Chamer Stadthallen: Noch kein neuer Pächter für die Gastronomie in Sicht

Am 9. Juli 2023 ist die Abgabefrist für Bewerber um die Gastronomie der Stadthalle verstrichen. Doch der Briefkasten der Stadt blieb leer: Es gab keine neue Bewerbung um die Stadthallengastronomie. Daher hat die Stadt die Frist kurzerhand verlängert – und zwar, ohne ein Enddatum festzulegen. „Noch bis nach den Sommermonaten können sich Interessenten bewerben“, sagt Bürgermeister Martin Stoiber auf Nachfrage.
Die Frist hatte Mitte Mai begonnen, nachdem die beiden jetzigen Pächter ihren Rückzug zum 31. März 2024 angekündigt hatten. Stephan Fischer und Manuel Mühlbauer, die Inhaber des Chamer Stadthallen-Restaurants Fischerman‘z und die Betreiber des Caterings für die Stadthalle selbst, wollen zum 31. März 2024 aufhören.
Zumindest das Restaurant wollen sie ab dem 1. April des kommenden Jahres nicht mehr weiterbetreiben. Für das Catering an sich wollen sich schon bewerben, kündigten sie im Mai an. Das ist möglich, denn es gibt gleich drei Alternativen, um sich mit einem Konzept für die Stadthallengastronomie zu bewerben. Entweder man will alles übernehmen – das Catering für Halle und die Restaurantbewirtschaftung – und bewirbt sich darum.
Drei Möglichkeiten
Das hätte für die Stadtverwaltung und das Hallenmanagement einen gewissen Charme der kurzen Wege, denn es gebe dann nur einen Ansprechpartner. Wenn es solch einen Bewerber gebe und sein Konzept stimmig sei, sei das eine gute Lösung, so Stoiber im Gespräch. Doch der Stadtrat habe zwei weitere Möglichkeiten aufgemacht: Es gibt eben auch die Möglichkeit, sich allein um das Catering zu bewerben, wie auch die Chance, nur für die Gastronomie des Restaurants seinen Hut in den Ring zu werfen.
Stoiber erklärt das fehlende Interesse auch mit der Lage der Gastronomie und der Wirtschaft allgemein. Es fehle überall an Arbeitskräften – das war letztlich auch ein Grund für die jetzigen Pächter, die Segel zu streichen und 2024 den Rückzug anzutreten. Sie haben vor allem das Catering im Auge, wo sie bereits für Chamer Schulen und deren Mittagsverpflegung engagiert sind. Zumindest ein Bewerber für den nach Ansicht der Stadtverwaltung und Bürgermeister Stoiber wichtigsten Teil, das Catering der Halle, wofür es Extra-Räumlichkeiten und eine Extra-Cateringküche gibt, wäre gesichert, wenn die bisherigen Pächter der Gesamtgastronomie bei ihrer Ankündigung bleiben, sich für das Catering bewerben zu wollen. oder eben gar schon beworben haben. Wobei die Antwort des Bürgermeisters auf die Frage, wie es um Bewerbungen stehe, lautet: „Wir suchen weiterhin Interessenten für das ganze Objekt, wie auch für die einzelnen Bereiche!“ Er hoffe, dass es bereits bis zur Stadtratssitzung im September erste Ergebnisse gebe, so Stoiber.
Bewerbungsende nicht fix
Sollte es „am Ende des Tages“ doch ganz viele Bewerber geben, müssten die Konzepte entscheiden und die Stadt den heraussuchen, der am besten zu ihr passe, sagt er. Wobei das „Ende des Tages“ offen ist, denn ein festes Bewerbungsende ist von der Stadt nicht festgelegt. Es sehe den Restaurantbereich durchaus als interessante Location für Gastronomen, der überschaubar sei und aus dem etwas gemacht werden könne.
Wie andere Restaurantbetreiber auch im Landkreis zeigen würden, komme es nicht auf den Platz an, sondern auf die Qualität des Essens, einen guten Service oder auf einen besonderen Wirt. Dann entwickle ein solches Restaurant Strahlkraft auf die Gäste, egal wo es sei. Bürgermeister Stoiber ordnet solch ein ansprechendes Lokal in der Stadthalle auch als einen wichtigen weichen Faktor für die Stadt der Zukunft im Wettbewerb der Kommunen ein. Es gehe darum, möglichst attraktiv zu sein und zu werden, um junge Menschen und Familien anzuziehen, um etwa der Prognosestudie, die einen erheblichen Arbeitskräftemangel für 2035 in vielen Regionen vorhersagt, ein Schnäppchen zu schlagen. Cham müsse eine gewisse Anziehungskraft ausstrahlen und dafür Entsprechendes bieten, wie etwa Freizeitangebote für junge Menschen, attraktive Grünanlagen oder auch schöne Kinderspielplätze. Wenn Menschen vor der Entscheidung stünden, wo sie hingehen sollen, würden solche Mehrwert-Faktoren den Ausschlag geben, ist sich Stoiber sicher: „Wer neu baut, sucht sich den Platz genau aus, etwa nach Busverbindungen oder der Qualität des Umfelds.“ Und dazu zähle auch eine funktionierende Gastronomie, etwa in der Stadthalle. Und er hoffe, dass sich noch einige Gastronomen interessieren und bewerben, um 2024 dort zu starten.
Stadthalle Cham
Jubiläum: Die Stadthalle Cham hat in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Doch sie hat schon zwei Pächter der Gastronomie gesehen und wartet nun auf den dritten.
Start: Hans Jürgen und Thomas Ammer aus Straubing waren die ersten, die sich hier ab 2018 versuchten und eine Siebenjahresvertrag unterzeichneten. Das „ka:m by AMMER“ währte nicht lang. Im März 2019 übernahmen die jetzigen Pächter Stadthalle und Catering.