Solarpark Grub: Anteile gingen komplett an Bürger in Rötz – Auch bei Schnee wird Strom produziert

Von Stefanie Bauer · 5. Dezember 2024 um 11:00

Vor wenigen Wochen fand eine Infoveranstaltung statt, bei der die Rötzer Bürger sich über eine Beteiligungsmöglichkeit am Solarpark Grub informieren konnten.

Der Saal des Fürstenkastens war gut gefüllt an diesem Abend. „Wir waren positiv überrascht. Man hat gemerkt, das Interesse der Bürger war definitiv da“, bestätigt Georg Rötzer, Initiator des Solarparks.

Die erste Einspeiseanfrage hatte er 2020 gestellt, im Jahr darauf gab es erste Schritte im Bauleitverfahren mit einer zunächst kleineren Fläche von etwa fünf Hektar.

Seit Oktober in Betrieb

Ab 2022 waren zwei Eigentümer von Nachbarflächen, Heinrich Zwicknagl und Tobias Heimerl, mit an Bord, und die geplante PV-Fläche wurde erweitert. Mitte Oktober 2024 wurde der Solarpark in Betrieb genommen. Betreiber des Parks ist eine gemeinsame Gesellschaft zwischen den drei Flächeneigentümern und dem Projektentwickler und Anlagenerrichter GSW Gold SolarWind aus Kirchroth bei Straubing.

Zur Infoveranstaltung Anfang November waren neben Bürgern aus dem Gemeindegebiet auch Interessierte aus anderen Teilen des Landkreises gekommen, etwa aus der Kreisstadt oder aus Schönthal, bestätigen Georg Rötzer und Lucia Gold, Geschäftsführerin bei GSW. Auch wenn sie sich sehr über die positive Resonanz gefreut haben: Die Anteile gingen komplett an Bürger, die ihren Erstwohnsitz im Gemeindegebiet Rötz haben, sprich die Postleitzahl 92444 haben.

Insgesamt standen den Bürgern 315 000 Euro zur Verfügung, sich mittels Bürgerdarlehen am Solarpark zu beteiligen. Eine Beteiligung war zwischen 1000 Euro und 25 000 Euro möglich, bei der Investitionsart handelt es sich um ein qualifiziertes Nachrangdarlehen.

Für alle drei möglichen Laufzeiten der finanziellen Beteiligung – bis 2028 zu 4,25 Prozent, 2033 zu 4,5 Prozent, 2038 zu 4,75 Prozent – waren die Beteiligungen in nicht einmal einer Woche vergeben, berichten Gold und Rötzer: 13 bei der kurzen, 12 bei der mittleren und drei bei der langen Laufzeit.

Wäre das nicht der Fall gewesen und wären nach einer Frist von zwei Wochen noch Anteile übrig gewesen, hätten auch die Interessierten aus anderen Gemeinden zeichnen können. Er freue sich, dass allein die Resonanz aus dem Gemeindegebiet so gut gewesen sei, so Rötzer. Die Entscheidung, das Projekt Solarpark zu initiieren, bereut er nicht: Er sei im Bereich erneuerbare Energien schon frühzeitig unterwegs gewesen, weil er diese befürworte.

Dadurch, dass zwei weitere Flächeneigentümer sich angeschlossen hätten, habe sich ein schönes, großes Projekt realisieren lassen, die ursprünglich geplante Fläche habe sich fast verdreifacht: Die Gesamtfläche des Solarparks umfasst 15,2 Hektar, davon 1,5 Hektar Ausgleichsfläche von drei Wiesenbrüterpaaren.

Strom auch im Winter

Das Projekt ist abgeschlossen, nun müsse man sich um den Solarbetrieb kümmern, so Lucia Gold. Bisher laufe alles störungsfrei. Die vorgeschriebene Eingrünung, damit sich der Solarpark ins Landschaftsbild einfügt, wurde schon angepflanzt.

Technische Betriebsführer haben die Erträge des Solarparks laufend im Blick. Interessant sei es nun, die Zahlen im Winter zu beobachten, so die Geschäftsführerin. Dank bifazialer Module (sie besitzen auf beiden Seiten lichtabsorbierende Schichten) sei es möglich, auch wenn Schnee liegt, eine – vergleichsweise viel kleinere – Menge Strom zu produzieren. Nichtsdestotrotz freue man sich schon jetzt auf ein sonniges Frühjahr.

Zahlen:

Strom: Die Stromerzeugung wird bei rund 16,2 Millionen kWh pro Jahr liegen und damit bei einem Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh theoretisch 4600 Haushalte versorgen, gibt GSW an.

Laufzeit: Mindestens 25 Jahre soll der Park laufen, laut Nutzungsverträgen sind sogar bis 30 Jahre möglich: Die technische Lebensdauer und Garantie der Module beträgt drei Jahrzehnte.