Verkaufszahlen für E-Autos gehen zurück: Chamer Händler sprechen über Gründe

Von Antonia Zuruev · 15. April 2024 um 11:00

Die jüngste Targobank-Umfrage zeigt, dass trotz eines wachsenden Umweltbewusstseins Verbrennungsmotoren bei deutschen Autofahrern beliebt bleiben. Doch trifft die deutschlandweite Statistik auch auf das Auto-Kaufverhalten der Chamer zu? Vier lokale Autohändler geben Auskunft.

68 Prozent der Befragten würden sich aktuell für einen Verbrenner entscheiden – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 72 Prozent im Vorjahr. Während 31 Prozent der Meinung sind, dass Verbrennungsmotoren veraltet sind, würden 31 Prozent einen Benziner und 13 Prozent einen Diesel wählen. Hybridfahrzeuge sind für 15 Prozent eine Option, während reine Elektroautos nur 17 Prozent bevorzugen würden. Trotz Bedenken hinsichtlich Kosten und Infrastruktur von E-Autos halten 43 Prozent sie für umweltfreundlicher als Verbrenner, ein Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Bereitschaft, auf alternative Antriebe umzusteigen, ist jedoch von 36 Prozent in 2023 auf 29 Prozent gesunken.

Verbrenner bleiben beliebt

„Bei uns werden heuer tatsächlich mehr Verbrenner und weniger Elektrofahrzeuge gekauft. Aber auch die Hersteller produzieren und liefern zur Zeit allgemein weniger E-Autos“, stellt Stefan Keller, Geschäftsführer des Chamer Fiat-Händlers Pömmerl, fest. Diese Tendenz bemerkt auch Verkaufsberater Johannes Aschenbrenner vom Autohaus Ludwig Griesbeck: „Meiner Meinung nach liegt der Rückgang der E-Autoverkäufe an dem Wegfall der staatlichen Fördermittel. Viele Kunden sind deshalb verunsichert.“ Somit würden Käufer, die sich aktuell für ein Elektrofahrzeug entscheiden, im Schnitt 10000 Euro mehr für dieselbe Leistung bezahlen.

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Viele Hersteller gleichen die gestrichenen staatlichen Fördermittel mit Nachlassangeboten für E-Autos aus. „Für den elektrischen Fiat 500 gibt es beispielsweise aktuell einen Nachlass in Höhe von 5000 Euro – das sind sogar 500 Euro mehr, als die Fördersumme gewesen wäre“, erklärt Stefan Keller vom Autohaus Pömmerl. Wer sich für ein Elektrofahrzeug interessiert, kann auch beim Hyundai-Händler Thomas Breu mit einem Nachlass rechnen. „Wir haben zur Zeit gute Angebote mit einer Mindestnachlasssumme in Höhe von 7000 Euro. Je nach Hersteller springen für den Kunden aber bis zu 15.000 Euro raus“, sagt Automobilverkäufer Damian Nowak. „Ich denke, wenn der Preis passt, haben die Kunden durchaus noch Lust auf E-Autos“, stellt Verkaufsleiter Florian Hallermeier vom Autohaus Zehder fest.

Was Fahrzeugtypen angeht, seien bei den Kunden des Autohauses Pömmerl aktuell insbesondere Pkw im Kleinwagensegment beliebt, etwa der Fiat Panda oder Fiat Tipo. „Das sind typische Stadtautos. Diese Größe reicht für die meisten unserer Kunden aus“, so Keller.

Funktionalität statt Luxus

Besonders gefragt sind Klein- und Mittelklassewagen, gerade auch beim Autohaus Ludwig Griesbeck. „Unter anderem sind bei uns gerade Modelle wie der Opel Corsa oder auch der Peugeot 208 oft nachgefragt“, sagt Verkaufsberater Johannes Aschenbrenner. „Ich habe das Gefühl, dass unsere Kunden überlegt und bewusst Autos kaufen. Der Trend scheint weg von Luxusautos in Richtung Funktionalität zu gehen. Vor drei oder vier Jahren sah die Situation noch ganz anders aus“, berichtet der Autoverkäufer. Dem stimmt Florian Hallermeier vom Autohaus Zehder zu: „Mir fällt auf, dass die Käufer etwas mehr an die Zukunft denken als früher. Deshalb kann ich bei Kunden, die auf der sicheren Seite sein wollen, einen Trend in Richtung Leasing beobachten.“

Etwas beliebter als Elektroautos sind Hybridfahrzeuge. „Auch für solche Modelle gibt es einen kleinen Herstellernachlass. Deshalb sind Hybridfahrzeuge bei uns gerade etwa genauso beliebt wie Verbrenner“, sagt Damian Nowak vom Autohaus Thomas Breu.

Die Elektromobilität soll auch in Cham eine immer wichtigere Säule werden.