Meister in seiner Altersklasse (AK 45), dann Vize-Europameister und später schaffte es der Amberger sogar zur WM in der Triathlon-Langdistanz auf Hawaii. Für Maurer war Eckls Erfolg der Durchbruch.

Prominente Überraschung

Später kamen dann immer mehr Profisportler auf die Höllhöhe. Einige von ihnen werden bei der Filmpremiere dabei sein. Außerdem verspricht Binder prominente Gäste, deren Namen man aus Sicherheitsgründen noch nicht verkünden dürfe.

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Auch für die Öffentlichkeit wird es eine Stunde nach der Premiere um 18 Uhr die Möglichkeit geben, den eine Stunde und 15 Minuten langen Film zu sehen. Um die 900 Karten seien schon im Vorfeld vergeben worden. Die restlichen circa 200 Plätze würden in den nächsten Tagen online auf der Website der CineWorld verfügbar sein.

Sepp Maurers Werdegang

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Sepp Maurer kommt aus Neukirchen beim Heiligen Blut. Er war früh vom Sport, speziell vom Skifahren und Motocross, begeistert. Letzteres führte 2002, ein Jahr, nachdem er ein Fitnessstudio eröffnet hatte, zu einem schweren Unfall, bei dem er sich einen komplexen Drehungsbruch im Bein zuzog. Trotz 28 Operationen in acht Jahren und künstlicher Knieprothese bewegt er mittlerweile 320 Kilogramm im Kreuzheben und 325 Kilogramm Extragewicht bei der Kniebeuge. Noch bekannter ist allerdings seine Tätigkeit als Trainer. In der von ihm gegründeten Sportschule Kinema in Neukirchen b. Hl. begleitete er mehrere Weltmeister und Olympiateilnehmer auf ihrem Weg zum Erfolg.