Tipps und Tricks gibt’s von Lucki Maurer: Zandter Metzger will sich eigene Wagyu-Herde aufbauen

Das Fleisch von Wagyu-Rindern steht in der Metzgerei von Josef Landstorfer in Zandt im Landkreis Cham hoch im Kurs: „Bis aus Regensburg kommen die Kunden“, erzählt er. Diese Kunden sind sich einig: Es ist den Preis wert. Bisher kam die edle Ware von den Wagyu-Rindern von „Fleischpapst“ Lucki Maurer aus Schergengrub, in ein paar Jahren wird der Lieferweg noch kürzer sein.
Landstorfer baut sich seine eigene Herde auf, die auf dem Hof eines befreundeten Landwirts nur etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt grast. Die ersten vier Tiere sind schon da, um die 20 sollen es einmal werden, so der Metzgermeister.
Den Wunsch nach eigenen Tieren der Rinderrasse mit ursprünglich japanischer Herkunft hatte Landstorfer schon länger. „Ich habe ja gesehen, wie es bei Lucki Maurer läuft, wie gut das Fleisch schmeckt und wie hoch die Nachfrage ist“, berichtet er. Gescheitert war das Vorhaben bisher daran, dass er nicht die nötige Fläche gefunden hatte, die groß genug wäre, damit die Tiere genügend Auslauf haben und die zugleich möglichst nahe an seiner Metzgerei und seinem Gasthaus im Zandter Ortskern liegt.
„Sind sehr gerne draußen“
Auf dem Hof der Familie Höpfl in Riedhof ist er dann aber fündig geworden. Auf der Weide können sich die Tiere jederzeit frei bewegen. Ein Unterstand wurde gebaut, den die Tiere nutzen können, wenn sie schlafen wollen oder es ihnen draußen zu unwirtlich ist. Was aber sehr selten der Fall ist, wie Franz Höpfl bereits festgestellt hat: „Sie sind sehr gerne draußen. Ich glaube, das Klima und die Umgebung bei uns taugen ihnen.“ Nur gegenüber Menschen, die sie nicht kennen, seien sie etwas scheu, „aber das sind sie einfach noch nicht gewohnt“.
Die Tiere, die vom Vornagelhof in Jungingen kommen, brauchen wenig Aufsicht und sind pflegeleicht, sind sich Landstorfer und Höpfl einig. Da die Rinder viel draußen sind und ausreichend Bewegung haben, seien sie fit und hätten ein robusteres Immunsystem – das spare so manchen Tierarztbesuch. „Sie können sich ja auch selber entscheiden, ob sie viel draußen rumlaufen oder mal einen ruhigeren Tag einlegen“, sagt Höpfl mit einem Schmunzeln.
Auch der größte Tipp von Maurer an Landstorfer sei schlicht gewesen: „Einfach mocha – da Rest kimmt vo selba“ – so sei es in Schergengrub auch gewesen und habe bestens funktioniert.
„Das wird ein Bombenfleisch“
„Das wird ein Bombenfleisch“, ist sich Landstorfer sicher, bis es aber bei ihm in den Laden kommt, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. 400 Kilo Schlachtgewicht sollen die Tiere einmal haben, vier Jahre will der Metzgermeister sie deshalb stehen haben. Das Warten lohne sich, ist er sicher, auch wenn die Tiere erst einmal eine hohe Investition seien, die sich erst später auszahle. Wenn es so weit ist, die Ringer zu schlachten, geschieht das stressfrei direkt auf der Wiese, erläutert Landstorfer. Das sei sowohl für die Tiere besser als auch für die Qualität des Fleisches. „Das wird einem dann aber sicher schon schwerfallen, nach vier Jahren Abschied zu nehmen“, blickt er voraus.
Bis dahin können die Rinder aber das Leben auf den Feldern bei Riedhof genießen, künftig auch gemeinsam mit den Jersey-Kühen der Familie Höpfl. „Anfangs haben wir sie noch auseinandergetan, aber normalerweise ist das gar kein Problem, die vertragen sich sehr gut“, sagt Franz Höpfl.
Eine große Besonderheit seiner Jersey-Kühe sei, dass sie die sogenannte A2-Milch geben. Diese kann für Menschen, die an einer Milcheiweiß-Unterverträglichkeit leiden, verträglich sein. Mitte Januar wird der erste Käse aus der Milch fertig und werde dann ausschließlich in der Metzgerei Landstorfer sowie in den Automaten dort zu kaufen sein, berichtet er.
Lob vom Bürgermeister
Zandts Bürgermeister Hans Laumer freut sich, dass die Wagyus nun in seiner Gemeinde zu Hause sind. Geboren, aufgewachsen, geschlachtet und verkauft in Zandt: „Regionaler geht es nicht“, lobt er das Engagement des Metzgers vor Ort. Für die „blühende Gemeinde“ sei dies ebenso ein Gewinn wie die spezielle Milch vom Höpfl-Hof. „Wir sollten wertschätzen, was wir hier alles haben“, so der Rathaus-Chef.
Waren rund um die Uhr in zwei Automaten
Kein „Ladenschluss“: Wer Lust auf Getränke, Wurst, Suppen, Leberkäse oder anderes hat, kann sich jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit an zwei Automaten bedienen, die Josef Landstorfer bei seinem Wirtshaus aufgestellt hat.
Schon gut nachgefragt: „Der Bedarf ist da, sowohl bei unseren Appartement-Gästen als auch bei den Einheimischen“, hat er in der kurzen Zeit, in der es die Automaten gibt, schon festgestellt.
Die Verkaufsschlager: Unter den Verkaufsschlagern seien unter anderem Spaghetti Bolognese oder auch ein Leberkäse, der geöffnet im Glas im Ofen frisch rausgebacken wird. Aber auch Thai Curry oder anderes werde gut nachgefragt.
Angebot wechselt im Sommer: Im Sommer werden die Automaten dann, angepasst an die Jahreszeit, mit anderen Waren bestückt.
Zahlung mit Karte: Bezahlt werden kann ausschließlich mit Karte.
Automatische Meldungen: Geht ein Produkt dem Ende entgegen, bekommt er automatisch eine Meldung und kann wieder auffüllen, „man muss also nicht immer nachschauen“.
