Politiker beschreiben Verkehr der Zukunft: Nur bei manchen spielt Stadtbahn eine große Rolle

Am Rande der Podiumsdiskussion über das Pro und Contra zur geplanten Stadtbahn beantworteten die Politiker die Frage, wie die Mobilität der Zukunft in Regensburg ihrer Vorstellung nach aussehen könnte – mit oder ohne Stadtbahn.
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Ob SPD, CSU, Freie Wähler, Grüne oder ÖDP: Die Vorschläge, das Verkehrssystem zu entlasten, ähneln sich. Die Tram stellen dabei allerdings lediglich die Vertreter mancher Parteien in den Vordergrund.
Hier können Sie nachlesen, wie die Podiumsdiskussion zur Stadtbahn verlief.
„Wir brauchen einen Mobilitätsmix aus verschiedenen Trägern. Diese Elemente müssen sich auf dem Weg von A nach B ergänzen“, sagt SPD-Fraktionschef Thomas Burger. Die Stadtbahn würde dem Regensburger Verkehrssystem in seinen Augen ein großes Plus an Leistungsfähigkeit verschaffen. „Das könnte ein reines Bussystem nicht“, ist sich der SPD-Mann sicher. Ohne die Stadtbahn würde sich seiner Meinung nach das Problem ergeben, dass die notwendige Leistungsfähigkeit nicht erreicht wird. „Das wäre ein Nachteil für den Standort Regensburg“, warnt Burger. Immerhin gehe es nicht nur darum, Menschen und Güter zu bewegen. „Wir leben außerdem in einer wachsenden Region, da müssen wir die Mobilität gut abwickeln können“, fordert er.
Blick auf die Stadtteile
Aber nicht jeder in der Koalition brennt derart für das Stadtbahnprojekt wie Burger: CSU-Fraktionschef Michael Lehner kommt auf ein flexibles Verkehrssystem zu sprechen, das die Stadtviertel erfasst – und das auch autonom. Auf die Frage, wie das mit einer Stadtbahn aussehen könnte, wiederholt er diesen Wunsch: „Wenn das kommen sollte, braucht es flexible Mobilität und ein System, das die entlegeneren Viertel bedienen kann.“ Das Wichtigste sei ihm, dass die seinen Angaben nach etwa 90000 Einpendlet aus den umliegenden Landkreisen mehr Möglichkeiten bekommen, in die Stadt zu gelangen – „und das mit oder ohne Stadtbahn“, setzt Lehner nach.
Sollte die Stadtbahn kommen, hofft Kerstin Radler, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, dass viele Menschen auf das neue System umsteigen und weniger Menschen mit dem Auto fahren, damit das Verkehrssystem entlastet wird. „Dann macht es Sinn“, sagt sie. Ohne die Stadtbahn brauche es laut Radler effektive Busverbindungen. „Vielleicht kann man ja mehrere davon aneinanderhängen und eventuell könnten die dann auf den Trassen fahren, auf denen eigentlich die Stadtbahn fahren sollte“, überlegt sie. So oder so – für Radler kommt es beim Thema Mobilität in Zukunft darauf an, dass viele Regensburger Alternativen nutzen. „Zum Beispiel das Rad“, sagt Radler.
Glühende Verfechter der Stadtbahn finden sich in den Reihen der Umweltparteien Grüne und ÖDP. Benedikt Suttner, Chef der ÖDP im Stadtrat, sieht in der Stadtbahn das zukünftige Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Ergänzt werden solle das mit einem Bussystem, das in die Stadtteile führt. Die wiederum sollen seiner Meinung nach über Tangentiallinien verbunden werden.
Kampf um jede Buslinie
„So können alle von der Stadtbahn profitieren“, prognostiziert er. Suttner kommt es auch auf Multimodalität an: „Dabei geht es um die Frage nach dem letzten Meter. Den könnte man mit einem Leihrad zurücklegen oder mit dem eigenen im Bus“, verdeutlicht er. Auf die Frage, was Regensburg ohne eine Stadtbahn erwarten würde, antwortet Suttner: „Für ein höherwertiges Bussystem gibt es keine Förderung wie für die Stadtbahn. Da stünde uns ein Kampf um jede einzelne Buslinie im Stadtrat ins Haus.“ Dieses Szenario ist für ihn ein unbefriedigender Plan B, um eine wachsende Stadt nachhaltig beim Thema Verkehr aufzustellen.
Maria Simon von der Doppelspitze der Grünenfraktion ist sich sicher, dass Regensburg die Mobilität der Zukunft auch ohne die Stadtbahn viel Geld kosten würde. „Dann müssten wir massiv überlegen, wie wir den Autoverkehr wegbekommen, um eigene Busspuren zu schaffen“, sagt sie. Deswegen hat auch für diese Stadträtin Schienenverkehr Vorrang. „Wir brauchen ein größeres Gefäß“, fordert sie. Die Stadtbahn würde verschiedene Systeme vernetzen, erklärt Simon. Auch sie sieht in dem neuen System ein Rückgrat für die Strecken mit hoher Frequenz. Als Beispiele nennt sie die Bereiche bei den Hochschulen, beim Donaueinkaufszentrum oder beim Uniklinikum. „Da brauchen wir ein stärkeres System“, fordert sie. Dadurch würden sich Simons Ansicht nach auch mehr Kapazitäten ergeben, die Busse in die Stadtteile zu schicken und den ÖPNV dort besser zu vernetzen und zu verzweigen. Weil neben den Stadtbahntrassen auch neue Bus- und Radspuren gebaut werden sollen, würde in Simons Augen auch der Radverkehr von der Stadtbahn profitieren.
