Feuerwehrhaus: Rötz wird im Landkreis Cham Vorreiter bei Einsatz von Recycling-Beton

Von Stefanie Bauer · 13. März 2024 um 19:00

Letztes Jahr hat die Firma Althammer Bau bei einem Mehrfamilienhaus erstmals Recycling-Beton eingesetzt. Die Stadt Rötz ist nun die erste Kommune im Landkreis, die auf den nachhaltigen Baustoff setzt.

Auf der Baustelle geht es in die spannende Phase, informierte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler: Die nächsten Wochen werde man das Feuerwehrgerätehaus buchstäblich wachsen sehen. Doch bereits jetzt ist viel passiert, wie Richard Richter, Bauleiter für das ausführende Architekturbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting, beim gemeinsamen Pressetermin erläuterte.

Ein sehr aufwendiger Schritt sei der komplette Erdaustausch gewesen. Dieser sei abgeschlossen und das zu einem geringen Teil kontaminierte Erdreich nach der vorgeschriebenen Zwischenlagerung bereits weggebracht worden. Der Boden sei zuvor nicht tragfähig gewesen, nun sei das durch den Einbau einer tragfähigen Schotterschicht der Fall.

Zuletzt wurde die komplette stählerne Bewehrung beim Bodenbereich für den „Verwaltung“ genannten Bereich mit Jugendraum, Sanitärräumen, Büro des Kommandanten und kleiner Werkstatt eingesetzt, und dann kann es am heutigen Donnerstag auch schon ans Betonieren der Bodenplatte gehen.

Es wird parallel gearbeitet

Während dann als nächstes der Bereich für die Fahrzeughalle, der Mitteltrakt, betoniert wird, wird im „Verwaltungsbereich“ mit dem Mauern angefangen. Dort befinde sich viel Mauerwerk und in den vorderen Bereichen hauptsächlich Fertigteilbau, so Richter. Als drittes ist jeweils der Bereich für die Schlauchpflegeanlage an der Reihe. Etwa Ende April bis Mitte Mai, so der Plan, werde die Firma Hofmann das Dach aufsetzen.

Das Verwenden des Recycling-Betons ist eine Besonderheit: Reines Bruchmaterial, das bei Abbrucharbeiten der Firma Althammer entsteht, ersetzt den ansonsten verwendeten Kies zu einem Prozentsatz von etwa 30 Prozent, erläutert Richter. Die Körnung des verwendeten Abbruchmaterials sei genau festgelegt. Für den Boden der Fahrzeughalle müsse allerdings herkömmlicher Beton zum Einsatz kommen, da die Körnung des Recycling-Betons hier nicht geeignet sei, so Richter weiter.

Auf der bisher größten Baustelle bisher habe er den kurz RC-Beton genannten Recycling-Beton in Regensburg für die dortigen Stadtwerke verbaut, so Christoph Althammer. Seine Baufirma arbeite mit dem Betonwerk von Michael Müller in Döbersing zusammen, das die zertifizierten Materialien für seine Firma im richtigen Mischverhältnis zusammenstelle. Das Material habe keinerlei Nachteile gegenüber herkömmlichem Beton, etwa im Hinblick auf die Statik, betont er. Recycling-Beton bekomme eine immer größere Bedeutung, und er freue sich, dass die Stadt Rötz offen sei für Nachhaltigkeit, so Althammer.

100 Prozent Umlaufwasser

Das Material von den Gebäuden, die sein Unternehmen zurückbaue, werde vorsortiert, entsprechend aufbereitet, geprüft und extern zertifiziert. Der Beton ist jedoch nicht der einzige Gesichtspunkt, bei dem beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses an künftige Generationen gedacht wird. Beheizt wird der Neubau mit einer Luft-Wärmepumpe, informierte Robert Christl vom Ingenieurbüro Christl.

Turnusmäßig sei ein Testbetrieb für die Pumpen erforderlich. Das Wasser werde in einer Zisterne aufgefangen und zirkuliere im Kreislauf. Man setze zu 100 Prozent auf Umlaufwasser. Regenwasser werde nicht verwendet, um keine Verunreinigungen mit Staub oder Schlamm zu riskieren.

Nicht zuletzt bedankte der Bürgermeister sich bei der FFW Rötz dafür, dass sie sich bei den Bauarbeiten in großem Maße einbringe und so dazu beitrage, dass der veranschlagte Kostenrahmen hoffentlich eingehalten werden könne.

Kommandant Michael Dommer gab einen groben Überblick und zählte dabei unter anderem den Rückbau mit den Abbrucharbeiten, Arbeiten am Vordach, bei der Lüftung im Schutzraum und bei der Planung und Vorbereitung mit auf. Auch weiterhin wollen die Mitglieder der Rötzer Feuerwehr bei den Bauarbeiten unterstützen, so Dommer.

Nachhaltigkeit durch Recycling-Beton

Zusammensetzung: „Es ist nachhaltig und es macht Sinn, Abbruch wieder als Baumaterial zu verwenden“, sagt Christoph Althammer. Das Material von den Gebäuden, die sein Unternehmen, zurückbaue, würden vorsortiert, entsprechend aufbereitet, geprüft und extern zertifiziert.

Recycling-Beton: Die zertifizierten Materialien werden vom Betonwerk von Michael Müller in Döbersing vermischt. In puncto Nachhaltigkeit gewinne Recycling-Beton eine immer größere Bedeutung, so Althammer, der Präsidiumsmitglied beim Verband Baustoff-Recycling Bayern ist.

Die Bewehrung ist bereits eingesetzt, nun geht es ans Betonieren.