1,8 Millionen Euro-Projekt: Wieder freie Fahrt durch Bernried nach Sanierung der Ortsdurchfahrt

Von Stefanie Bauer · 14. November 2024 um 15:00

Eine der schlechtesten Ortsdurchfahrten im Landkreis Cham ist zu einem wahren Vorzeigeobjekt geworden: Was für ein großer Gewinn die Sanierung der Ortsdurchfahrt Bernried nicht nur für den Rötzer Ortsteil ist, wurde schon bei der Anfahrt zur Freigabe der Straße deutlich.

Mit Baukosten von rund 1,8 Millionen Euro – zuzüglich der Entsorgung des Erdaushubs – war es ein Großprojekt, das in dieser Woche mit der Asphaltierung der Deckschicht abgeschlossen werden konnte. Baubeginn war Ende Juli 2023, Wiederbeginn nach der Winterpause Anfang März 2024.

Es handelte sich um eine Gemeinschaftsbaumaßnahme, da das Staatliche Bauamt Regensburg für die Staatsstraße 2151 und die Stadt Rötz für den zugehörigen Gehweg verantwortlich ist. Der Kostenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 0,75 Millionen Euro, davon wurden 0,410 Millionen durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert.

Viele Mitwirkende

Bei der Verkehrsfreigabe am Donnerstag zeigte sich, wie viele Mitwirkende von der Planung bis zur Umsetzung am Projekt beteiligt waren, von den Vertretern aus der Politik und der Behörden über das Planungsbüro MKS Architekten in Ascha bis hin zur bauausführenden Firma. Richard Bosl, Baudirektor vom zuständigen Bauamt Regensburg, begrüßte sie alle namentlich und dankte ihnen für ihren Einsatz.

Die Vertreter der Stadt Rötz und die Stadträte hätten sich mit viel Engagement für die dringend notwendige Sanierung eingesetzt, allen voran der örtliche Stadtrat Stephan Rötzer, so der Baudirektor. Der Beginn der Planungen liege viele Jahre zurück, deshalb dankte Bosl insbesondere auch dem früheren Rötzer Bürgermeister Ludwig Reger, der diese angestoßen hatte.

Besonders hob der Baudirektor zudem den Einsatz der Mitarbeiter der bauausführenden Firma Huber Rappl vor Ort hervor. Es hatte sich um ein sehr komplexes und herausforderndes Bauprojekt gehandelt, denn nicht nur Leitungen für Wasserversorgung und Entwässerung, sondern auch für Strom und Glasfaser mussten neu verlegt beziehungsweise angeschlossen werden. Alles in allem eine „sehr gelungene Maßnahme“, die man als „Glücksfall für Bernried“ bezeichnen könne, freute sich Bosl.

Umgesetzt wurden nach Angaben des Straßenbauamts auf einer Baulänge von 515 Metern neben der Beseitigung des unzureichenden Ausbauzustands der Ortsdurchfahrt die Verbesserung der Verkehrssicherheit – insbesondere durch die Anlage eines durchgehenden Gehwegs in der Ortsdurchfahrt – und die Verbesserung der Barrierefreiheit durch Busbuchten mit Kasseler Sonderbord.

Es sei eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung, die hier erbracht worden sei, sagte MdL Dr. Gerhard Hopp. Bei der Ortsdurchfahrt habe dringender Handlungsbedarf bestanden. Dass diese nun eröffnet werden könne, sei ein Beispiel dafür, dass etwas vorangehen könne und dass Entscheidungen umgesetzt werden könnten, wenn alle mit anpacken und hinter einem Projekt stehen.

Auch er hob die Unterstützung von Stephan Rötzer beim Grunderwerb hervor. Die verbesserte Verkehrssicherheit durch den neuen Gehweg sei eine immense Aufwertung für Bernried. Es sei wichtig, in die Infrastruktur zu investieren, so Hopp. Mit Huber Rappl, einem „Aushängeschild der Stadt Rötz“, habe man auf eine örtliche bauausführende Firma gesetzt.

Während der Bauzeit sei ihm – wie vielen anderen – aufgefallen, wie oft er die Umleitungsstrecke nehmen musste, anstatt durch Bernried zu fahren. Die neue Ortsdurchfahrt sei deshalb nicht nur für Bernried und Rötz wichtig, sondern für den gesamten Landkreis. Diese Botschaft gab er auch von Landrat Franz Löffler weiter, der krankheitsbedingt verhindert war. Hopp dankte für den „Anschub vor Ort“ und wünschte einen unfallfreien Verlauf – den es während der Bauzeit gab, und den es auch geben soll, wenn die Straße freigegeben ist.

„Vor die Lorbeeren haben die Götter den Schweiß gesetzt“, zitierte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler frei das Zitat des griechischen Epikers Hesiodos. Er schloss sich dem Dank seiner Vorredner an, insbesondere demjenigen an die Bürger, die den Grunderwerb ermöglicht hatten und auch an die Ausführenden vor Ort, die die technischen Lösungen umgesetzt haben. Die Politik schaffe für derart wichtige Projekte die notwendigen Rahmenbedingungen, viel Vorarbeit sei erforderlich, um die Förderungen zu erhalten.

Viele Jahre Vorarbeit

Wie wichtig die Sanierung der Ortsdurchfahrt war, betonte auch der frühere Rötzer Bürgermeister Ludwig Reger. „Lang ist‘s her“, blickte er zurück, seit die für Bernried, das Gemeindegebiet und das gesamte Umland so wichtige Maßnahme mit vielen Jahren Vorarbeit in die Wege geleitet worden sei. Mit dem heutigen Tag sei sie zu einem guten Abschluss gebracht worden.

Bauleiter Robert Niesner von der Firma Huber Rappl versprach, das Lob für die gelungene Baumaßnahme an alle Mitarbeiter weiterzugeben. Nach der Verkehrsfreigabe am Donnerstag sind nur noch Restarbeiten zu erledigen.