Nächster Stadtturm in Berching wird saniert: In den Pfeifenschneiderturm soll Leben einkehren

Die historische Altstadt Berchings soll um ein Schmuckstück reicher werden. Nach dem Hotel Post, Brauereigasthof Winkler, Ziegelturm, Engelwirt und der Sanierung der Innenstadt plant der Eigentümer des Pfeifenschneiderturms, diesen zu verschönern und neu zu nutzen. Er erklärt, was er plant.
Das Gebäude im Landsknechtsweg 1, das in die Stadtmauer integriert ist, ist in Privatbesitz und stand die letzten Jahre leer. Zuvor wurde es als Wohnung genutzt. Jetzt soll der um das Jahr 1470 erbaute Turm nahe dem Marientor in der Schulstraße saniert und zu einer Ferienwohnung umgebaut werden.
Das geplante Vorhaben war am Dienstagabend Thema in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Der Bauherr hatte eine Zuwendung aus dem kommunalen Fassadenprogramm beantragt. Nach Angaben der Stadt ist eine Förderung in Höhe von 29.357 Euro möglich. Das Gremium hat dem Antragsteller diese Fördersumme einstimmig in Aussicht gestellt – vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und der Zustimmung der Regierung der Oberpfalz.
Pfeifenschneiderturm in Berching wird runderneuert
Nach der Sanierung soll der in die Jahre gekommene Turm, der im Mittelalter als Deckung gegen feindlichen Beschuss diente, wieder erstrahlen. Statik, Heizung, Fassaden, Fenster, Treppen, Türen, Boden, Decken: Der Pfeifenschneiderturm, der 1816 zu einem Wohnhaus erweitert und von einem Zimmergesellen bewohnt wurde, bekommt eine Frischzellenkur.
Seinen Namen hat der halbrunde Turm übrigens dem Zimmergesellen zu verdanken. Dieser schnitzte als Nebenbeschäftigung kunstvolle Pfeifen. Daher nannten die Berchinger den Turm Pfeifenschneiderturm. Später sprachen Einheimische auch vom Schoberturm, benannt nach dem Besitzer Josef Schober um 1921.
Jetzt will Bauherr Arnaud Malterer aus Arnsberg (Kipfenberg) dem Turm neuen Charme verleihen. Die Ferienwohnung solle nicht so exklusiv wie der edel sanierte Ziegelturm werden, sagt Malterer auf Anfrage unserer Zeitung. Er wolle „eine ganz normale, hochwertige Ferienwohnung für Radfahrer und Gäste“ schaffen. Highlight soll eine Loggia in der Stadtmauer werden, sagt der Eigentümer.
Pfeifenschneiderturm soll 2025 saniert werden
2025 soll der Turm saniert werden, sofern bis dahin alle Genehmigungen erteilt sind. Die Anträge habe Malterer vor ein paar Tagen an das Landratsamt geschickt. „Wir warten jetzt auf die Genehmigungen und dann schreiben wir aus und holen Angebote ein“, sagt Malterer. Geht alles glatt, will er Anfang 2025 mit den Bauarbeiten starten. Zuständige Architektin ist Gertraud Bayerl aus Parsberg.
Neben der Zuwendung für den Pfeifenschneiderturm segnete der Bauausschuss in seiner Sitzung auch zwei weitere private Vorhaben jeweils ohne Gegenstimme ab: einen Bauantrag für eine neue Maschinenhalle bei Rudertshofen und einen Antrag auf Vorbescheid, Gebäude der ehemaligen Sägmühle (Lohmühle, Berching) zu sanieren.
Auftrag für Erschließung der Kita Süd vergeben
Außerdem erteilte der Ausschuss der Firma Rohmann Bau GmbH den Auftrag für Straßen- und Kanalbau, um die geplante Kita an der Südtangente zu erschließen. Das Unternehmen aus Beilngries hatte mit 387.363 Euro das annehmbarste Angebot eingereicht. Es liegt damit rund 16,5 Prozent unter der Kostenberechnung des Ingenieurbüros. Die Stadt Berching muss von der Gesamtsumme rund 293.000 Euro stemmen, den Rest (gut 94.360 Euro) zahlt der Wasserzweckverband. Ende Mai soll die Erschließung abgeschlossen sein, teilten Christian König vom Bauamt und Bürgermeister Ludwig Eisenreich mit.
Zudem war sich das Gremium einig, die vorhandene 20kV-Freileitung im geplanten Baugebiet in Rappersdorf erdzuverkabeln. Das Bayernwerk hatte drei Varianten vorgeschlagen. Alle Räte waren der Meinung, dass komplett erdverkabelt werden solle. Kosten: 132.896 Euro.
