Franz Wenig ist nun offiziell Chef der PI Burglengenfeld – Präsident würdigt die Arbeit vor Ort

Dutzende uniformierte Einsatzkräfte drängten am Dienstagnachmittag in den Saal des historischen Rathauses Burglengenfeld. Der Hintergrund des vermeintlichen Großeinsatzes war kein Notfall, sondern ein feierliches Ereignis: Franz Wenig (50) wurde in sein Amt als Chef der Polizeiinspektion im Städtedreieck eingeführt.
Damit verbunden war auch der Abschied zweier Führungskräfte. Erster Polizeihauptkommissar Heiko Sedelmaier (58) und Kriminalhauptkommissar Sebastian Lintl (33), die die Dienststelle seit Mai 2020 beziehungsweise Mai 2022 geführt hatten, haben sich neuen Aufgaben zugewendet. Sedelmaier ist laut Polizeipräsident Thomas Schöniger nun in Regensburg „oberster Verkehrspolizist“ im Präsidialbereich; Lintl hat ein Masterstudium begonnen, das ihn unter anderem an den Tatort-Drehort Münster führen wird.
An dem Festakt im Rathaussaal nahmen neben Vertretern der Blaulichtorganisationen auch Repräsentanten der Justiz und der Kirche teil. Seitens der Politik waren stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl (CSU) sowie mehrere Bürgermeister erschienen. Landtags- und Bundestagsabgeordnete hatten sich entschuldigt.
Das Städtedreieck und Nittenau arbeiten gut zusammen
Alle, die sich Zeit genommen hatten, brachten durch ihre Präsenz ihre enge Verbundenheit zur PI Burglengenfeld zum Ausdruck, konstatierte der Leiter der Polizeistation Nittenau, Bernhard Voith. Musikalisch bereichert wurde die Feierstunde durch das Klarinettenquartett des Polizeiorchesters Bayern.
Auch Polizeipräsident Schöniger freute sich über die Wertschätzung, die die Gäste der Polizei entgegenbrachten, und untermauerte durch Zahlen, dass die Inspektion Burglengenfeld überdurchschnittlich gute Arbeit leistet. Die Statistik für das vergangene Jahr weise nicht nur eine beachtliche Aufklärungsquote aus. Sie belege auch, dass es im Städtedreieck besonders sicher sei. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl würden nämlich deutlich weniger Straftaten begangen als im Oberpfälzer oder landesweiten Schnitt.
Das habe, so Schöniger weiter, verschiedene Gründe. Ein ganz wesentlicher sei das fruchtbare Zusammenspiel zwischen der Inspektion Burglengenfeld und der Station Nittenau. Hier werde stets professionell und mit hohem Engagement gearbeitet. „Sie sind ein gutes Team. Machen Sie weiter so!“, appellierte der Präsident an seine Kollegen.
Ein Lob richtete er auch in Richtung Staatsanwaltschaft und Gerichte, die der Polizei den Rücken stärkten, und an die Sicherheitswacht, die vor 16 Jahren im Städtedreieck gegründet wurde.
Ferner skizzierte Schöniger die beruflichen Werdegänge jener, die die Inspektion Burglengenfeld zuletzt geprägt haben. Er erklärte dabei auch, weshalb Sedelmaier, der ursprünglich als Dauerlösung gedacht gewesen sei, doch wieder „abgeordnet“ wurde und nicht mehr zurückkehrte. In Burglengenfeld habe sich der 58-Jährige durch seinen besonders menschlichen Führungsstil ausgezeichnet, sagte Schöniger.
Der neue Polizeichef Franz Wenig kommt ursprünglich aus Zwiesel
In kürzester Zeit habe sich Sebastian Lintl als Führungskraft bewährt, erklärte der Präsident. Seine Aufgaben habe er mit sicherer und ruhiger Hand bewältigt. In besonderer Erinnerung werde ihm wohl die Serie von Sachbeschädigungen durch Graffiti bleiben, die über viele Monate für Unmut sorgte – dann aber geklärt wurde. Der Tatverdächtige, so Schöniger weiter, sei von Franz Wenig festgenommen worden, dem zum 1. September die Leitung der Inspektion übertragen wurde.
Der gebürtige Zwieseler arbeitete unter anderem beim Landeskriminalamt und gehörte elf Jahre dem Team des Gemeinsamen Zentrums an, in dem Oberpfälzer und tschechische Beamte kooperieren. In Burglengenfeld habe Wenig nun eine herausragende Position übernommen, sagte Präsident Schöniger. Die Aufgabe sei eine der schönsten, die bei der Polizei zu vergeben sei.
Personalratsvorsitzender Christian Kiener beschrieb Wenig als „besonnen, gradlinig und loyal“ sowie als „Typen mit Ecken und Kanten“, der eine eigene Meinung habe, aber auch andere gelten lasse. Das möglicherweise schönste Kompliment erhielt der neue PI-Chef indes von Sedelmaier: „Du passt wie kaum ein Zweiter in diesen Dienstbereich.“
Die Polizei ist nur Teil eines Netzwerks – die Zusammenarbeit laufe gut
Der Erste Polizeihauptkommissar betonte ferner, die Polizei sei nur Teil eines Netzwerks und daher auf die Unterstützung durch Partner angewiesen. Glücklicherweise sei die Polizei im Städtedreieck aber bestens in die Organisationen eingebettet, schloss Lintl nahtlos an. Mit Sorge registrierte der junge Beamte allerdings die zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Einsatzkräfte.
„Nur gemeinsam sind wir stark“, merkte auch der neue Polizeichef an. Das habe sich erst im Juni beim Brand in einem Gewerbegebiet von Maxhütte-Birkenzell gezeigt. Für die Zukunft wünschte sich Wenig, dass es durch das Knüpfen freundschaftlicher Beziehungen gelinge, Mauern in den Köpfen wieder abzubauen, und dass die Kollegen von ihren Einsätzen stets unversehrt zurückkehrten.
