Brauhaus wird kleiner, aber moderner: So verändert sich die Brauerei Winkler in Berching

Weniger Sorten Bier, dafür neue Wohnungen und Flächen für Gewerbe: Der Brauerei-Gasthof Winkler in Berching (Landkreis Neumarkt) plant, nach dem Hotel auch die Brauereigebäude umzubauen. Wirt Markus Plank erklärt das Vorhaben.
Zuvor hatte er sich am Dienstagabend in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses angesehen, wie das Gremium einstimmig und ohne Diskussionen das gemeindliche Einvernehmen erteilt hatte. „Eine erfreuliche Sache für die Stadtentwicklung“, hatte Bürgermeister Ludwig Eisenreich gesagt. Nach der Eröffnung des Engelwirts werde die Altstadt durch die Sanierung der Winkler-Brauerei noch schöner.
Wie sich Plank die neuen Räume vorstellt, zeigte er unserer Zeitung nach dem öffentlichen Teil der Sitzung. Das Vorhaben umfasst die Brauerei-Gebäude, die sich in der Bräugasse befinden. Die Gasse trennt den Gasthof und das Hotel auf der einen Seite von dem Brauhaus auf der anderen. Im vorderen Bereich der Brauerei-Flächen, die vom Reichenauplatz aus einzusehen sind, sollen im Erdgeschoss Gewerbeflächen entstehen.
Brauerei Winkler in Berching: Bürofläche und Wohnungen geplant
130 bis 140 Quadratmeter werden dafür umgebaut. Wie die Räume aufgeteilt werden und welcher Mieter einziehe, sei noch offen, sagt Plank. Arztpraxis, Architekt, Ingenieurbüro, Steuerberater, Rechtsanwalt: Vieles sei für Plank denkbar.
Im Obergeschoss plant der Bauherr zwei Wohnungen mit jeweils circa 120 Quadratmetern sowie eine Loggia. Auch der Raum dahinter, in dem derzeit Sudkessel und Läuterbottich stehen, wird saniert.
Im Erdgeschoss können Spaziergänger nach der Sanierung von der Bräugasse aus durch ein großes, bodentiefes Fenster in das moderne Brauhaus blicken. Dieses soll allerdings kleiner ausfallen als das bisherige, wie Plank sagt. Ein großes Brauhaus wie früher benötige die Brauerei Winkler nicht mehr. Früher seien mehr Wirtschaften beliefert worden. Jetzt lasse der Bierabsatz nach.
„Deshalb haben wir überlegt, wie groß wir die Brauerei noch brauchen“, erzählt Plank und schließt darin auch seinen Schwiegervater, Diplombraumeister Josef Winkler, ein. „Ich wollte die Brauerei aber nicht ganz dicht machen und die Tradition des Brauens weiterführen“, sagt Plank.
Deshalb werde die Brauerei Winkler nach dem Umbau auch wieder für den eigenen Bedarf im Gasthof sowie für die Gaststätten, die beliefert werden, in Berching brauen. Der Gerstensaft werde weiter in Flaschen und Fässern abgefüllt – allerdings gebe es keine zehn, zwölf Sorten wie zuvor, sondern voraussichtlich nur noch drei, wie Plank sagt. Helles, Pils und Festbier seien geplant. „Eventuell auch noch ein Weißbier“, sagt Plank.
Das Gebäude, das aktuell an das Brauhaus anschließt, soll im Zuge des Bauprojekts abgerissen und neu gebaut werden – allerdings nicht mehr so hoch wie bisher. Dadurch, dass das Gebäude des Lagerkellers kleiner und um fünf Meter Richtung Westen versetzt wird, wird der Hinterhof größer.
Ziel: Fertigstellung bis Ende 2025
Geht es nach Plank, soll der Abbruch des hinteren Gebäudes im November starten – sofern alle Genehmigungen und Bescheide eingetroffen sind. Derzeit werden die alten Tanks ausgebaut und es wird alles für den Abbruch hergerichtet.
Planks Ziel ist es, bis Ende 2025 mit dem Neu- und Umbau fertig zu sein. Bis das neue Brauhaus fertig ist, wird das Winkler-Bier weiter beim Namensvettern in Lengenfeld gebraut.