Ortsdurchfahrt Bernried: Baustelle geht in den Winterschlaf – Umleitung bleibt für Lkw

Von Stefanie Bauer · 5. Dezember 2023 um 15:00

Wäre der Winter eine Woche später gekommen, wäre der Zeitplan genau aufgegangen. Aber auch so zeigten die Verantwortlichen sich beim Pressetermin im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Baufortschritt der Bernrieder Ortsdurchfahrt.

Der Schnee sei tatsächlich ein Thema, das Kopfzerbrechen bereitet habe, sagte Richard Bosl. Der Baudirektor vom zuständigen Bauamt Regensburg war vor Ort, da dieses für die Sanierung der Straße zuständig ist. Für den zugehörigen Gehsteig ist die Stadt Rötz verantwortlich – eine Gemeinschaftsbaumaßnahme also.

Sanierung dringend nötig

Mitte August war mit dem Bauprojekt begonnen worden. Dringend notwendig, wie damals auch seitens des Straßenbauamts betont wurde, denn bei der Ortsdurchfahrt Bernried habe es sich um eine der schlechtesten im Landkreis Cham gehandelt.

Zwei Punkte haben nun laut Bosl die Pläne durchkreuzt: Zum einen offensichtlich der Wintereinbruch, der ein Weiterarbeiten in den Seitenbereichen unmöglich machte. Und zum anderen die Tatsache, dass es sich bei dem komplexen Bauprojekt zu einem großen Teil nicht um einen Straßen-, sondern einen „Leitungsbau“ gehandelt habe. Nicht nur Leitungen für Wasserversorgung und Entwässerung, sondern auch für Strom und Glasfaser mussten neu verlegt bzw. angeschlossen werden. „Diese Arbeiten halten sehr stark auf“, so Bosl. Die genannten Punkte hätten dazu geführt, dass der Bauabschnitt Einmündung Point Richtung Schatzendorf, den man eigentlich heuer habe fertigstellen wollen, erst im Frühjahr erneut in Angriff genommen werden kann. Realistisch sei März, dies werde, auch abhängig von der Witterung mit der bauausführenden Firma Huber Rappl festgelegt.

Vor Beginn der Bauarbeiten und der damit einhergehenden erneuten Sperrung werde die Öffentlichkeit wieder rechtzeitig informiert. Wenn dieser Bauabschnitt dann abgeschlossen sein wird, werden die Arbeiten am nächsten Abschnitt Richtung Rötz beginnen. Vor der Winterverkehrsphase sei in Teilbereichen der Gehweg fertiggestellt, der Bereich vom Feuerwehrhaus zur Kirche sei dann nutzbar, und auch alle Grundstückszufahrten sollen im Lauf dieser Woche hergestellt werden, so Bosl. Eine Ausnahme gebe es dabei leider: Die Zufahrt zur Kirche werde mit Pkw noch nicht möglich sein, da der Höhenunterschied zu groß sei.

Der Winterdienst erfolge durch das Staatliche Bauamt und der Straßenmeisterei Cham. Wenn die Arbeiten vor der Winterpause beendet sind, wird die Ortsdurchfahrt vorerst wieder für den Verkehr freigegeben. Als spätester Termin wurde offiziell der 22. Dezember festgelegt, voraussichtlich werden die Arbeiten aber bereits im Lauf der nächsten Woche abgeschlossen.

Der Schwerlastverkehr darf während des Winters aber nach wie vor nicht durch Bernried fahren und wird wie gewohnt umgeleitet.

Umleitung bleibt für Lkw

Die Umleitungsbeschilderung bleibe deshalb wie gehabt und werde nur auf „für Lkw“ angepasst, erläuterte Bauleiter Uwe Friedrichs vom Staatlichen Bauamt. „Landwirtschaftlicher Verkehr und Omnibusse dürfen aber durchfahren.“

Die Baustelle werde während dieser Zeit abgesichert und die Geschwindigkeit entlang der Ortsdurchfahrt auf 30 km/h begrenzt. Bürgermeister Stefan Spindler bedankte sich beim Straßenbauamt und der Firma Huber Rappl für die gute Zusammenarbeit. Auch wenn eine Baustelle dieser Art immer wieder „Überraschungen“ mit sich bringe und die genannten Verzögerungen unvermeidlich seien, habe man alle sämtliche Probleme gut lösen können.

Von der Firma Huber Rappl war Bauleiter Robert Niesner vor Ort. Wenn der Winter nicht eine Woche zu früh für die Baustelle gekommen wäre, hätte man den Gehweg noch komplett pflastern können, bedauerte er und ging auf die Herausforderungen ein, die die Neu- und Umverlegung der Kabel und Rohrleitungen, während die alten in Betrieb bleiben mussten, mit sich brachten. Das habe zu Bauverzögerungen geführt und sei vorab anders geplant gewesen.

Doch insgesamt „bekommt die Ortsdurchfahrt jetzt ein Bild“, fasste Bosl zusammen. Gerade auch durch die Gehwege und Stützmauern gebe es eine deutliche Aufwertung.

In Kürze wird die Ortsdurchfahrt wieder für den öffentlichen Verkehr mit Ausnahme der Lkw freigegeben, informierten Straßenbauamt, Stadt und bauausführende Firma. Fotos: Stefanie Bauer
Die Zufahrt zur Kirche wird mit Pkw noch nicht möglich sein.