Nachdem das Geld ausging: Wann bekommt Regensburger Jugendzentrum seinen Garten?

Von Juliana Ried · 25. Januar 2024 um 19:14

Die Freifläche am Jugendzentrum Guericke im Regensburger Osten liegt zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung immer noch brach. Die Stadt kündigt an: 2024 passiert etwas – aber nicht alles.

Im Jugend- und Begegnungszentrum in der Guerickestraße sollen die Menschen aus dem Kasernenviertel zusammenkommen. Mehr als 5,5 Millionen Euro kostete der markante Holzbau mit den lilafarbenen Stäben außen; drei Millionen Euro Förderung bekam die Stadt. Für die Außenanlagen jedoch reichte das Geld nicht mehr. Zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung 2021 türmt sich auf der Freifläche hinter dem Haus die Erde. Jetzt zeigt sich: Auch in diesem Jahr kommen die geplanten Spiel- und Sportanlagen nicht.

Grüne setzen sich für das Jugendzentrum ein

Die Grünen im Stadtrat hatten bei den Haushaltsdebatten Ende 2023 versucht, den Posten in das Investitionsprogramm zu bekommen. Im Osten herrsche ein großer Mangel an Grünflächen, auch würde eine Freifläche das Zentrum selbst aufwerten, so argumentierten sie. Damals blitzten sie mit ihren Anträgen ab.

Jetzt ist klar: Die Sache zieht sich weiter hin. Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra sagt: „Der zweite Bauabschnitt wird aus finanziellen Gründen auf 2024 und 2025 verteilt.“

Für dieses Jahr gilt laut von Roenne-Styra: „Nach der Winterpause soll weitergearbeitet werden.“ Mit 120000 Euro aus dem Spielplatzprogramm will die Stadt heuer das Gelände auf Kampfmittel sondieren, es modellieren, auffüllen und bepflanzen, einen Rodelhügel anlegen, einen Grillplatz und zehn weitere Parkplätze. 2025 sollen dann Spiel- und Sportanlagen, weitere Aufenthaltsbereiche und Wege sowie ein Gartenhaus folgen. Die Freiflächen sollen öffentlich zugänglich sein und für alle Altersstufen, vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, nutzbar. Allerdings müssen die 230000 Euro, die dafür veranschlagt sind, noch ins Investitionsprogramm aufgenommen werden.

Die Stadtsprecherin betont: „Das Jugendzentrum kann die Außenanlagen schon lange nutzen.“ Ein Teil der Parkplätze sei vorhanden, die Terrasse sei seit 2023 fertig. „Darüber hinaus gab es Zwischennutzungen wie Hochbeete und Tobe-Bereiche.“ Zudem stünden öffentliche Flächen der Sportanlage nebenan zur Verfügung.

Bürger nennt die Geschichte „ein Trauerspiel“

Viele, die im Viertel wohnen oder sich engagieren, bewerten den Zustand der Freifläche dagegen als „Trauerspiel“, so formuliert es etwa Johann Brandl vom Bürgerverein Süd-Ost. Es sorge im Verein für Entsetzen, dass sie Jahre nach dem Baubeginn immer noch nicht fertig sei. Einzelstadtrat Jakob Friedl sorgt sich, ob es für die Außenanlage eine gute Lösung geben werde. „Wir haben noch nie einen Plan gesehen“, kritisiert er, dabei müssten gerade Verbindungsmöglichkeiten zu benachbarten städtischen Flächen diskutiert werden. Auch Brandl fordert, „dass das alles als offener Bereich gestaltet wird“, dringend nötig sei auch der seit langem angedachte Radweg an den Bahngleisen. So wäre das Begegnungszentrum auch besser angebunden.

Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet vermisst ebenfalls den Blick aufs große Ganze und verweist auf die vielen Projekte der Stadt im Viertel: Neben dem 50-Millionen-Euro-Projekt Sportpark entstehen eine Außensportanlage für alle und ein Verkehrsgarten. Im neuen Kunstpark-Quartier lebten viele Familien. Die Freifläche am Jugendzentrum sei „für die Ecke eine wichtige Geschichte“, sie wäre besser in einem Rutsch gemacht worden. Dennoch gelte: „Ich bin froh, dass überhaupt etwas passiert.“

Das Jugend- und Begegnungszentrum

Jugend- und Familienzentrum: Das Jugendzentrum in der Guerickestraße steht Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen acht und 27 Jahren offen. Das ebenfalls dort angesiedelte Familienzentrum der Evangelischen Jugendsozialarbeit ist Treffpunkt für Eltern und Kinder. Das Stadtteilprojekt Ost bietet Familienberatung im Kasernenviertel, etwa bei persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten sowie in Erziehungsfragen.

Weitere Angebote: Die Flüchtlings- und Integrationsberatung richtet sich an die Bewohner der nahen Unterkünfte und neu Zugewanderte. Das Quartiersmanagement Soziale Stadt bietet Veranstaltungen und Kurse für alle.

Das Jugend- und Begegnungszentrum Jugend- und Familienzentrum: Das Jugendzentrum in der Guerickestraße steht Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen acht und 27 Jahren offen. Das ebenfalls dort angesiedelte Familienzentrum der Evangelischen Jugendsozialarbeit ist Treffpunkt für Eltern und Kinder. Das Stadtteilprojekt Ost bietet Familienberatung im Kasernenviertel, etwa bei persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten sowie in Erziehungsfragen.

Weitere Angebote: Die Flüchtlings- und Integrationsberatung richtet sich an die Bewohner der nahen Unterkünfte und neu Zugewanderte. Das Quartiersmanagement Soziale Stadt bietet Veranstaltungen und Kurse für alle.