Entlastung der Ortsdurchfahrt, weniger Unfälle: Was haben Ampel und Umgehung in Rötz gebracht?

Letzte Woche wurde neben der Kriminalitäts- auch die Verkehrsunfallstatistik der Polizei für den Altlandkreis Waldmünchen vorgestellt. In und um Rötz ist in den vergangenen Jahren verkehrstechnisch viel passiert – die Stadt hat nicht nur die lang geplante Ortsumgehung erhalten, sondern auch die viel diskutierte Ampel an der B22.
Beim Sicherheitsgespräch konnte der Waldmünchner Polizeichef Thomas Schmidt eine überaus positive Entwicklung präsentieren: Im Altlandkreis hatte es keinen einzigen Verkehrstoten gegeben, bei den Verletzten ein deutlicher Rückgang (wir berichteten).
Berühmter Spiegelstreifer
Laut Statistik war die Unfallursache Nummer eins gleichauf mit je 55 Mal fehlender Abstand sowie der Komplex „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein-, Aus- und Rückwärtsfahren“. Mit 45 Fällen folgt die falsche Straßenbenutzung, hinter der sich meist der berühmte Spiegelstreifer verbirgt – ein Thema, das gerade entlang der Rötzer Ortsdurchfahrt lange ein großes Thema war, sowohl im Begegnungsverkehr als auch an geparkten Autos.
Anfang 2022 hatte Martin Plötz, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizei Waldmünchen, noch über eine klare Steigerung bei den Kleinunfällen, zumeist bei den Spiegelstreifern, informiert. Wahrscheinlicher Grund: Die Durchgangsstraße – also von Neunburger bis Böhmerstraße – ist nach der Sanierung der Ortsdurchfahrt schmäler geworden.
Weniger Durchgangsverkehr müsste weniger Kleinunfälle bedeuten. Zum Vergleich: Zählungen aus dem Jahr 2013 ergaben 7800 Fahrzeuge in Rötz. Vom 24. Februar bis 28. März 2023 wurde die Verkehrsbelastung der Ortsumgehung nach der Verkehrsfreigabe mittels Seitenradargeräten gemessen. Die Zahlen aus dem ersten Quartal des vergangenen Jahres sind die aktuellsten, die vorliegen, da die eingesetzten Seitenradargeräte im gesamten Landkreis benötigt werden, um die Verkehrsbelastung auch auf anderen Straßen kontinuierlich zu erfassen, erklärt Baudirektor Dr. Richard Bosl, der beim Staatlichen Bauamt Regensburg für den Straßenbau im Landkreis verantwortlich ist.
Keine Unfälle an der Ampel
Die Gesamtzahl der Fahrzeuge auf der Ortsumgehung schwankt in diesem Zeitraum zwischen etwa 800 (an Sonntagen) und knapp 1900 pro Tag. Der Schwerlastverkehr macht dabei einen Anteil von (wochentags) etwa 200 bis 400 Fahrzeugen aus. Wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt war die Ortsumgehung gerade erst freigegeben worden – es ist durchaus möglich, dass die Zahlen mittlerweile höher liegen. Mitte des Jahres war allerdings für einen kurzen Zeitraum der Schwerlastverkehr nach Neunburg im Zuge der Fahrbahnsanierung der B22 durch Rötz geleitet worden.
Die Zahl der Bagatellunfälle entlang der Ortsdurchfahrt sei definitiv zurückgegangen, zum einen, weil sich die Gesamtzahl der Fahrzeuge und vor allem der Schwerlastverkehr verringert hätten, bestätigt Plötz. Ein zweiter Punkt: Viele Spiegelstreifer habe es bei der Einmündung der Brückenstraße in Richtung Böhmerstraße gegeben, wenn Lkw links nach Neunburg abbiegen wollen. Seit ein Stellplatz in diesem Bereich mit drei Pfosten gesperrt worden sei, habe sich die Situation dort deutlich verbessert.
Sehr gut bewährt hat sich aus der Sicht des Straßenbauamtes und der Polizei auch die Ampelanlage an der B22, die seit dem Herbst fest installiert ist: Keine Unfälle, so Plötz und wie Bosl hinzufügt: nur geringe Wartezeiten aufgrund der Steuerung mittels Induktionsschleifen.
Entlastung der Rötzer Innenstadt durch die Ortsumfahrung
Bedeutung: Die Ortsumgehung hat nicht nur für die Stadt Rötz eine große Bedeutung, indem sie die Ortsdurchfahrt entlastet. Sie stärkt auch den grenzüberschreitenden Streckenzug von Amberg über Neunburg vorm Wald, Rötz, Schönthal und Waldmünchen nach Pilsen maßgeblich.
Beschilderung: Eine Maßnahme, die mit wenig Aufwand zur Entlastung der Ortsdurchfahrt durchgeführt werden konnte: Das Straßenschild von der Brückenstraße her kommend weist den Weg Richtung Weiden nach links zur neuen Ortsumgehung statt wie früher nach rechts in die Innenstadt

