Kellerwirtschaft: Es gibt neue Hürden für den Neubau in Schwandorf

Eigentlich hätte der Weg für den Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Kellerwirtschaft in Fronberg (Stadt Schwandorf) nun frei sein müssen: Der Bauausschuss hat das Vorhaben für zulässig erklärt. Fast alle Stadträte stimmten zu. Doch nun gibt es neue Hürden.
Investor Matthias Simmel hat die Bauleistungen bisher noch nicht ausgeschrieben. Denn nach der Entscheidung im Ausschuss gibt es neue Forderungen aus dem Rathaus. Der Schwandorfer Bauherr soll ein Lärmschutzgutachten vorlegen, bevor eine Genehmigung erteilt wird.
Die Verwaltung habe die Möglichkeit, im Genehmigungsverfahren noch Unterlagen oder weitere Prüfungen einzufordern, weiß Simmel. Trotzdem wundert er sich, dass es die Forderung nach einem Lärmschutzgutachten ausgerechnet bei seinem Projekt gibt. Bei ähnlichen Neubauten in Fronberg hätte kein solches Gutachten erstellt werden müssen, meint Simmel.
Keine großen Gebäudewürfel
Auch der Investor, der vor ihm auf dem Gelände der Kellerwirtschaft bauen wollte, habe einen positiven Bescheid auf seine Bauvoranfrage bekommen, ohne ein Lärmschutzgutachten vorlegen zu müssen, sagt Simmel.
Damals waren zwei riesige Gebäudewürfel angedacht. Die aktuellen Planungen sehen fünf Mehrfamilienhäuser in zwei Reihen vor, die miteinander verbunden sind – wobei der Verbindungsbau nur eingeschossig sein soll. Die Bauform ist nicht so wuchtig wie zuvor.
Das wurde auch von den meisten Stadträten so gesehen. Für gut und schön befand Alfred Braun (SPD) das Projekt. Als „verträglichste Variante“, das Grundstück zu bebauen, bezeichnete UW-Stadtrat Jochen Glamsch die Planungen. „Es ist begrüßenswert, dass der Parkraum unter dem Gebäude angeordnet werden soll und damit nicht so viel Fläche versiegelt wird“, meinte die dritte Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne). Dass die untere Etage, also der Verbindungsbau, kaum auffalle, sagte FW-Stadtrat Karl-Heinz Saur.
CSU-Stadtrat stimmt als Einziger dagegen
Lediglich CSU-Stadtrat Hans Sieß äußerte sich kritisch: Von der Größe her füge sich der Neubau nicht in die Umgebung ein, fand er. Damit widersprach er der Auffassung der Verwaltung, die in der Beschlussvorlage dem Vorhaben attestierte, dass es sich in die benachbarte Bebauung einfüge. Sieß stimmte auch als Einziger gegen die Vorlage.
Bei der vorherigen Bauausschusssitzung hatte der CSU-Stadtrat die fehlenden Höhenangaben bemängelt und damit dafür gesorgt, dass über die Vorlage damals nicht abgestimmt und sie in die nächste Sitzung verschoben wurde.
Warum verzögert sich das Projekt trotz des Mehrheitsbeschlusses weiter? Simmel hat eine Vermutung: Im Rathaus gebe es Leute, die alles daran setzen würden, sein Vorhaben zu verhindern. Er will aber noch nicht aufgeben. Es sei schon gut eine Million Euro in den Kauf des Grundstücks, die Planungen und den Abriss der Kellerwirtschaft geflossen, so dass er das Projekt nicht einfach sterben lassen wolle. Zudem sei er selbst Schwandorfer und wolle auch gern etwas in seiner Heimatstadt gestalten, meint Matthias Simmel.
Inzwischen hat er einen Gutachter eingeschalten. Erste Auswirkungen auf das Projekt haben die zusätzlichen Untersuchungen bereits. So werden die Gebäude nicht in Holzbauweise errichtet, da sich mit diesem Baustoff die Lärmvorgaben nicht einhalten ließe, erläutert Simmel. Dadurch falle auch die Holzbauförderung weg. Geprüft wird noch, welche Fenster einen Schallschutz bekommen müssten. Schallschutzfenster kosten dreimal so viel wie normale Fenster, sagt der Investor. Eine schallgedämmte Lüftungsanlage würde ebenfalls für Mehrkosten sorgen. Und für die Fassade muss Simmel auch mehr Geld in die Hand nehmen. Die Firma Fronberg Guss stelle für das Wohnbauprojekt kein Problem dar – in diesem Fall werde die Lärmgrenze eingehalten.
Mehrkosten bis 100000 Euro
Er rechnet damit, dass das Bauvorhaben zwischen 50000 und 100000 Euro teurer wird. Allein für das Gutachten muss er gut 10000 Euro ausgeben.
Simmel will aber auch nicht unendlich viel mehr Geld investieren. „Falls eine Lärmschutzwand errichtet oder komplett umgeplant werden muss, dann ist das der Tod des Vorhabens“, macht er deutlich.
Sollten noch weitere Lärmschutzmaßnahmen erforderlich sein, würde das die Eigenkapitalrendite weiter verringern, erklärt Simmel. Sobald ein gewisser Punkt erreicht werde, würde auch die Förderung für den Sozialen Wohnungsbau wegfallen. Auch dann ließe sich der Neubau nicht mehr umsetzen, gibt er zu bedenken.
Dabei sei geförderter Wohnraum dringend erforderlich in Schwandorf. Die von ihm geplanten Wohnungen würden 5,80 Euro pro Quadratmeter kosten – ohne Förderung wären es dagegen 13,50 Euro. „Für diesen Mietpreis wird man auch jemanden finden. Aber irgendwann hört der Spaß auf“, sagt Simmel.
Er geht davon aus, dass das Gutachten in vier Wochen abgeschlossen und danach klar ist, ob und wie es mit der Gestaltung des Geländes der Kellerwirtschaft weitergeht.
