Reiner Wiedenbauer und Florian Meier leiten seit einem Jahr die PI Schwandorf: Anzahl der Einsätze größer als gedacht

Von Caroline Keller · 21. Dezember 2024 um 05:00

Nunmehr seit einem Jahr sind Erster Polizeihauptkommissar Reiner Wiedenbauer und Polizeihauptkommissar Florian Meier die Chefs der Polizeiinspektion Schwandorf. Für Wiedenbauer war die neue Dienststelle noch ein unbeschriebenes Blatt, Meier kannte sie schon wie seine Westentasche. Beide sind zufrieden mit ihrem ersten Jahr als Dienststellenleiter, auch wenn das Thema Bahnhof immer mal wieder Sorgenfalten verursacht.

Reiner Wiedenbauer hatte vor seinem Dienstantritt in Schwandorf nur wenige Berührungspunkte mit der Stadt. „Ich bin absolut unvoreingenommen hierher gekommen und habe eine hervorragende Dienststelle gefunden“, sagt er. In seiner Antrittsrede wünschte er sich, dass ihm sein neuer Einsatzbereich ans Herz wachse. Und das sei auch so passiert:„Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht.“ Jedoch habe er die Anzahl der Einsätze in seinem Zuständigkeitsbereich Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See unterschätzt.

Für Florian Meier ist der Dienststellenbereich zwar nicht neu, dafür aber seine Aufgabe. Er war vorher zwölf Jahre lang als Dienstgruppenleiter tätig. Seine neuer Job bedeutete für ihn einen Wechsel vom Schichtdienst auf Streife in den sogenannten Tagdienst. „Das ist schon immer mein Wunschposten gewesen, da dieser viel zu bieten hat“, erklärt der Vizechef stolz.

Ein sehr junges Team

Was beiden viel Freude in ihrer Dienststelle bringe, seien die jungen und motivierten Kollegen. „Wir sind schon fast so etwas wie eine Ausbildungsdienststelle“, sagt Wiedenbauer mit einem Schmunzeln. Der Altersdurchschnitt liege, wie Wiedenbauer schätzt, bei 22 Jahren. „Es kommen junge und vor allem in der Theorie gut ausgebildete Kollegen zu uns. Bei uns lernen sie dann die Praxis auf der Straße im Streifendienst.“ Vor allem die Einsatzdichte komme den jungen Polizisten zugute.

Stichwort Einsätze: Der Bahnhof und das Supermarkt-Areal an der Paul-von-Denis-Straße hinterlassen bei den Bürgern ein ungutes Gefühl. Sowohl Wiedenbauer als auch Meier betonen mehrmals, dass es sich bei den beiden Gegenden nicht um Brennpunkte handle. „Es sind Stellen in Schwandorf, die bei den Bürgern ein blödes Gefühl hervorrufen. Die Einsatzzahlen zeigen jedoch keine Auffälligkeiten“, gibt Wiedenbauer Entwarnung. „Schwandorf ist eine sichere Stadt.“

Dass die Polizei am Bahnhof beispielsweise mehr Präsenz zeige, soll der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit geben. „Wir wollen sie aber auch nicht mit unsere Anwesenheit zu sehr belasten, damit sie nicht ängstlich werden“, ergänzt Meier. Der Bahnhof ziehe als Drehkreuz in der Oberpfalz ein „gewisses Klientel“ an. „Aber das ist auch in größeren Städten wie Nürnberg so. Bahnhöfe sind immer ein Bereich, wo sich sozial Schwächere aufhalten“, erklärt Wiedenbauer.

Allgemein gebe es in der Großen Kreisstadt keine Auffälligkeiten bei Straftaten. Schwandorf liege, wie die beiden Polizisten betonen, im bayernweiten Vergleich in einem guten Bereich. „Wir haben zum Beispiel keinen Mord gehabt“, sagt Wiedenbauer erleichtert. Auch verzeichne die Polizeiinspektion laut Wiedenbauer tolle Fahndungserfolge.

Ein Vorfall, der vor allem Meier im vergangenen Jahr im Gedächtnis geblieben ist, war die Festnahme von zwei Autoaufknackern. Das Duo hatte in Fronberg 25 Fahrzeuge aufgebrochen. Weil ein aufmerksamer Anwohner die Polizei verständigt hatte, konnte einer der beiden Diebe gefunden und festgenommen werden.

Worüber sich beide Polizisten einig sind, ist, dass ihnen ihr Beruf „unwahrscheinlich viel Spaß“ mache. Wiedenbauer spricht dabei auch die Zukunft der Polizei in Bayern an: „Die Dienststelle soll peu a peu moderner gemacht werden. Zum Beispiel werden Anzeigen mittlerweile digital aufgenommen.“ Durch die Digitalisierung werde auch den Beamten im Streifendienst die Arbeit erleichtert. Auch solle in Zukunft der Schichtdienst für junge Polizisten attraktiver gestaltet werden – etwa längere Ruhezeiten zwischen den einzelnen Diensten. Auch solle Müttern der Widereinstieg erleichtert werden. Das werde die Polizei in den nächsten Jahren beschäftigen.

Für ihre Polizeiinspektion Schwandorf wünschen sich die beiden Chefs, dass ihre Kollegen immer gesund aus den Einsätzen zurückkommen. Wiedenbauer wünscht sich speziell, dass die Personaldecke ausgewogener wäre. „Eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Kollegen wäre wünschenswert.“ Den beide Altersgruppen könnten voneinander lernen.

Wunschzettel für 2025

Auf Meiers Wunschzettel stehe, dass die Bürger die Polizei wieder stärker als ihren Freund und Helfer ansehen. „Dafür müssen wir natürlich auch unser Fingerspitzengefühl wahren. Ich denke aber, wenn die Leute merken, dass wir unseren Job mit Leidenschaft machen, dass sich das auf sie auch auswirkt“, erklärt der Polizeihauptkommissar.

Entwicklung der Straftaten am Bahnhof

Körperverletzung: 10 (2022), 14 (2023), 12 (2024)

Gefährliche Körperverletzung: 1 (2022), 3 (2023), 2 (2024)

Sexuelle Belästigung: 1 (2022), 0 (2023), 0 (2024)

Sexueller Übergriff: 1 (2022), 0 (2023), 0 (2024)

Delikte bezüglich Betäubungsmittel: 14 (2022), 27 (2023), 9 (2024)

Raub: 1 (2022), 0 (2023), 1 (2024)

Diebstahl: 5 (2022), 15 (2023), 14 (2024)