Jetzt helfen Roboter auf dem Hof mit – Julia Deml ist Landwirtin in der Blabmühle bei Rötz

Julia Deml ist Landwirtin mit Herzblut. Die Bäuerin in fünfter Generation lebt in der Blabmühle bei Diepoltsried. Im vergangenen Jahr hat die Familie Deml einen neuen Stall für ihre mittlerweile 90 Milchkühe gebaut, Anfang dieses Jahres konnten die Tiere dort einziehen.
„Wir wollen uns zukunftsfähig aufstellen“, sagt Deml. „Wir wissen, dass wir hier in 30 Jahren noch Kühe melken werden.“ Deshalb wurde in den neuen Stall ordentlich investiert.
Die Familie hat, trotz viel Eigenleistung und Bauholz aus dem eigenem Wald, über eine Million Euro für den Bau aufgewendet – und dabei viel moderne Technik verbaut.
Das neue Gebäude sieht ein bisschen aus wie eine offene Halle: Nur Stützbalken und X-förmige Verstrebungen bilden die Außenwände. Bei schlechtem Wetter können hier Trennwände hochgefahren werden. Den Rest der Zeit haben die Kühe viel Licht und frische Luft. „Uns ging es um den maximalen Komfort für die Kühe“, sagt die 26-jährige Landwirtin. Und das hätten sie mit dem neuen Stall erreicht. „Es ist schön, die Kühe so entspannt zu sehen. Es gefällt ihnen gut hier drinnen“, freut sich Deml.
Weide für die Kühe im nächsten Jahr geplant
Abgeschlossen sind die Bauarbeiten aber noch nicht ganz. Neben dem neuen Stall wird gerade ein anderes Gebäude umgebaut. „Mein Vater hat den alten Stall vor 30 Jahren gebaut“, sagt Deml. Hier werde nun der Futtertisch verlängert, um mehr Platz für die Kühe schaffen zukönnen. Außerdem soll der neue mit dem alten Stall verbunden werden.
Die Kühe dürfen bei der Familie Deml generell frei herumlaufen. Trotzdem hat der Hof die Haltungsform 3. „Für Bio ist im Stall kein Unterschied, wir müssten bei den Kühen nicht viel verändern“, so Deml.
Für eine solche Haltungsform bräuchte es allerdings eine noch viel größere Weidefläche. „Wir haben die letzten Jahre die Erfahrung gemacht, dass die Kühe tagsüber echt nicht gerne rausgegangen sind,“ sagt die Diepoltsriederin. Ab nächstem Jahr wird es aber, neben dem ganzjährig begehbaren festen Laufhof, auch wieder eine Weide für die Kühe geben.
Das Gebäude der Blabmühle ist auf dem neuesten Stand der Technik: Zwei Melkroboter hat sich die Familie unter anderem zugelegt. Die Milchkühe können diese selbstständig benutzen.
Wenn sie gemolken werden möchten, betreten sie den Bereich des Roboters und bekommen als Belohnung, und zur Konditionierung, Kraftfutter.
Topmoderne Geräte
Der Melkvorgang verläuft komplett automatisch. Anhand von Chips, die an Halsbändern der Kühe angebracht sind, kann Deml die Daten ihrer Kühe überprüfen: Wie oft eine Kuh zum Melken geht, welche Kühe sich lieber nicht melken lassen, die Milchmenge pro Kuh, und ganz generell die Gesundheit der Kühe anhand von Indikatoren der Milch und Eutergesundheit.
Es gibt noch einen weiteren Roboter: Mit einem Futteranschieber wird der Futtertisch des Stalls sauber gehalten. Diese Tiernahrungsvorlage, die räumlich von Lauf- und Liegeflächen für die Kühe abgetrennt ist, wird mit Futter befüllt. Beim Fressen wird dieses dann von den Kühen weggeschoben und muss wieder an diese getragen werden. Der Futteranschieberoboter automatisiert diesen Arbeitsschritt.
Das ist aber noch nicht alles, was die Familie Deml geplant hat. Als große Herausforderung in naher Zukunft sieht Julia Deml die Beziehung, die die Bevölkerung zu ihrer Arbeit als Bäuerin hat: „Die Akzeptanz der Landwirte in der Bevölkerung fehlt“, sagt sie, „viele wissen nicht, wo die Lebensmittel herkommen, aber reden trotzdem mit, als würden sie es besser wissen.“ Deshalb plant Deml, in Zukunft mehr in Kontakt mit den Verbrauchern zu treten. „Wir wollen mehr mit Schulen machen“, sagt die studierte Landwirtin. Möglichkeiten wie ein Programm als ein Erlebnisbauernhof schweben ihr vor. Erste Schritte haben sie in der Blabmühle schon mit verschiedenen Hofführungen getan. Derzeit pausiere man damit aber wegen der Baustelle auf dem Hof.
Es gibt Käse am Hof
Es ist nicht das erste Mal, dass Deml eine Neuerung zur Blabmühle bringt. Schon 2022 kam sie, nach einem Aufenthalt auf einer Kärntner Alm, mit der Idee zurück, Käse herzustellen. „Mich hat fasziniert, was man aus der Milch alles machen kann“, berichtet Deml. Gesagt, getan: Seit 2022 verkauft die Blabmühle nicht nur Milch, sondern auch verschiedene Käsesorten, Joghurt und Quark. Mit der extra gebauten Käserei kam auch ein Hofladen in die Blabmühle. „Das ging damals Hand in Hand“, erinnert sich Deml.
Die Resonanz auf den Laden sei durchwegs positiv: „Den Leuten gefällt es auch, einfach auf den Hof zu kommen.“ Vielleicht hilft der ja dabei, den Leuten die Landwirtschaft näher zu bringen.
