Reiner Wiedenbauer ist der neue Leiter der Schwandorfer Polizei

Amtswechsel bei der Polizeiinspektion Schwandorf: Nach rund sechs Monaten, in denen Michael Duschl die Dienststelle kommissarisch geleitet hat, übernimmt jetzt Reiner Wiedenbauer das Amt. Der Erste Polizeihauptkommissar bringt viel Erfahrung mit.
Für die feierliche Amtsübergabe war die Spitalkirche fast komplett gefüllt. Zwischen das Meer aus blauen Uniformen gesellten sich zahlreiche Ehrengäste, so etwa Landrat Thomas Ebeling, Oberbürgermeister Andreas Feller sowie die Bürgermeister von Wackersdorf und Steinberg am See, Thomas Falter und Harald Bemmerl. Auch Vertreter von Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Bundespolizei, Feuerwehr, BRK und THW waren dabei.
Lob für Vorgänger Michael Duschl
Der Oberpfälzer Polizeipräsident Thomas Schöniger würdigte zunächst die Arbeit von Michael Duschl, der die Inspektion während der vergangenen sechs Monate geführt hat. Der Oberkommissar absolvierte einen Aufstieg in die vierte Qualifikationsebene, früher als höherer Dienst bekannt. Dafür konnte er in Schwandorf seine Führungskompetenz unter Beweis stellen. Und das, so Schöniger, mit Erfolg: „Sie haben die Erwartungen vollumfänglich erfüllt.“ Duschl habe die Herausforderungen angenommen und gemeistert. Mehr noch, mit seiner Arbeit habe der Oberkommissar dafür gesorgt, dass die Bürger Vertrauen in die Polizei haben, sagte Schöniger und erinnerte unter anderem an die Aktion „Coffee with a Cop“, die im August in Schwandorf stattfand.
Von der Arbeit in der Großen Kreisstadt zeigte sich Schöniger ebenfalls beeindruckt. Allein 2022 habe es im Bereich der Inspektion 1835Straftaten gegeben, die in 79 Prozent der Fälle aufgeklärt worden seien. Zum Vergleich: Die bayernweite Aufklärungsquote liegt nur bei 64,4 Prozent, die der Oberpfalz bei 70,8Prozent. „Die Kollegen leisten eine sehr gute Arbeit“, lautete daher sein Fazit.
Mit diesem Lob übernimmt Duschl nun eine neue Aufgabe bei der Polizei. „Für mich persönlich war es eine superschöne Zeit in Schwandorf“, sagte der Oberkommissar. Obwohl er nun wieder in seiner Heimatstadt Regensburg arbeiten könne, verabschiede er sich doch „mit etwas Wehmut“ aus der Stadt.
In seiner Abschiedsrede dankte Duschl allen, mit denen die Polizei zusammengearbeitet hat – von der Stadt und dem Landratsamt über die Hilfsorganisationen bis zur Staatsanwaltschaft und den Gerichten. Vor allem aber dankte er seinen Kollegen aus Schwandorf für ihren täglichen Dienst, für den Umgang untereinander sowie die offenen Worte.
Ein Polizeichef mit viel Erfahrung
Doch jetzt geht der grüne Stift, mit dem die Dienststellenleiter traditionell unterschreiben, in neue Hände über. Seit 1. November leitet Reiner Wiedenbauer die Geschicke der Inspektion. Der Vater zweiter Kinder ist verheiratet, lebt in Freudenberg im Landkreis Amberg Sulzbach – und hat viel Erfahrung gesammelt: Seit 1988 ist der heute 53-Jährige bei der Polizei und kann auf zahlreiche Stationen zurückblicken, so war er unter anderem für mehrere Jahre als Dienstgruppenleiter bei der Polizei Amberg tätig. Zuletzt leitete er das Kommissariat 2 bei der Kriminalpolizei Amberg, das für Eigentumskriminalität zuständig ist.
Das Amt als Dienststellenleiter, so Polizeipräsident Schöniger, sei „eines der schönsten Ämter“, das die Laufbahn bei der Polizei zu bieten habe – „aber auch eines der verantwortungsvollsten“. Er trage nun die Verantwortung für die Mitarbeiter und die Bürger. Ingesamt ist die Inspektion für über 37000 Menschen zuständig. Mit Wiedenbauer habe man einen erfahrenen Polizisten gewinnen können, der sich durch sein „breitgefächertes Wissen und seinen großen Erfahrungsschatz“ auszeichne. „Ich bin mir sicher, dass Sie für die kommenden Aufgaben bestens gerüstet sind.“
Für ihn persönlich sei es eine große Sache, das Amt zu übernehmen, sagte Wiedenbauer. Dienststellenleiter zu sein, ist nach seiner Einschätzung die Königsdisziplin in der Polizei, In seiner Antrittsrede sprach der 53-Jährige – ein „Polizist mit Leidenschaft“, wie er sich nannte – von Veränderungen in der Gesellschaft. Die Polizei müsse neue Wege gehen und moderner werden. Eine gute Führungskraft, so sieht es der Polizeichef, müsse den Kolleginnen und Kollegen Raum schaffen, damit diese kreativ sein könnten – auch mit dem Ziel, in der Dienstverrichtung und Sachbearbeitung moderner zu werden. Ein ehrlicher Umgang miteinander und Fleiß sind ihm wichtig.
Wiedenbauer selbst will bis zu seiner Pension in Schwandorf bleiben, also mindestens sieben Jahre. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem, dass die Kollegen immer gesund aus dem Einsatz zurückkehren. Zudem solle der Bereich Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See ein Platz sein, „der liebens- und lebenswert“ ist, der sicher ist.
Florian Meier ist nun Vize-Chef der Polizei Schwandorf
„Es soll keine Angst und Furcht geben. Aber dazu brauchen wir eine starke Polizei, eine präsente Polizei“, sagte er. Dafür sei das entsprechende Personal wichtig. Persönlich wünschte sich Wiedenbauer, dass ihm der Zuständigkeitsbereich ans Herz wächst.
Gemeinsam mit Wiedenbauer wurde auch ein neuer Stellvertreter ins Amt eingeführt: Denn Franz-Xaver Michl, der zuletzt vier Jahre das Amt als Vize inne hatte, wechselt ins Polizeipräsidium Oberpfalz. Für ihn übernimmt Florian Meier, der während der vergangenen zwölf Jahre als Dienstgruppenleiter tätig war. Er ist seit 2012 in Schwandorf und für die Beamten daher kein Unbekannter.