Großbaustelle am Langquaider Marktplatz gehört bald der Vergangenheit an

Bauzaun, Kräne und Baumaschinen prägten in den vergangenen Jahren das Bild des ehemaligen Posthalterareals im Herzen von Langquaid (Landkreis Kelheim). Das wird sich 2024 ändern, denn dann sollen die Arbeiten in dem neuen Quartier abgeschlossen werden.
Die große Hotel-Eröffnung ist für Mitte des Jahres 2024 geplant. Schon Ende März/Anfang April könnte es eine Pre-Opening-Phase zu vergünstigten Preisen geben, sagt Philip Günter, Geschäftsführer der Greenpartment Boardinghousehotel GmbH aus Neustadt. Das Unternehmen wird das Hotel am Wittelsbacher Markt nach der Fertigstellung betreiben.
Kaffeehaus eröffnet im April
Das vom Marktplatz aus linke Gebäude ist fast fertig. Im Januar soll laut Günter der Boden verlegt werden, im Februar kommen die Möbel. Mitte Juni/Anfang Juli soll dann auch das rechte Gebäude fertig sein. Hier hätten sich die Dachstuhl-Arbeiten verzögert, sagt Günter. „Dann gibt es die große Eröffnung“.
Auf die freut sich Bürgermeister Herbert Blascheck. „Zum einen, weil wir hier sehr dringend ein Hotel brauchen, zum anderen, weil wir eine weitere besondere Gastronomie am Marktplatz bekommen.“ Matthias Pamer wird am 1. April im Erdgeschoss des linken Hotelgebäudes das Wittelsbacher Kaffeehaus eröffnen und dort hochwertige Kaffeespezialitäten anbieten. Nicht nur Hotelgäste können dort frühstücken. Nachmittags soll es Kaffee und Kuchen geben, abends dann Longdrinks.
Ckeck-In über Computerterminal
Pamer betreibt seit September 2021 eine Kaffeerösterei in Rottenburg an der Laaber. Schon länger habe er sich nach geeigneten Räumen für ein Café umgesehen, wie er sagt. Da kam die Mail von Bürgermeister Blascheck, in der er Parmer von den Räumen im Hotel berichtete, gerade recht. Im Café gibt es Platz für etwa 50 Gäste. Pamer plant auch eine kleine Einkaufsecke, in der regionale Produkte, hauseigener Kaffee und Kaffee-Zubehör angeboten werden.
Langquaid ist der erste Standort der Greenpartment Gruppe mit Gastronomie. Hat das Café geschlossen, stehen im Hotel Automaten bereit und eine Kaffeebar. Zentral befindet sich der Hotel-Check-In, der über ein Computerterminal erfolgt. Dort geben die Gäste die Reservierungsnummer ein und erhalten dann Zimmernummer und Zutrittcode, erklärt Günter. Das System habe sich bewährt. Der Gast könne zwischen 14 und 6 Uhr einchecken. Vor allem nachts müsse kein Personal anwesend sein.
„Hammelwirt“ wird saniert
Das Hotel, für das die ERT-Gruppe im September 2022 den Grundstein gelegt hatte, verfügt insgesamt über 30 Zimmer in den Kategorien Standard und Superior. Von einem Zimmer aus habe der Gast einen tollen Blick auf das Storchennest, erklärt Günter.
Greenpartment gehört zu ERT-Gruppe und betreibt Boardinghousehotels in Kelheim, Neustadt und Ingolstadt. Langquaid sei der sinnvolle nächste Schritt gewesen, erklärt Günter. Der Markt Langquaid sei sehr umtriebig, außerdem gebe es hier viel Potenzial. Wenn die Arbeiten am Hotel abgeschlossen sind, dann soll die Sanierung des „Hammelwirts“ starten. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert hatte die ERT-Gruppe 2021 erworben. Gerade sei man in der finalen Planungs- und Abstimmungsphase. Die Pläne sehen Gastronomie wie auch Wohnen vor.
Insolvenz verzögerte Wohnprojekt
Zum Wittelsbacher Markt gehören auch 31 Wohnungen in fünf Häusern, die mittlerweile alle bezugsfertig und übergeben sind. 2019 wurde mit dem Bau begonnen, doch die Fertigstellung zog sich hin. Erst kam die Pandemie, dann der rasante Anstieg der Baukosten. Im Oktober 2021 meldete der Generalunternehmer Insolvenz an, im August 23 folgte die Bauwerk IN GmbH, die als Teil der ERT-Gruppe das Projekt in Langquaid entwickelt hatte. Teile der Außenanlagen seien noch nicht fertig, sagt Günter. Doch darum kümmere sich der Insolvenzverwalter.
Die Häuser gruppieren sich um einen öffentlichen Innenhof, den der Markt Langquaid in den vergangenen Monaten gestaltet hat. Wegeverbindungen wurden gepflastert, Ruhebänke aufgestellt, Grünanlagen angelegt und Bäume gepflanzt. Im Frühjahr werden die Grünflächen abschließend bepflanzt. Dann wird der Platz seiner offiziellen Bestimmung übergeben.
Marktplatz steht 2026 an
Aber nicht nur im Bereich des Wittelsbacher Markts hat sich 2023 am Marktplatz viel getan. Rudi und Steffi Pritsch haben mit der Sanierung des Weißgerberhauses begonnen. Das neue Eiscafé konnte schon zum Bürgerfest eröffnen. 2024 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Neu eröffnet hat auch die Vinothek am Marktplatz und am Jakobusbrunnen wurde ein neuer Trinkwasserbrunnen installiert.
Die Planungen für die Aufwertung des Langquaider Zentrums mit mehr Sitzgelegenheiten und weniger Barrieren haben sich indes verzögert. Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Bürger bei Workshops mit Anregungen für „ihren“ Marktplatz eingebracht. 2023 folgte eine „Marktwerkstatt“ mit Markträten und Bürgermeister, um die Ideensammlung abzuschließen. 2024 soll laut Blascheck die konkrete Planungsphase starten. Städteplanerin Ulrike Färber von AGS München wird nun alles zusammenfassen. Der nächste wichtige Schritt sei die Kostenermittlung und die Beantragung von Fördermitteln, sagt Blascheck. Je nach Finanzierbarkeit der Maßnahme soll 2026 mit den Arbeiten begonnen werden.
