Monitoring: Wie werden die Fische ihren neuartigen Aufstieg an der Vorsperre in Rötz nutzen?

Im Prinzip ist die Fischschleuse fertig, sagt Diplomingenieur Jochen Zehender, Geschäftsführer der Landeskraftwerke Bayern. Man befinde sich derzeit noch immer in einer Art „Probebetrieb“ mit kleineren Maßnahmen zur Feinjustierung.
Seit Pfingsten 2022 wurde an der neuartigen Fischschleuse im Rötzer Ortsteil Hillstett gebaut, die den Fischen ermöglichen soll, in jede Richtung mit dem Wasser zu wandern. Zuletzt waren noch Restarbeiten am Zustiegsbereich durchgeführt worden, damit man für Wartungsarbeiten und dergleichen die Möglichkeit hat, in den Schacht einzusteigen.
Vorbereitungen laufen
Das Monitoring, also das Prüfen und Auswerten, wie effektiv der innovative Fischaufzug in der Praxis ist, habe noch nicht begonnen, so Zehender, die Vorbereitungen dazu sind allerdings bereits im Gange.
Als Leitfisch für das Monitoring wurde der Rapfen, auch Schied genannt, festgelegt. Bei vorherigen Monitoringuntersuchungen habe man diese zur Familie der Karpfenfische zählende geschützte Fischart festgestellt und anschließend festgelegt, dass die Durchgängigkeit neben anderen in der Schwarzach vorkommenden Fischen insbesondere für diese besondere Fischart herzustellen ist.
Doch alle Fische im sogenannten Gewässerinventar sollen erfasst werden und von der Schleuse profitieren, sicherlich auch die Forelle, die seit diesem Jahr erstmals in Deutschland auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird. Bisher hatten Fische an dem fünf Meter hohen Querbauwerk eine Sackgasse vorgefunden, nun können sie in beide Richtungen mit dem Wasser wandern.
Mit Reguliereinrichtungen – den Schiebern und Verschlussklappen – und dem komplexen Rohrleitungssystem wird das Wasser zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort in der Schleuse gelenkt, um die notwendige Leitströmung zu erzeugen, erklärt Zehender.
Biologe wertet Daten aus
Mit Bullaugen aus Glas komme zum einen Licht in die Schleuse, welches für die Fischwanderung wichtig sei. Zum anderen können damit die Fische per Videokameras beobachtet werden, was für das Monitoring erforderlich sein wird. Von den Kameras aus, die sich bei den Einläufen befinden, werden die Daten mittels PC zu einem Biologen übertragen werden, der sie mittels elektronischer Auswertung erfassen wird.
Dabei soll mit spezieller Software sichergestellt werden, dass tatsächlich nur Fische beim Monitoring erfasst werden und nicht etwa ein zufällig vorbeischwimmendes Blatt mitgezählt wird. So erhalte man eine genaue Analyse der Anzahl und des Verhaltens der Fische, also welche Arten wann und in welcher Anzahl den Fischaufstieg nutzen. Im Oktober 2023 wurde erstmals Wasser in die Vorsperre eingelassen. Geplant ist, dass die Fischschleuse in Kürze in den regulären Betrieb gehen soll.
Stromgewinnung an der Vorsperre:
Stromgewinnung: Die Landeskraftwerke Bayern gewinnen an der Vorsperre in Hillstett Strom und kümmern sich für das Wasserwirtschaftsamt Weiden, als Betreiber der Vorsperre, um den Bau der neuartigen Fischschleuse.
Baustelle: Das Betonbauwerk für die Fischschleuse steht seit Ende 2022, im Juni 2023 sind die Erdbauarbeiten abgeschlossen worden.
Anlagentechnik: Es folgten der Metallbau mit den komplexen Rohrleitungssystemen sowie die Schachtabdeckungen und die aufwendige Elektrotechnik.
Feinjustierung: Die Baustelle ist bereits abgeschlossen, derzeit befindet man sich noch im „Probebetrieb“ mit kleineren Maßnahmen zur Feinjustierung. Die Vorbereitungen für das Fisch-Monitoring laufen.

