Herausforderungen: Sorge in Rötz um Arbeitsplätze wegen Insolvenz – Thamerbräu im Fokus

Von Stefanie Bauer · 11. Dezember 2024 um 11:00

Der letzten Stadtratssitzung im Jahr schließt sich traditionell die Weihnachtsfeier der Stadt an – dieses Jahr gab es dort eine kleine Überraschung.

Nachdem die Agenda im Stadtrat rasch abgearbeitet war (dazu folgt ein gesonderter Bericht), schloss die Sitzung mit der Weihnachtsansprache des Bürgermeisters. „Auch 2024 haben wir gemeinsam für Rötz sehr viel bewegt“, sagte er an die Stadträte und Ortssprecher gerichtet. Aus gesellschaftlicher Sicht seien die Althistorische Rötzer Fasenacht, das Heimatfest, das Märchen, der dritte Schwarzwihrberglauf und der Christkindlmarkt Besuchermagneten und Highlights gewesen. Ein Dank gehe an die Vereine und Ehrenamtlichen, die diese Veranstaltungen schwerpunktmäßig getragen hätten. Er dankte auch Stadtbauhof und Touristbüro für ihren Einsatz.

Bedeutende Bauprojekte

Bei den Bauprojekten wurde die Dorferneuerung Bernried samt Neubau der Ortsdurchfahrt abgeschlossen. Bei der zweiten bedeutenden Baustelle, dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses Rötz, erfolge aktuell der Innenausbau.

Vor Weihnachten werde der Außenbereich asphaltiert, und der Umzug der ersten Fahrzeuge in den Neubau soll erfolgen, so dass die FFW Rötz im Winter die Umbaumaßnahmen für die Schlauchpflegeanlage durchführen könne. Im Frühjahr 2025 werde voraussichtlich die Einweihung stattfinden.

Bei der Quellerschließung am Frauenstein wurde vor kurzem ein Durchbruch erzielt. Die Sanierung der Schule samt Einbau einer Kinderkrippe und Bau der Ganztagesbetreuung wird laut Spindler die nächste Großbaustelle, die die Stadt in den kommenden zwei Jahren beschäftigen wird.

Außerdem informierte der Bürgermeister über den abgeschlossenen Breitbandausbau im Stadtgebiet. Für den Ausbau in den noch nicht mit Glasfaser versorgten Ortsteilen laufe die Ausschreibung des Eigenbetriebs Digitale Infrastruktur des Landkreises. Die Vergabe ist für Mitte Dezember angekündigt. Mit dem Ausbau solle im Frühjahr 2025 begonnen werden. Plangemäß sei bis 2026 die gesamte Gemeinde fast 100 Prozent mit Glasfaser erschlossen. 2024 konnte wieder eine Stabi-Hilfe in Höhe von einer Million Euro eingeworben werden. Diese Unterstützung bringe die Chance, im neuen Jahr die notwendigen Investitionen trotz Haushaltskonsolidierung angehen zu können, so Spindler.

Künftig würden die finanziellen Spielräume der Kommunen aber sicher kleiner werden. Der Bürgermeister ging auf die weltpolitische Situation mit Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten, den „zu erwartenden weiterhin hohen Migrationsdruck auf Deutschland“ und „umstrittene Entscheidungen und Versäumnisse auf Bundesebene zu Belastungen für die für Deutschland wichtigen Automobil- und Baubranchen“ ein.

Ohne das Unternehmen namentlich zu nennen, sprach er die Situation bei der Firmengruppe Gruber an: „Auf dem Gemeindegebiet von Rötz musste ein für uns bedeutendes Unternehmen, bislang attraktiver Arbeitgeber und zuverlässiger Gewerbesteuerzahler, Insolvenz anmelden.“ Es bleibe nur zu hoffen, dass eine Sanierung des Unternehmens möglich sei. „Viele Beschäftige in Rötz bangen aktuell um ihren Arbeitsplatz“, so Spindler. Aus städtebaulicher Sicht habe es 2024 nur kleine Lichtblicke gegeben: Ein Kompromiss mit dem Denkmalamt hinsichtlich der Gestaltung des Marktplatzes sei aktuell nicht in Sicht. Positiv sei, dass die private Sanierungsmaßnahme Hussenstraße 16 voranschreitet und für das Gillitzerhaus am Marktplatz nach nervenaufreibendem Hin und Her eine Baugenehmigung zum Wiederaufbau neuer Wohnungen vom Landratsamt erteilt wurde. Das Gebäude ist derzeit im Bau.

Um die Jahreswende müsse damit gerechnet werden, dass der Besitzer des Thamerbräu-Gebäudes die Brandschutzmängel behoben haben wird und das Gebäude als Sammelunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden könne. „Diese Unterbringungsform ist sicherlich die denkbar schlechteste, aufgrund der Masse der Geflüchteten sind Sammelunterkünfte jedoch unumgänglich“, so Spindler. Um die Auswirkungen auf die Infrastruktur wie ärztliche Versorgung und Kinderbetreuung so gering wie möglich zu halten, habe durch Landrat Löffler bei der Regierung eine Reduzierung von 40 auf 25 unterzubringende Menschen erwirkt werden können.

Obwohl die Stadt Rötz keinen Einfluss auf die geplante Flüchtlingsunterkunft habe, „werden die Folgen, sprich die sozialverträgliche Eingliederung der Flüchtlinge, von der Stadt zu bewerkstelligen sein“.

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Mitarbeitern der Stadt Rötz, stellvertretend Geschäftsleiter Josef Kulzer, für ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr, sowie bei den Stadträten und Ortssprechern, bei seinen Stellvertretern, zweitem Bürgermeister Hans Stibich und drittem Bürgermeister Karl Heinz Hofmann und bei der anschließenden Feier auch bei Rektorin Birgit Schlamminger und dem Team der Grundschule. Es sei trotz einer immensen Aufgabenfülle sehr viel umgesetzt worden und man könne dankbar auf das im abgelaufenen Jahr Geleistete zurückblicken. Stibich gab den Dank an den Bürgermeister für seinen Einsatz für die Stadt zurück.

Nikolaus besucht die Feier

Bei der Weihnachtsfeier in der Museumsschänke Salzfriedl trugen das Rötzer Christkind Helena Kaiser und die beiden Engel Julia Ruhland und Marie Schnellbögl Gedichte und Lieder vor. Als Überraschung trat Josef Fersch als Nikolaus auf und sorgte für viele Lacher, als er die Anwesenden in Reimform treffend charakterisierte.

Der Nikolaus besuchte die Weihnachtsfeier der Stadt.