Kult-Band wagt sich wieder auf die Bühne: Die Ranchers spielen im Mai in Neukirchen b.Hl. Blut

Die bekannte „Waidler Countryband“ aus Neukirchen b.Hl. Blut (Landkreis Cham) tritt am 9. Mai (Vatertag) im Festzelt der Neukirchner Sportkegler in ihrer Urbesetzung auf – 35 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Kassette. Dabei erinnern die Ranchers „an a scheene Zeit mitanander“ und an Sologitarrist Wolfgang „Gang“ Kerscher, der 2022 verstarb.
„I tramp’ amoi af Nashville und sing an Country Song. I trink’ a frische Hoibe in an schain’ Saloon“, singen die Ranchers beim Treffen mit unserer Zeitung – eine Kostprobe davon, was das Publikum am 9. Mai zu hören bekommt. Denn die bekannte „Waidler Countryband“ aus Neukirchen b.Hl. Blut tritt am Vatertag im Festzelt der Neukirchner Sportkegler in ihrer Urbesetzung auf – 35 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Kassette.
Ein Rückblick: Der Anfang der Country-Band liegt im Jahr 1987, erzählt Hans Christoph (63) im Interview. Die meisten werden ihn wahrscheinlich eh nur als „Hänsn“ kennen, weiß er aus Erfahrung. Damals hätten einige Mitglieder der späteren Ranchers schon gemeinsam musiziert. Hänsn sei anfangs alleine unterwegs gewesen – mit eigener Musik und selbst geschriebenen Texten über die Heimat. Irgendwann habe er sich dann mit „den anderen“, darunter Hänsns Bruder Sepp Christoph, zusammengetan.
Zeitrechnung der Ranchers ab 1989
Die „Zeitrechnung“ der Ranchers beginnt erst 1989, sagt Hänsn. „Wir gehen immer von der ersten aufgenommenen Kassette aus.“ Die grüne Kassette mit einem Foto der fünf Ranchers in der Urbesetzung – Hänsn, Sepp Christoph, Reinhard Baumann, Joachim Plager und Wolfgang „Gang“ Kerscher – in rosaroten Hemden und dem Aufdruck „Meine Rocky Mountains ist der Osser“ brachte den Durchbruch.
Nachdem der Produzent Günther Behrle den Musikträger in die Hände bekommen hatte, wartete 1991 ein Plattenvertrag auf die Ranchers. „Er hat den Erfolg gerochen, weil’s alles eigene Lieder waren“, sagt Hänsn.
Viele Fernsehauftritte, aber dennoch von der Plattenfirma „fallen gelassen“
Daraufhin folgten zahlreiche Fernsehauftritte, beispielsweise bei Achims Hitparade oder in der Hitparade der Volksmusik mit Carolin Reiber. „Wir sind damals gut im Rennen gewesen“, erinnert sich Hänsn.
Nichtsdestotrotz konnten die Ranchers nie in einer Fernsehsendung gewinnen, weswegen sie von der Plattenfirma „fallen gelassen“ wurden, weil die Verkaufszahlen nicht stimmten, sagt Hänsn. Darauf sei bald die Auflösung der Waidler Country-Band gefolgt.
Mitte der 90er Jahre habe es eine Neubesetzung gegeben. Dazu gehörten Sigi Kerscher (Bass), Alfred Dauer (Sologitarre), Edi Gerl (Stilgitarre), Sepp Christoph (Schlagzeug), Sonja Aschenbrenner (Keyboard, Akkordeon) und Hänsn (Rhythmusgitarre). In dieser Konstellation musizierten sie 15 Jahre lang. Das letzte Konzert spielten sie 2007 im Kult-Country-Lokal Christl in Arnschwang.
Die Zeit verging, bis Regina „Krüml“ Schindlatz, eine gute Freundin der Ranchers vom Stammtisch Buslinie Tradt, die Urbesetzung dazu animierte, wieder einmal ein Konzert zu spielen. „Da war ich skeptisch und hab gesagt: Wer soll denn da nach 30 Jahren noch kommen. Die Leute kennen uns ja gar nicht mehr“, sagt Hänsn.
Doch Krüml überzeugte, und so luden sie im Namen der „Hobo Veranstaltungs Gbr Konzert im Woid“ im Oktober 2019 zum musikalischen Wiedersehen in Krüml’s Tradtstubn in Neukirchen b.Hl. Blut – ein Wiedersehen mit Gänsehaut, erinnert sich Hänsn.
Lange Schlangen vor dem Zelt trotz Kälte
30 Jahre nach Erscheinen der ersten Kassette standen die Ranchers nun wieder in ihrer Originalbesetzung auf der Bühne. Die anfängliche Skepsis von Hänsn: unberechtigt. „Die Leute standen in einer Schlange vor dem Zelt, obwohl’s so kalt war. Drinnen war alles voll. Es war so viel los, dass die Leute wieder heimfahren mussten“, sagt Krüml. „Es war ein Erfolg. Am Ende gab’s Standing Ovation im ganzen Zelt“, erinnert sich Sepp Christoph. „Da hat’s dir d’Hoor aufg’stellt. Ich war sprachlos und hab’ fast nicht mehr singen können. Vor allem, als alle bei ‚Rocky Mountains’ mitgesungen haben. Sogar ein kleiner Bub hat die Lieder gekannt“, sagt Hänsn. Die Ranchers hätten an diesem Abend Generationen zusammengebracht – der jüngste Zuhörer sei fünf Jahre alt gewesen, der älteste 85.
Erinnerung an Wolfgang „Gang“ Kerscher
Es wurde vereinbart, von da an alle fünf Jahre ein original Ranchers-Konzert zu spielen. Heuer ist es am 9. Mai wieder so weit, wenn der SKK Neukirchen b.Hl. Blut sein 50. Vereinsjubiläum abhält und dadurch schon für ein Festzelt als Austragungsort gesorgt ist.
„35 Jahre die original Ranchers – Erinnerungen an a scheene Zeit mitanander“ heißt die diesjährige Veranstaltung. Erinnern wollen die Ranchers und die Veranstalter vor allem an Wolfgang Kerscher, „ihren Gang“. Das Bandmitglied aus der Urbesetzung ist 2022 gestorben. „Vor allem der Gang war so begeistert, dass wir in ein paar Jahren wieder auftreten. Er hat sich so darauf gefreut, und jetzt ist er gestorben“, sagt Hänsn. Im Herzen der Bandmitglieder und auch auf der Bühne ist Gang trotzdem dabei, denn die Ranchers werden ein Erinnerungsfoto von ihm auf einem Hocker platzieren. Beim Konzert wird Edi Gerl den musikalischen Teil von Gang übernehmen.
Unter anderem gibt es Autogrammkarten und Krüge mit Aufdruck
Die Vorbereitungen für den Auftritt im Mai laufen. Krüml kümmert sich derzeit unter anderem um die Autogrammkarten oder die Krüge mit Zinndeckel und Aufdruck, die es beim Konzert zu kaufen geben wird. Die Proben der Ranchers beginnen nach dem Fasching, wenn einige Mitglieder nicht mehr anderweitig eingespannt sind. „Dann werden wir schon jedes Wochenende proben, damit das Ganze Hand und Fuß hat“, sind sich Sepp und Hänsn Christoph sicher.
Das Konzert
Die original Ranchers spielen am 9. Mai (Vatertag) im Festzelt des SKK Neukirchen b. Hl. Blut. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Im Vorverkauf kosten die Karten 15 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Erwerben kann man sie in Krüml’s Tradtstubn, in der Pizzeria Zum Lederer oder im Internet bei OK-Ticket oder NT-Ticket. Infos gibt es unter Tel. 0175/ 6914297 oder unter www.facebook.com/konzertimwoid.
