Umbau der Kreuzung beim Regensburger DEZ soll noch auf die Stadtbahn warten

Eigentlich hatte sich die Regensburger Rathaus-Koalition vorgenommen, die unfallträchtige DEZ-Kreuzung kreuzungsfrei umzubauen. Die Stadtverwaltung ist aber der Auffassung, dass es reicht, über Radfurten nachzudenken und die Ampelschaltung anzupassen. Der Umbau soll noch auf die Stadtbahn warten.
Das geht aus einer Vorlage hervor, die am Dienstag auf der Tagesordnung des Planungsausschusses steht: Ein Umbau sei nicht angezeigt. Erst im Zuge anderer Verkehrsplanungen soll das Thema wieder auf den Tisch – etwa denen für die geplante Stadtbahntrasse, die einmal über diese Kreuzung führen könnte, ist in dem Papier zu lesen.
Warten auf die Stadtbahn
Die Verwaltung beruft sich bei ihrer Argumentation auf ein Gutachten, mit dem sie die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit von 15 Kreuzungen zwischen Eisstadion und Niederwinzer unter die Lupe nahm. An zwölf davon, darunter die Kreuzung beim Donaueinkaufszentrum, sei es zu Unfallhäufungen gekommen, lediglich an drei dieser Kreuzungen nicht. Das sind die beiden Autobahnauffahrten sowie die Durchfahrt in die Michael-Aschenauer-Straße. Die Auswertung habe zudem ergeben, dass die Kreuzungen in dem Gebiet überwiegend sehr gute und vereinzelt mittlere Leistungsfähigkeit aufweisen. Auch deswegen seien keine Umbaumaßnahmen angezeigt, heißt es in der Vorlage.
Zudem sollen die Pläne für die Stadtbahn aus Sicht der Stadt nicht negativ beeinflusst werden, die ebenfalls über die DEZ-Kreuzung fahren könnte. Deswegen sollen weitere Überlegungen erst angestellt werden, wenn der Masterplan für die Tram steht, über die Regensburg am 9. Juni abstimmt.
Thomas Burger, Fraktionsvorsitzender der SPD, findet es gut, aktuelle Daten zu haben. Zudem wolle er nun auch das Verkehrsmodell für die Sallerner Regenbrücke abwarten. „In einem Jahr werden wir mehr wissen“, sagt er. Deswegen ist die Vorlage der Verwaltung in seinen Augen ein guter Zwischenschritt, bei dem die Koalition handlungsfähig bleibe. Auch Kerstin Radler, Chefin in der Fraktion der Freien Wähler, findet es wichtig, den Verkehrsknoten zu verbessern, allerdings sieht auch sie die Notwendigkeit, das Ratsbegehren abzuwarten. Dann werde klar sein, ob Planungsbedarf besteht. Das Argument mit der anstehenden Abstimmung für die Stadtbahn spricht auch Horst Meierhofer (FDP) an. Trotzdem ist es ihm wichtig, die Kreuzungsfreiheit für diesen Knotenpunkt hinzubekommen – und zwar wie im Koalitionsvertrag vereinbart für alle Arten von Verkehr.
Zweifel bei der CSU
„Ich bezweifle stark, was die Verwaltung sagt“, sagt dagegen Michael Lehner, Fraktionsschef der CSU. Das sei für ihn keine valide Untersuchung. Die CSU werde für den ampelfreien Ausbau kämpfen. „Das steht im Koalitionsvertrag und das müssen wir auch einhalten“, fordert er. Und: Die Verwaltung habe das umzusetzen, was die Politik entscheidet. Sollte die Stadtbahn kommen, müsse die Kreuzung in diesem Zug umgebaut werden. „Wenn die Stadtbahn nicht kommt, müssen wir aber auch baulich ran. Die Ampelschaltung zu verändern, reicht da nicht“, ist er sich sicher.