Drei Wochen statt etliche Jahre? Vorstoß für schnelleren Radweg im Regensburger Osten

Der Radweg im Stadtosten ist Teil einer städtischen Planung, seine Realisierung aber ist nicht absehbar. Das muss schneller gehen, sagen der Bürgerverein Süd-Ost und Stadtrat Jakob Friedl.
Für einen Rundumblick über die Stadtentwicklung der zurückliegenden und kommenden Jahre dient diese Stelle als idealer Aussichtspunkt: Das auf dem ehemaligen Lerag-Gelände entstandene Wohngebiet namens „Kunstpark“ ist weitestgehend fertig, auch wenn die Kunst noch fehlt. Gleich daneben schließen sich ein Jugendzentrum, ein Gebäude des Gartenamts und der neue Verkehrsgarten an, dahinter haben die Leichtathletikhalle und das Ost-Bad bereits Gestalt angenommen, einen weiteren Steinwurf entfernt soll das grüne und soziale Vorzeigequartier auf dem Areal der Prinz-Leopold-Kaserne entstehen.
„Wenn auch noch die Brücke über die Gleise gebaut werden würde“, sagt Johann Brandl mit Blick in Richtung Candis-Viertel mit Nahversorgungszentrum und Stadtteilbücherei, „wäre das perfekt.“
Halbe Strecke ist schon da
Brandl ist Vorsitzender des Bürgervereins Süd-Ost. Gemeinsam mit Ribisl-Stadtrat Jakob Friedl steht er auf der zwischen Guerickestraße und Bahnlinie liegenden Panzerstraße. Mit dem Fahrrad, denn beide wollen zeigen: Im Gegensatz zu der von Brandl erwähnten, seit vielen Jahren angedachten Brücke könnte ein Radweg hier sehr schnell Wirklichkeit werden. „Planungen, die über zehn Jahre gehen, sind schön und gut. Aber hier könnte man innerhalb von drei Wochen was umsetzen – wenn man will“, glaubt Friedl.
Für Freitagnachmittag haben der Stadtrat und der Bürgerverein zu einer öffentlichen Ortsbegehung geladen. Gemeinsam mit den Teilnehmern soll das Terrain erkundet und eruiert werden, auf welchen Abschnitten die Realisierung eines Radwegs zwischen Sportpark Ost und Safferlingsteg schon jetzt möglich ist.
Die Stadt selbst plant diesen Radweg, er ist sogar ein wichtiger Bestandteil des städtischen Hauptradroutennetzes. Wann eine ausgefeilte Lösung aus einem Guss kommen kann, steht allerdings in den Sternen, Planungsmittel sind erst ab 2027 vorgesehen. Bis auf einen kleinen Rest sind Friedls Recherchen zufolge zwar alle Flächen im Besitz der Stadt, allerdings muss der Ausbau der Bahnlinie mitgedacht werden. Und wie immer bei Projekten im Zusammenspiel mit der Deutschen Bahn gilt: Das kann sehr lange dauern.
„Warum also nicht schrittweise vorgehen?“, fragt Brandl und deutet auf die bestehende Panzerstraße, nach deren östlichem Ende das kostengünstige Aufbereiten von rund 150 Metern reichen würde, um bereits einen durchgehenden Radweg von der Dieselstraße bis zum Baugebiet „Kunstpark“ zu haben. Das wäre in etwa die Hälfte der im Endausbau geplanten Gesamtstrecke.
Weiter in Richtung Westen wird der anfangs noch ordentliche Feldweg zwar bald zu einer schwer passierbaren Fläche aus alten Gleisen und Dornengestrüpp, doch auch diesen Teil will Friedl am Freitag begehen – um dieses unbekannte Stück Stadt überhaupt einmal ins öffentliche Bewusstsein zu rufen und Ideen für provisorische Nutzungen zu sammeln. „Denn bis zum fertigen Bahnausbau, der Errichtung einer Lärmschutzwand und der Erneuerung des Safferlingstegs wird es noch einige Zeit dauern“, weiß er.
Bericht der Verwaltung folgt
Bereits am Dienstag vergangener Woche kämpfte Friedl für diesen Denkansatz im Planungsausschuss. „Ein paar Sachen stimmen, ein paar nicht“, kommentierte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer die Ausführungen des Ribisl-Stadtrats, doch vor allem bei den Vertretern der Öko-Parteien stieß er auf Zuspruch.
Resultat: Die Verwaltung bereitet einen Bericht zu dem Radweg vor, der in einer der nächsten Sitzungen diskutiert wird. Das Thema ist und bleibt also in der Welt.