Schwester Elisabeth ist die neue Oberin im Riedenburger Kloster St. Anna

Von Anna Göthel · 14. Dezember 2023 um 17:27

Nach einigen Monaten der Ungewissheit hat das Riedenburger Kloster St. Anna mit Schwester Elisabeth eine neue Oberin. Mitte November wurde sie durch Bischof Rudolf Voderholzer von der Diözese Regensburg offiziell zur Nachfolgerin, der im Juni gestorbenen Oberin Beatrix Riegelsberger ernannt.

Sie steht nun dem traditionsreichen 1860 gegründeten Kloster vor, in dem heute noch fünf Klarissinnen und zwei indische Karmelitinnen in der Gemeinschaft leben.

Bevor die neue Oberin ernannt wurde, waren die Schwestern von der Diözese befragt worden, wen sie sich als ihre neue Mutter Oberin vorstellen könnten. Schließlich sei die Wahl auf sie gefallen, berichtet Schwester Elisabeth. Die Aufgaben, die mit dem Amt einhergehen, seien ihr bereits bekannt, auch weil sie bereits seit vielen Jahren als Vikarin die Vertretung von Schwester Beatrix war. „Trotzdem stellt es für mich einen großen Unterschied dar, nun die Oberin des Klosters zu sein“, sagt sie. Die Ernennung erfolgte rückwirkend zum 1. August und ist vorläufig auf fünf Jahre begrenzt, teilt sie weiter mit.

In Riedenburg verwurzelt

Schwester Elisabeth ist dem Kloster St. Anna und der Mädchenrealschule schon seit ihrer Kindheit eng verbunden, denn sie ist eine gebürtige Riedenburgerin und besuchte selbst die Klosterschule. Hier, reifte in ihr bereits während der Schulzeit der Wunsch, Nonne zu werden und in das Kloster ihrer Heimatstadt einzutreten. Für ihre Ausbildung zur Stenografin ging sie nach München. Zu dieser Zeit sei die Entscheidung für ein Leben im Kloster bei ihr eigentlich schon gefallen, sie sei aus der Ferne immer in Kontakt und im Austausch mit St. Anna gewesen. Mit 21 Jahren beendete sie ihre Ausbildung und trat wie geplant ins Kloster St. Anna ein. Sie unterrichtete an der Realschule jahrzehntelang Stenografie, bevor dieses Fach 2002 aus dem Lehrplan der Schule verschwand. Neben ihrer Lehrtätigkeit befasste sie sich mit verwaltenden Aufgaben im Kloster.

Gab es je Zweifel am gewählten Lebensweg? „Nein, eigentlich nicht, weil ich letztlich immer wusste, warum ich das mache“, sagt Schwester Elisabeth. „Was ich tue, tue ich für die Gemeinschaft.“ Für die Zukunft ihrer Gemeinschaft würde sie sich wünschen, dass mehr Frauen wieder den Weg ins Kloster finden. Jedes Jahr würden 60 bis 70 Schülerinnen ihren Abschluss an der Mädchenrealschule St. Anna machen, sie fände es schön, wenn sich die ein oder andere Schülerin wieder für ein Leben in der Schwestergemeinschaft interessieren würde. Das sei jedoch schon viele Jahre nicht mehr passiert. „Der Zeitgeist ist ein anderer“, stellt sie fest.

Karmelitinnen aus Indien unterstützen die Schwestern

Etwas verjüngt wurden Riedenburger Schwestern 2018 dennoch, sagt Schwester Elisabeth mit einem schmunzeln. Die Karmelitinnen Schwester Betty und Schwester Rosy kamen aus Indien, um die Klarissinnen zu unterstützen. Deren Mutterhaus befinde sich in Aluva im Bundesstaat Kerala. Wenn sie 60 Jahre alt sind, werden sie dorthin zurückkehren, berichtet Schwester Elisabeth. In Riedenburg seien die beiden angestellt worden, um den älteren Schwestern in der Küche, im Haushalt und in der Pflege zu helfen.

Die Integration funktioniere bestens – während ihres jetzt anstehenden Weihnachtsurlaubs wollen die Karmelitinnen ihre Landsleute mit Schweinebraten bekochen, erzählt die Oberin.