Ohne Ruckeln über den Langquaider Marktplatz

Langquaids Zentrum soll fußgänger- und radfahrerfreundlicher werden. Auch die Bürger brachten ihre Ideen für die Verbesserung ein.
Das Kopfsteinpflaster, die restaurierten Häuser und die Innenhöfe sind typisch für den Langquaider Marktplatz. Hier wird flaniert, eingekauft und gefeiert, denn die Langquaider und die Besucher schätzen das Ambiente. Doch nicht alle schätzen das Kopfsteinpflaster. Für Senioren mit Rollator oder Mütter mit Kinderwagen wird ein Ausflug ins Langquaider Zentrum oft zu einer ruckeligen Angelegenheit. Das soll sich ändern. Denn am Marktplatz stehen Arbeiten an.
Wie Bürgermeister Herbert Blascheck erklärt, sollen Barrieren weitgehend abgebaut und Aufenthaltsqualität sowie Komfort gesteigert werden. Auch auf die künftige Mobilitätsentwicklung aller Verkehrsteilnehmer soll ein Augenmerk gelegt werden.
Glatterer Belag vorgesehen
Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Bürger bei Workshops mit Anregungen für „ihren“ Marktplatz eingebracht. Kürzlich trafen sich Markträte, Bürgermeister, Mitarbeiter des Bauamts und des Büros „Soziale Stadt“ mit Architektin Ulrike Färber von AGS München zu einer „Marktwerkstatt“, um die Ideensammlung abzuschließen und die Vorgaben für die Planung festzuzurren. Bei der Barrierefreiheit bedeutet dies, dass an einigen Stellen am Marktplatz das Kopfsteinpflaster durch einen glatteren Belag ausgetaucht werden soll.
Konkret soll auf der Rathaus zugewandten Seite der Marktstraße ein Multifunktionsstreifen entstehen. Er wird sich über den Gehbereich, die Parkflächen bis hin zur Wasserrinne erstrecken und einen gut begehbaren, griffigen Belag bekommen, erklärt Blascheck. Hier denke der Markt voraus, falls künftig nicht mehr so viele Parkplätze gebraucht würden. Auf der anderen Straßenseite soll nur der Gehbereich mit dem neuen Belag ausgestattet werden.
Die Marktstraße an sich soll nicht verändert werden. Jedoch sind drei Querungen mit dem gehfreundlichen Belag auf Höhe des Kastnerhauses, des Rathauses und des Jakobsbrunnen vorgesehen. Auf der Marktstraße gilt Tempo 30. Hier gebe es Überlegungen, die Geschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde zu reduzieren.
Ambiente soll bleiben
Auch wenn der Langquaider Marktplatz für die Zukunft gerüstet wird, soll das Ambiente und das „historische Herz“ unverändert bleiben. Das ist Blascheck und auch den Langquaidern wichtig, wie der Bürgermeister in vielen Gesprächen erfahren hat. Darum betont er auch, dass der Marktplatz verbessert und nicht umgestaltet werde. „Wir haben hier eine große Verantwortung.“
Im nächsten Schritt erstellt nun Architektin Ulrike Färber die konkrete Planung. Wie teuer das Ganze wird, steht noch nicht fest. Die Kostenermittlung steht als nächstes an. Blascheck erhofft sich eine Förderung von 80 Prozent. Wann das Projekt dann umgesetzt wird, steht noch nicht fest. „Die Finanzen geben den Zeitplan vor.“
Auch das ist vorgesehen
Bäume:Zahlreiche Akazien säumen den Langquaider Marktplatz. Sie sind in die Jahre gekommen und sollen durch klimaresistente Bäume ersetzt werden. Welche Arten genau, steht noch nicht fest.
Parken:Einige wenige Stellflächen werden bei der Marktplatzverbesserung wegfallen, und zwar an Stellen, wo die Parkplätze zu nah an die Gebäude reichen und kaum ein Durchkommen möglich ist.
Räder:Künftig soll es am Marktplatz mehr Radlstellplätze geben. Die alten Abstellmöglichkeiten gehören der Vergangenheit an. Auch Schließfächer für Helme oder Rucksäcke sind im Gespräch.
Zugänge:Die Barrierefreiheit bezieht sich auch auf den Zugang zu Geschäften. Das Interesse der Hauseigentümer sei groß, etwas zu ändern, sagt Bürgermeister Blascheck, aber gezwungen werde niemand.
Brunnen:Um die beiden Brunnen am Marktplatz soll die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. So sollen beispielsweise mehr Sitzgelegenheiten und mehr Grün dazu einladen, das Ambiente zu genießen.
Komfort:Nicht nur um die Brunnen sondern insgesamt am Marktplatz sind mehr Ruhebänke mit Abfalleimer vorgesehen. Auch ein digitaler Infopunkt und Infopunkt für Radfahrer könnte entstehen.




