Heroinbande in Regensburg angeklagt: Zwei Männer gestehen überraschend

Von André Baumgarten · 7. November 2023 um 19:00

Seit April stehen fünf Männer wegen Drogenhandels im ganz großen Stil vor Gericht. Nun die Wende im Mega-Prozess von Regensburg: Zwei der Angeklagten räumten alles ein. Ein nahes Ende ist jedoch nicht in Sicht.

Einen Überraschungs-Deal gab es letztlich nicht, dafür eine doch überraschende Wende im Mega-Prozess: Zwei der fünf Angeklagten der mutmaßlichen Heroinbande in Regensburg haben alles gestanden. Sie gingen auf das Angebot des Landgerichts ein, das einem 48-Jährigen höchstens sechs und einem 42-Jährigen nicht mehr als acht Jahre in Aussicht stellte. Ein Urteil scheint dennoch in weiter Ferne.

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Seit April verhandelt die fünfte Strafkammer gegen die fünf 34 bis 48 Jahre alten Angeklagten, die in gut einem Jahr mit 37 Kilo Heroin und rund 7,5 Kilo Crystal Meth gehandelt haben sollen. Bei einer Groß-Razzia im April 2022 wurden sie geschnappt und sitzen seitdem in U-Haft. Angeklagt sind die Männer für bandenmäßigen Drogenhandel in nicht geringen Mengen und Beihilfe. Das ist Rauschgift im Straßenwert von rund 3,6 Millionen Euro.

Seit dem holprigen Start vor mehr als 200 Tagen hatte sich im Prozess am Ton kaum etwas verändert: Immer neue Anträge und teils harte Wortgefechte bestimmen bis heute den Verlauf. Dass alle Zusatztermine bis Jahresende reichen, gilt als höchst unwahrscheinlich. Teile der Verteidigung warten ein Urteil des EU-Gerichtshofs ab, ob Chats auf speziellen Krypto-Handys verwertbar sind. So hatten die Männer laut Anklage der Regensburger Staatsanwaltschaft untereinander und mit ihren Lieferanten kommuniziert.

Welche Rolle sie im System spielten, gestanden zwei Angeklagte jetzt etwas überraschend: Sie ließen ihre Strafverteidiger Shervin Ameri und Christian Reiser erklären, Teil der Bande gewesen zu sein. Ein 42-jähriger Zwischenhändler und der sechs Jahre ältere Lagerverwalter haben damit reinen Tisch gemacht. Beide waren bei der Razzia von Spezialkräften der Polizei in ihren Wohnungen in Nittendorf verhaftet worden.

Für die beiden Hauptangeklagten hatte das Landgericht höchstens zwölfeinhalb Jahre tariert und für den letzten im Bunde maximal siebeneinhalb Jahre Gefängnis – sofern sie alles gestehen. Doch die ziehen es weiter vor, zu schweigen.