Huber SE wächst und wächst: Die Firma investiert weiter in ihren Standort in Berching

Von Bernhard Neumayer · 20. September 2024 um 15:00

Nach den beiden neuen Produktionshallen vergrößert sich die Firma Huber SE weiter an ihrem Hauptsitz in Erasbach, Gemeinde Berching (Landkreis Neumarkt). Derzeit entsteht ein Parkhaus für Mitarbeiter. Zudem sind zwei weitere Projekte in Planung. Eines davon ist für den Nachwuchs gedacht.

Während die zwei Vorhaben noch in den Büros geplant werden, bekommen die Huber-Beschäftigten von einer anderen Baumaßnahme jeden Tag etwas mit. Derzeit schießt das neue Parkhaus hinter den Produktionshallen in die Höhe.

Die beiden Treppenhäuser sind bereits zu erkennen. Derzeit wird das Tragwerk errichtet. „Geplant ist, dass das Parkhaus Anfang 2025 fertig ist“, sagt Oliver Rong, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Technik & Produktion der Huber SE.

Insgesamt sollen 625 Autos darin Platz finden. „Wir haben später noch die Option anzubauen, um weitere 415 Stellplätze zu errichten“, ergänzt Standortplaner Michael Plank. Derzeit gebe es aber noch keine Überlegungen dazu.

Huber SE in Erasbach: Mehr Parkplätze entstehen

Mit 625 Parkflächen bietet die Firma ihren Mitarbeitenden dann mehr Stellflächen als die derzeit 450, die künftig aber wegfallen. Auf dem Parkplatz neben dem Verwaltungskomplex soll in Zukunft ein weiteres Bürogebäude inklusive Campus entstehen. „Das ist aktuell in Planung“, sagt Rong. Und die Stellflächen neben der Fertigung sollen später als Lagerfläche dienen. „Weil wir immer größere Projekte mit größeren Komponenten haben, die wir zwischenlagern müssen“, erklärt Rong.

Dass die Firma überhaupt weiter investieren kann, liegt an der sehr guten Auftragslage in den vergangenen Jahren. „Wir wachsen weiter,“ sagt Rong. Huber-Produkte seien weltweit gefragt. Der Bedarf nach Abwasserreinigung und Schlammbehandlung nehme kontinuierlich zu – zur Freude des Unternehmens. „Wir sind sehr zufrieden und sehr positiv gestimmt, was die Zukunft betrifft“, sagt Rong.

Denn die nächsten großen Aufträge sind bereits eingetütet. Nicht das mit dem größten Umsatzvolumen, aber „das größte Projekt weltweit, bei dem Abwasser in Energie gewandelt wird“, will Huber in nächster Zeit im Großraum Toronto (Kanada) umsetzen. Mit dem Abwasser-Wärmetauscher der Firma könne man 18 Megawatt Wärmeenergie erzeugen. Damit können Bürogebäude, aber auch Wohnhäuser beheizt werden. „Dieses Projekt ist momentan am Entstehen“, sagt Rong, um nur ein Beispiel zu nennen.

In Planung – aber noch nicht final beschlossen – ist nach Aussagen von Rong auch ein neues Ausbildungszentrum. Dort sollen die knapp 80 Auszubildenden am Standort in Erasbach drehen, fräsen und feilen, aber auch bei einem Kaffee in der Lounge entspannen können.

In der neuen Begegnungsstätte, die in einer bestehenden Halle über zwei Stockwerke eingerichtet werden soll, können die Auszubildenden in den verschiedenen Berufen bei Huber noch stärker zusammenwachsen. Ob Metallbauer, Feinwerkmechaniker oder Mechatroniker: „Mit dem Ausbildungszentrum wollen wir den Teamgedanken weiter verstärken und als Unternehmen noch interessanter für junge Mitarbeiter werden“, erklärt Rong die Hintergründe.

Denn die Firma, bei der aktuell 900 Mitarbeiter in Erasbach tätig sind, will weiter wachsen. Dafür braucht es Personal – ob im kaufmännischen Bereich, im Vertrieb, im Service, in der Technik oder in der Produktion. „Wir haben derzeit mehr als 60 offene Stellen in Berching zu besetzen“, sagt Rong.

Plant Huber SE ein Windrad in Berching?

Neben der Suche nach Personal arbeite die Firma derzeit im Hintergrund an einem Energie-Gesamtkonzept für den Standort Erasbach. Die neuen Produktionshallen verfügen auf dem Dach je über eine PV-Anlage, die laut Rong circa 1,2 Megawatt Strom liefert. Damit könne die Firma circa ein Drittel des Gesamtstromverbrauchs in Erasbach decken. „Wir prüfen derzeit verschiedene Technologien, wie wir in Zukunft heizen können“, sagt Standortplaner Plank. Ein Windrad in der Nähe des Firmensitzes für den Eigenbedarf zu errichten, sei eine Option davon. „Aber etwas Konkretes gibt es noch nicht“, so Rong.

Zukunftsmusik ist auch eine mögliche Erweiterung der Firma auf der anderen Seite der Staatsstraße 2237. Während die Firma an ihrem 122 000 Quadratmeter großen Standort auf der Südseite der Straße langsam an das Ende der Kapazitäten stößt, hat man auf der anderen Seite vor Jahren Grundstücke gekauft und jüngst eine Änderung des Bebauungsplans angestoßen, um auf 90 000 Quadratmetern Platz für eine mögliche Vergrößerung zu haben. Konkrete Planungen dafür gebe es aber noch nicht, sagt Rong. „In den nächsten ein, zwei Jahren wird dort sicher noch kein neues Gebäude entstehen.“

Die Firma Huber SE plant in Erasbach (Berching) ein Ausbildungszentrum. Foto: Huber SE