„Neues Schmuckstück“ in Berching eröffnet: Engelwirt bietet Apartments, Laden und Café

Von Bernhard Neumayer · 13. Juli 2024 um 05:00

Das Ehepaar Zink hat in Berching etwas Außergewöhnliches geschaffen. Darüber waren sich die geladenen Gäste bei der Eröffnung des Engelwirts am Freitag einig. Bevor sich alle Berchinger von den neuen Räumen selbst überzeugen können, liefert unsere Zeitung Eindrücke.

Die Stimmung bei dem offiziellen Festakt war bestens – nicht nur bei den Eigentümern und Besuchern, sondern auch unter den Politikern. Dabei fiel auch die ein oder andere Frotzelei. „Wenn’s was zu feiern gibt, sind Politiker immer da“, witzelte etwa Finanzminister Albert Füracker.

Finanzminister Füracker war erst skeptisch

Grund zur Freude hatten insbesondere die Eigentümer. „Auf diesen Tag haben wir über zwei Jahre lang hingefiebert“, sagte Michael Zink, der mit seiner Frau Stephanie aus dem leerstehenden, verfallenen Denkmal ein „Schmuckstück“ für Berching geschaffen hat. Darin waren sich nicht nur die anwesenden Politiker einig.

Wobei anfangs nicht alle von dem Projekt überzeugt waren. „Ich dachte mir damals: Oh Gott, was haben sich die Zinks da angetan“, gestand Füracker, als er über den Spatenstich im Februar 2022 sprach, der eigentlich kein richtiger Spatenstich war. Statt mit einem Spaten symbolisch zu schaufeln, hämmerten Verantwortliche Nägel in zwei Holzbalken. Damals sah nicht nur Füracker, wie groß und vor allem in welch miserablen Zustand der Gebäudekomplex in der Berchinger Altstadt war.

Deshalb lobte der Finanzminister wie Landrat Willibald Gailler auch den Mut des Ehepaars, die aufwendige und kostspielige Sanierung durchzuziehen. Wie viel die Eigentümer investiert haben, verriet Michael Zink auf Nachfrage unserer Zeitung übrigens nicht.

Engelwirt Berching: Die Altstadt soll profitieren

„Seien wir ehrlich, Ludwig: Mit der Stadt Berching wäre das hier nichts geworden“, frotzelte der gut gelaunte Füracker Richtung Bürgermeister Eisenreich. Denn die öffentliche Hand könne so einen Komplex gar nicht mit Leben füllen. Dafür brauche es private Investoren.

Durch dieses Gesamtkunstwerk werde Berching noch schöner, freute sich der Landrat. Und Bürgermeister Ludwig Eisenreich erhoffe sich durch die 15 Apartments, das Café, den Salon, den Garten und den Regionalladen Leben in der Altstadt. Er bedankte sich bei den Zinks, „dass sie den Komplex aus dem Dornröschenschlag geweckt haben“.

Die ehemalige Vogtei aus dem 17. Jahrhundert stand zuletzt „mehr als zwei Jahrzehnte“ leer, wie Eisenreich sagte. Aus den verwaisten Gebäuden sei etwas Außergewöhnliches entstanden, sagte der Bürgermeister, der zudem auf die Nachhaltigkeit des Bauprojekts verwies. Das Gebäude ist an das Fernwärmenetz angeschlossen und verfügt über PV-Modulen auf dem Dach.

Als Dank übergab Eisenreich mit Christoph Würflein, dem Geschäftsführer des Naturparks Altmühltal, die Auszeichnung „Zu Gast im Denkmal“. Außerdem überreichte der Bürgermeister den Eigentümern das Häuserbuch der Stadt sowie das Berchinger Stadtwappen.

Für die Planung des Umbaus zeichnete sich das Schweizer Architekten-Atelier Dimanche von Tamara Henry und Mathieu Robitaille zuständig. Vor Ort kümmerte sich das Ingenieurbüro Lerzer aus Neumarkt um die Bauleitung. Geschäftsführer Stefan Lerzer bedankte sich ebenso wie Stephanie Zink bei Stefan Grabmann vom Büro Lerzer. Er sei der wichtigste Mann auf der Baustelle gewesen.

Tag der offenen Tür im Engelwirt in Berching

Damit hatte er einen wichtigen Anteil daran, dass der Betrieb im Engelwirt seit über zwei Monaten läuft. „Selbst Beilngrieser kommen zu uns, um einen Kaffee trinken, weil sie so etwas Schönes nicht haben“, sagte Stephanie Zink mit einem Augenzwinkern.

Wer sich davon selbst ein Bild machen will, hat am Samstag (13. Juli) Gelegenheit dazu. Der Engelwirt sperrt am Tag der offenen Tür von 14 bis 18 Uhr vereinzelt Apartments auf und informiert über das Gebäude. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen und Kaffee sowie Wein und Quiche. Auch der Regionalladen hat geöffnet.

Und auch am Sonntag spielt im Engelwirt die Musik. Der Innenhof ist ab 21.30Uhr Schauplatz des Abschlusskonzerts von „Ein Fest für Gluck“.

So sieht das Justizia-Apartment aus. Die Göttin der Gerechtigkeit (im Deckengewölbe) wacht über den Raum. Foto: Erich Spahn
Hier kann jeder Gast einen Kaffee genießen. Foto: Erich Spahn
Die Sichtbalken verleihen den Räumen einen besonderen Charme. Foto: Erich Spahn
So sieht der Laden aus, in dem jeder regionale Produkte einkaufen kann. Foto: Erich Spahn
Finanzminister Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und Ludwig Eisenreich besichtigten die neuen Räume an. Foto: Bernhard Neumayer
Die Eigentümer des Engelwirts in Berching: Stephanie und Michael Zink Foto: Erich Spahn
Das Justizia-Apartment verfügt über eine Küche. Foto: Erich Spahn
Ein Blick in eines der Maisonette-Apartments des Engelwirts in Berching Foto: Erich Spahn