Hänsn präsentiert CD – Der Musiker vertonte zwölf Biografien

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. August 2023 um 05:00

„Erinnerungen“ titelt das neue Album von „Hänsn“ Hans Christoph, der im Rahmen des 60. Gründungsfestes des SV Rittsteig mit zwölf vertonten Biografien zurückblickte auf seine musikalische Vergangenheit.

Es sind Titel dabei aus seiner Zeit mit den „Ranchers“ sowie Lieder, die er für andere Künstler geschrieben hatte sowie Songs, die neu oder unveröffentlicht sind. Dabei war es ihm wichtig, dass sie alle im Country-Style erscheinen. Der Abend mit CD-Präsentation füllte das Festzelt und sogar im Freien drängten sich die Zuhörer, um Country-Musik made in Bayern zu erleben.

Die Fangemeinde wächst

Seit mehr als 30 Jahren startet und beendet seine Erkennungsmelodie „Meine Rocky Mountains“ die Live-Auftritte des heimatverbundenen Sängers. Hänsn, der Waidler-Cowboy, bekundete seine besondere Bindung zum Sportverein, in dem er im Alter von 14 Jahren voller Eifer das Fußballspielen erlernte. Eine Hommage an seine Mutter war die drängende Bitte, die er vor 50 Jahren an sie richtete: „Mama, bitte kauf mir Cowboystiefel“.

In der „Steel Guitar Melodie“ rückt das elektrische Zupfinstrument als typisches Country-Element in den Mittelpunkt des Stücks. In dem unveröffentlichten Lied aus 1990 geht es um alleinerziehende Mütter, die es nicht immer leicht haben.

Wer als Pendler unterwegs ist und auf der Heimreise den Hohenbogen sieht, der weiß: „endlich wieder da Bayerwoid, endlich wieder dahoam“. Fernfahrer, die freitags wieder ihre Heimat ansteuern, spüren den „Hoamatwind“. Der Leitzins ging zwar in die Höhe, aber er erreicht noch immer nicht die 40 Prozent vom Schwirza-Geist, deshalb „leg ich mein Geld in Promille an“. Hänsn empfand es als Ehre, auf Wunsch von Thomas Schmatz für den Hohenbogenchor das Lied „Mitt’n drin im Bayerwoid“ zu komponieren.

2022 war ein Jahr mit Höhen aber auch Tiefen, wie dem Tod der Musiker Hias Baumgartner und Wolfgang Kerscher, denen er das nächste Stück „Wie a Baum im Wind“ widmete. Seit er vor drei Jahren für eine Challenge eines Tiroler Senders nominiert wurde, erkannte Hans Christoph die große Resonanz auf seine Musik auf Facebook. Inzwischen wartet seine Fangemeinde auf regelmäßige Beiträge als Gredbankerlmusikant und erfreut sich daran. Dabei erinnerte er sich an die Worte seines Großvaters „Kauf dir doch das Lied der Nachtigall.“

Aus dem Repertoire des Ranchers stammt auch das Lied „A Lagerfeuer und a Kist’n Bier“, wofür sich der Liedermacher eigens eine Mundharmonika anschaffte. Das letzte Stück des Albums ist ein Liebeslied an unsere „Woidhoamat“ und unterstreicht das Motto von Häns: „Der Mensch muss irgendwann gehen, aber seine Lieder die bleiben.“

Publikum schien begeistert

Möglich gemacht hatte ihm diese Studio-Aufnahme Willi Fankhauser. Großer Dank ging auch an seine Musiker Sonja Aschenbrenner (Akkordeon, Keyboard, Gesang), Sepp Christoph (Schlagzeug, Gesang), Edi Gerl (Steel Guitar, Dobro), Jürgen Kuchler (Bass, Gesang) und Willi Fankhauser (Lead Gitarre, Rhythmus Gitarre, Gesang). Als Gastsänger dabei war Gerhard Koller (vom Rittsteiger Dreig’sang). Für das Design sorgte Tanja Brandl.

Lob verdiente Tontechniker Dominik Freimuth. Während die Songs der neuen CD per Half-Playback die große Fangemeinde begeisterten, sorgte nach der Pause ein Live-Teil mit Hänsns Musikerkollegen für Stimmung im Publikum.

Eifrig nutzten die Country-Fans die angebotene Hänsn-Autogrammstunde. Glücksfee Emilia zog die Gewinner, die sich jeweils über eine von fünf neuen CDs freuten, und deren Erlös Hans Christoph – Sänger der ehemaligen Ranchers – für die Bewohner des Seniorenheims Sankt Benediktus in Bad Kötzting spendete. Einen Tonträger erhielten Resi Müller (Hanger), Doris Breu (Eschlkam), Wurm Josef (Gleitsbach), Werner Brandl (Vorderbuchberg) und R. Cannizzaro (Miltach).

Ohne Hänsn würde dem Bayerischen Wald viele schöne Lieder fehlen, so die einhellige Meinung aus dem Publikum. Insbesondere die gefühlvolle Melodie vom „Waidler-Herz“ avancierte im Bayerischen Wald rasch zur Hymne, da begnadete Blasmusiker die Noten speziell auch für Flügelhorn und Klarinette umgeschrieben haben. Insgesamt traf Hänsn mit seiner CD-Präsentation ins Schwarze und zauberte gute Laune unter das faszinierte Publikum, welches erst nach einigen Zugaben den musikalischen Abend ausklingen ließ.