So will Bräu Maximilian Krieger das Riedenburger Bräuhaus umbauen

Von Lorenz Erl · 1. Januar 2024 um 15:00

Mit dem geplanten Umbau des kompletten Braubereiches hin zu einem energieeffizienteren und rationelleren Produktionsprozess wird Brauereichef Maximilian Krieger das Gesicht des Riedenburger Brauhauses maßgeblich verändern. Der Bauausschuss im Riedenburger Stadtrat hatte hierzu bereits seine Zustimmung gegeben.

„Unsere Brautechnik ist 50 Jahre alt und auch energetisch entspricht die Anlage nicht mehr unseren Vorstellungen“, argumentiert Krieger. Die Veränderungen auf dem Areal sind ebenso markant wie tiefgreifend. Sowohl die Außenansicht des Brauereianwesens als auch dessen technische Ausstattung und nicht zuletzt das Gastronomiekonzept werden nach der Umbauphase anders sein.

Der Komplex des Jurahotel an der Kelheimer Straße ist davon allerdings nicht betroffen. Der Abriss der alten Füllerei und des Küchenausschanks am angrenzenden Biergarten soll nach anderthalbjähriger Planungszeit bereits im kommenden Februar erfolgen. Voraussichtlich im Frühjahr 2025 soll dann der neue Gastrobereich nach einer einjährigen Bauphase nutzbar sein. Ab Winter 2025 wird der Brauereibetrieb komplett über die neue Anlage laufen. „Was aber auf jeden Fall beibehalten wird, ist die Qualität des Bieres. Die für den Geschmack eines Bieres so wichtigen Hefestämme werden mitgenommen“, verspricht Krieger bei einem Vor-Ort-Termin mit unserer Zeitung.

2024 kein Biergartenbetrieb beim Riedenburger Bräuhaus

Aufgrund der Bauarbeiten wird es 2024 keinen Biergartenbetrieb geben, jedoch sollen die Flohmärkte stattfinden. Der Neubau der kompletten Brauerbereiche mit Installation einer modernen Technik samt neuen Sudkesseln und Gärtanks ist eine Investition im mehrstelligen Millionenbereich. „Das ist die mit Abstand größte Investition, seit die Brauerei vor 120 Jahren aus der Kernstadt an diesen Standort umgezogen ist“, sagt der Diplombraumeister.

Der Biergarten mit den weit ausladenden Kastanienbäumen soll dabei erhalten bleiben. Zum Schutz der Bäume wird das neue Gebäude sogar um zehn Meter zurückgenommen. Den Planungen zufolge soll das künftige, knapp zehn Meter hohe Brauereigebäude viele Glasflächen aufweisen, die den Besuchern Tag und Nacht einen Einblick in die Arbeitsabläufe der Brauerei gewähren. „Wir möchten bewusst keine Industriehallen-Optik, sondern ein ansprechendes Konzept, das sich in die Natur des Biergartens und des Altmühltals einfügt“, erläutert Katrin Krieger.

Energieverbrauch soll reduziert werden

Ein Effekt daraus ist, dass der Biergarten dann ab 2025 sozusagen das ganze Jahr über genutzt werden kann und sich die Gastronomie im Gebäude fortsetzt. Hinter der glasdominierten Außenfassade sind im Innenbereich ein Gastraum mit etwa 70 Sitzplätzen und eine lange Theke für den Ganzjahresbetrieb geplant, an der die verschiedenen Biere der Brauerei aus zwölf Zapfhähnen direkt von den Fässern in die Gläser gefüllt werden. Eine weitere Glasfront trennt den Gastro-Bereich von der eigentlichen Brauerei. Dem Konzept zufolge kann man dann auch von einer Galerie aus die Brauprozesse mit der gewünschten Transparenz bis zu den Sudkesseln beobachten. „Man sitzt sozusagen in der Brauerei“, erläutert Krieger diesen Erlebniseffekt.

Voraussichtlich bis Herbst 2025 werden die Biere noch im bisherigen Sudhaus gebraut. Erst wenn die neue Technik installiert ist, wird die neue Brauanlage während einer zweiwöchigen Umbauphase in Betrieb genommen. „Wir haben dann so viel Bier auf Lager, dass wir diese Zeit überbrücken können“, versichert der Brauereichef.

Trotz der beabsichtigten Rationalisierungen in den Arbeitsprozessen werden die 40 Beschäftigten des Riedenburger Brauhauses ihre Arbeitsplätze behalten. Einsparungen hingegen verspricht sich Krieger beim Energieverbrauch. In dieser ersten Phase sollen 50 Prozent der bisher aufgewendeten Energie eingespart werden. In einem zweiten Schritt möchte das Unternehmen bis zum Jahr 2030 komplett auf fossile Energie verzichten.