Diskussion um belastete Sedimente in der Vorstufe des Eixendorfer Stausees in Hillstett

Ein Thema, das bei der Stadtratssitzung im Juni für Verwunderung gesorgt hatte, wurde am Montag im Gremium erneut aufgegriffen. Dabei ging es um eine Information über das Sedimentmanagement in der Vorsperre des Eixendorfer Stausees in Hillstett (wir berichteten).
Das Gutachten zur Vorsperre liegt den Rötzer Stadträten nun vor.
Am 11. Juni hatte auf Einladung des Sachgebiets 52 – Wasserwirtschaft der Regierung der Oberpfalz eine Besprechung zum Sedimentmanagement in der Vorsperre stattgefunden. Dabei wurden den Städten Neunburg vorm Wald und Rötz die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Sedimentuntersuchung vorgestellt.
Die Funktion der Vorsperre, größere Sedimenteinträge in den Stausee zu verhindern, könne nach wie vor in vollem Umfang erfüllt werden, hieß es beim Termin, und eine Entnahme würde nach Meinung des Diplom-Geologen Carlo Schillinger vom LGA Institut für Umweltgeologie und Altlasten GmbH, Nürnberg, sehr wahrscheinlich aufgrund der Aufwirbelungen im Zuge der Baggerarbeiten zu einem höheren Eintrag von Sedimenten in den Stausee führen. In der Stadtratssitzung am 17. Juni hatte Stadtrat Tino Gmach dann die Frage aufgeworfen, ob im Gutachten zur Entlandung der Vorsperre auch die Methangasbelastung untersucht worden sei. In einer Mail vom 20. Juni teilte die Regierung der Oberpfalz daraufhin mit, dass keine Untersuchung auf Methangas erfolgt sei.
Das Gutachten zur Entlandung der Vorsperre wurde dem Vorsitzenden aber vorgelegt und an Gmach und die weiteren Stadträte weitergeleitet. Tino Gmach, der sich mit dem Gutachten eingehend beschäftigt hat, informierte, dass dieses 376 Seiten umfasse. Der Schlamm sei belastet, verschiedene Stoffe seien darin nachgewiesen worden. Aktuell seien 31000 Kubikmeter Schlamm zu entsorgen, was extrem aufwendig sei.
Im Gutachten stehe auch, dass der Status quo aus Sicht des Wasserwirtschaftsamts Weiden erhalten bleiben solle, der Zustrom von Sedimenten solle also verhindert werden. Diese Funktion würde das viel diskutierte Alte Wehr in Hillstett erfüllen, und würde man es entnehmen, käme es zu Sedimentverwirbelungen, so Gmach: „Das wäre schlecht für den See.“ Wichtig sei es, eine weitere Verlandung zu verhindern. Über das Wehr, ohne das es noch viel mehr Schlamm in der Vorsperre geben würde, stehe im Gutachten allerdings nichts geschrieben, so Gmach.
Schon bei der Besprechung zum Sedimentmanagement war die Budget-Frage angesprochen worden. Es war deutlich geworden, dass die Sedimententnahme aus der Vorsperre aufgrund des beschränkten Budgets mittelfristig nicht realistisch möglich sei. Die Städte Neunburg und Rötz sollten weiterhin politisch Druck aufbauen, um eine Finanzierung für diese Maßnahme zumindest auf lange Sicht bewilligt zu bekommen. Darauf verwies auch Bürgermeister Dr. Stefan Spindler am Montag nochmals.
Im Anschluss informierte er darüber, dass das Wasserwirtschaftsamt Regensburg mitgeteilt habe, dass die Flussmeisterstelle Roding voraussichtlich in der Zeit vom 22. Juli bis 2. September Renaturierungsarbeiten an der Schwarzach jeweils beiderseits der Schwarzachbrücke sowohl im Ober- als auch im Unterlauf durchführen wird. Wegen der Feuerwehrzufahrten zur Schwarzach sei auch die Feuerwehr Rötz in die Arbeiten eingebunden.
Außerdem informierte Spindler, dass mit Zuwendungsbescheid vom 4. Januar 2023 der Stadt Rötz aus Fördermitteln des Energie- und Klimafonds für Maßnahmen zur Heizungsoptimierung für das Rathaus ein Zuschuss von bis zu 2600 Euro bewilligt worden ist. Der Zuschuss wurde aufgrund der niedrigeren Gesamtkosten noch einmal berechnet und beträgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises 1182 Euro. Dieser wurde Anfang Juli an die Stadt überwiesen.