Cave Gladium: spektakuläre Vielfalt und tausende Besucher in der Drachenstichstadt

Mittelalterfreunde fiebern dem Wochenende entgegen. Am Freitag um 14 Uhr betreten die Businenbläser des Spielmannszugs Grenzfähnlein die Bühne eins auf dem Gelände des Cave Gladium. Eines der größten Mittelalterfeste Deutschlands beginnt.
Schon im April beginnen auf dem Gelände an den Chambauen die Arbeiten. Jedes Wochenende trifft sich dort ein Organisationsteam aus zwölf bis 15 Leuten und beginnt die Vorbereitungen für das, was jetzt in ein spektakuläres Mittelalterfest mündet. „In den letzten zwei Wochen waren wir eigentlich jeden Tag da“, sagt Jürgen Friedl vom Organisationsteam und ergänzt: „In der ganz heißen Phase müssen alle mithelfen.“ Das heißt, Freunde, Verwandte, Vereine, alle die anpacken können und wollen sind willkommen.
Ein großes Lager und viele Besucher
Kein Wunder, schließlich kann das Cave Gladium mit gewaltigen Zahlen aufwarten. Rund 100 Händler und 800 bis 1000 Lagernde bevölkern das Gelände. „Viele sind schon am Wochenende vorher zum Großen Historischen Festzug gekommen.“ 300 bis 500 schätzt Friedl, reisen schon während der Woche an. „Manche verbringen ihren Urlaub bei uns.“ Weit über Bayern und Deutschland hinaus schallt der Ruf der Further Mittelalterfreunde. „Gäste aus Tschechien, Österreich, Schweiz, Italien, die Niederlande können wir auf unserem Fest regelmäßig begrüßen“, sagt Friedl. Bis zum Sonntag finden Schwertkämpfe, Bogenschießen und Feldschlachten statt, es geht zum Teil ganz schön ruppig zur Sache. Aber Säbelrasseln ist nur ein kleiner Teil des Wochenendes. Der Spaß und die Freude am Gemeinschaftserlebnis sollen vor allem im Vordergrund stehen. Musik und Gaukler, Feuershows und Lagerleben, es wird ein dichtes Programm geboten. Das ist auch der Grund, warum Jahr für Jahr rund 10000 bis 13000 Besucher den Weg nach Furth im Wald auf‘s Cave Gladium finden. „Ganz genau können wir es gar nicht sagen, weil wir ja nur die zählen, die Eintritt bezahlen.“ So haben zum Beispiel Kinder bis zu einer Größe von 1,2 Metern freien Eintritt.
Doch Friedl vermutet weitere Gründe, warum die dreitägige Veranstaltung so gut bei den Gästen ankommt. „Viele sagen uns, dass das Fest im Vergleich zu anderen ein besonderes Flair hat.“ Die Liebe zum Detail, die Kleinigkeiten sind es, die zur Atmosphäre beitragen. Statt schlichten Biergarnituren werden im Gastrobereich urige Holzbänke und -tische aufgebaut. Viele kleinere und größere Bühnen sorgen dafür, dass immer und überall etwas zu sehen und zu erleben ist. Es gibt selbstangefertigte Hinweisschilder oder das Seil auf dem Weg zur Toilette, das mit dem Hinweis versehen ist: „Nicht ziehen“. Friedl grinst, „natürlich ziehen die meisten daran, genauso, wie sie bei einem anderen Schild das untersagt nach oben zu schauen, es gerade tun.“ Dieser Spaß an Kleinigkeiten, die Liebe zum Detail und die Begeisterung, der sich das Team verschrieben hat, machen für Friedl den Unterschied aus. „Außerdem“, sagt er, „haben wir immer ein besonderes Angebot an Speisen und Getränken.“ Es gibt Met, besondere Fischspezialitäten, ein großes vegetarisches Angebot oder auch die Knödeley. Wie der Name schon verrät gibt es dann auch einfach mal „nur“ Knödel mit Soße. „Uns ist dabei vor allem auch Regionalität wichtig. Wir schauen, dass das Angebot möglichst aus der nächsten Umgebung kommt.“
Cave Gladium wurde im Jahr 2003 gegründet
Start für das Cave Gladium war im Jahr 2003, eigentlich würde man dieses Jahr also 20-jähriges Jubiläum feiern. „Aber natürlich hat auch uns Corona zwei Jahre geklaut“, so Friedl. Macht aber nichts, die Mannschaft um Vereinsvorsitzenden Daniel Reitmeier ist noch lange nicht müde, dann wird Jubiläum eben in zwei Jahren gefeiert
