Der Sport führte ihn einst zur Polizei: Das ist Schwandorfs neuer Polizeichef

Von Johannes Hartl · 14. November 2023 um 05:00

Die Schwandorfer Polizei hat wieder einen neuen Chef: Nach sechs Monaten unter Michael Duschl leitet künftig Reiner Wiedenbauer die Geschicke der Inspektion. Der 53-Jährige hat viel Erfahrung – und ein klares Ziel für seine Arbeit in der Großen Kreisstadt sowie in Wackersdorf und Steinberg am See.

Dass sein Vorgänger nur sechs Monate in Schwandorf war, liegt an seinem Aufstieg in die vierte Qualifikationsebene. Dafür musste der Oberkommissar mehrere Stationen absolvieren – so auch in Schwandorf. Dort durfte der 32-Jährige unter Beweis stellen, dass er Führungsaufgaben übernehmen kann. Duschl war im Mai auf Armin Kott gefolgt, den langjährigen Schwandorfer Polizeichef, der die Inspektion rund zwölf Jahre lang geprägt hatte. Es war damals das Ende einer Ära.

Mit Leidenschaft bei der Polizei

Mit Wiedenbauer übernimmt nun ein Polizist die Inspektion, der bereits auf 36 Dienstjahre zurückblicken kann. Der Erste Polizeihauptkommissar lebt in Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach und pendelt jeden Tag nach Schwandorf. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Im Jahr 1987 ging Wiedenbauer gleich nach der Schule zur Polizei. Einer seiner Gründe: Die Möglichkeit, dass man viel Sport machen kann. Nach der Ausbildung war es damit zwar recht bald vorbei, als es in den Schichtdienst ging.

Aber Wiedenbauer ist bis heute froh, sich für diesen Beruf entschieden zu haben. Auch deshalb sagt der 53-Jährige: „Ich bin leidenschaftlicher Polizist.“ Er selbst lege viel Wert auf Gerechtigkeit – das sei einer seiner Charakterzüge, sagt Wiedenbauer.

Während seiner 36 Berufsjahre hat er viele Stationen bei der Polizei durchlaufen. Er war bereits in Nürnberg und Freising, am Flughafen in München und bei der Polizei in Amberg. Rund 20 Jahre hat der 53-Jährige im Schichtdienst gearbeitet − auch als Dienstgruppenleiter. In den vergangenen sechseinhalb Jahren war er bei der Kriminalpolizei in Amberg. Zuletzt hatte er dort die Leitung des Kommissariats 2 inne, das unter anderem für Eigentumskriminalität zuständig ist.

Jeder soll sich sicher fühlen können – und zwar überall

Nach Schwandorf hat ihn sein Dienst bisher noch nicht geführt. Die Dienststellenleitung ist zugleich seine erste Aufgabe in der Großen Kreisstadt. Aber darin sieht er auch einen Vorteil, denn: „Ich kann da ganz unvoreingenommen meinen Dienst beginnen.“ Fürs Erste steht vor allem das Kennenlernen im Fokus, der Austausch mit den Kollegen, die in der Stadt tagtäglich ihren Dienst versehen.

In Schwandorf selbst sei die Kriminalität zwar nicht so hoch, sagt Wiedenbauer. Meist bewegen sich die Delikte im Bereich der Kleinkriminalität. Allerdings habe er während seiner Zeit in Amberg über Funk durchaus mitbekommen, dass Schwandorf „nicht immer eine ruhige Stadt“ ist. Kein Wunder, denn: „Wo fast 30.000 Leute auf einem Fleck sind, da gibt es nicht nur Anständige.“ Vor allem die Straßen- und Rauschgiftkriminalität sei ein Thema. Beides würde sich teils überlappen – so zum Beispiel, wenn sich Abhängige Geld für Drogen besorgen wollen.

Als Leiter der Inspektion hat Wiedenbauer ein klares Ziel. Egal, ob in Schwandorf, Wackersdorf oder Steinberg am See: „Mir ist wichtig, dass wir eine präsente Polizei sein wollen.“ Die Beamten sollten in der Öffentlichkeit nach dem „alten Bild“ als Freund und Helfer wahrgenommen werden. Auch auf die Prävention will der 53-Jährige ein starkes Augenmerk legen – bei Senioren genauso wie bei Kindern und Jugendlichen.

Sein Ziel ist, dass Schwandorf eine liebens- und lebenswerte Stadt bleibt. Und er sagt: Niemand solle das Gefühl haben, dass man sich in bestimmte Straßen oder an bestimmte Orte nicht trauen kann. Das wolle die Polizei mit ihrer Arbeit sicherstellen.

Anspruchsvolle Aufgabe rund um Schwandorf

Bleibt die Frage: Warum wechselt man von der Kriminalpolizei nach Schwandorf, um eine Inspektion zu leiten? „Ich bin jemand, der es nicht ruhig mag“, sagt der 53-Jährige. Im Gegenteil, er mag Veränderungen und schätzt die Herausforderung, die sich als Leiter einer Dienststelle mit über 50 Polizisten bietet. Zumal Inspektionsleiter bei der bayerischen Polizei eine der anspruchsvollsten Aufgaben sei, wie er sagt.

Anders als Duschl, der für seinen Aufstieg nur vorübergehend in Schwandorf auf Station war, wird Wiedenbauer länger bleiben. Die Dienststellenleitung ist voraussichtlich sein letzter Posten. Im Normalfall würde er im Alter von 60Jahren in die Pension gehen, sagt er. Das bedeutet, der 53-Jährige wird wohl mindestens die nächsten sieben Jahre in der Großen Kreisstadt seinen Dienst versehen – möglicherweise auch länger.