Hitzewelle und Rekord-Temperaturen in Regensburg: Trocknet die Stadt aus?

Es ist Sommer, Sommer in der Stadt: Regensburg erlebt erneut eine Hitzewelle. Nun hat sich der Bund Naturschutz (BN) zu Wort gemeldet. Der Verein warnt davor, dass die Domstadt regelrecht austrocknet. Wie geht die Verwaltung mit dem Thema um?
Die Stadt Regensburg investiere zu wenig in blaue und grüne Infrastruktur, schreibt der BN in einer Pressemitteilung. „Sondern lieber in Beton, Stahl und Asphalt.“ Dabei wirkten sich Schlagzeilen wie „Regensburg heißeste Stadt Deutschlands“ nicht nur schlecht auf das Image aus, sondern sie seien zunehmend relevant für persönliche Entscheidungen gut ausgebildeter Menschen. Der BN fragt: „Wer will in Zeiten des Klimawandels mit seiner Familie in eine Stadt, die als hitzeanfällig überregional Bekanntheit hat, wohnen?“ Auch wirtschaftliche Schäden seien groß. Zum Beispiel in Form von reduzierter Produktivität, Schäden an der Infrastruktur und erhöhtem Energiebedarf durch Klimatisierung, heißt es in der Mitteilung weiter.
Hitze in Regensburg: Diese Maßnahmen schlägt der Bund Naturschutz vor
Der Bund Naturschutz fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen zunehmende Trockenheit in Stadt und Landkreis Regensburg. Im Mittelpunkt stehen mehr Wasserrückhalt nach dem Schwammstadt-Prinzip, der konsequente Schutz von Bäumen und Grünflächen sowie ein Stopp weiterer Eingriffe wie der Nordtangente. Zudem verlangt der Verband die Renaturierung von Gewässern und Feuchtgebieten sowie einen naturnahen Umbau der Wälder, um das lokale Klima langfristig zu verbessern.
Was sagt die Stadt Regensburg zu all dem? Sprecherin Juliane von Roenne-Styra teilt auf Anfrage mit, dass der Hitze-Stress durchaus bei Bäumen zu erkennen ist. „In den Grünflächen sind verdorrte Rasenflächen und trockene Böden zu sehen und auch das Wachstum bei Stauden und Sträuchern verlangsamt sich.“ Aber: „Bewässert werden lediglich Jungbäume sowie ein paar einzelne Beete.“ Ganz vereinzelt könne es zu sogenannten Blow-ups auf Gehwegen kommen, diese würden aber unverzüglich beseitigt. Busse und Lastwagen hinterließen auf heißem Asphalt sogenannte Spurrillen. „Die Verformung wird über längere Zeit beobachtet und bei Bedarf werden die Unebenheiten beziehungsweise Wülste in den Fahrbahndecken abgefräst.“ Die Sprecherin verweist zudem auf Klimaanpassungsmaßnahmen in neuen Baugebieten wie der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne, darunter Gründächer, viele Bäume, ein Schwammstadt-Konzept und Geothermie. Sie nennt zudem kostenlose Beratungsangebote sowie die Förderprogramme „Regensburg effizient“ und „Regensburg resilient“, mit denen Bürger beim Klimaschutz und der Anpassung an Hitze unterstützt werden.
Hitzewelle und hohe Temperaturen: Schatten und kühle Orte in Regensburg
Nach Angaben der Stadt ist die Hitzebelastung in der Altstadt unterschiedlich ausgeprägt: Während enge Gassen und die Nähe zur Donau für Schatten und Luftaustausch sorgen, gelten breitere Straßen und Plätze ohne Donaubezug als besonders hitzebelastet. Man sei darum bemüht, vorhandenes Grün, das teilweise eine lange Tradition im Stadtbild hat, zu erhalten, teilt Sprecherin von Roenne-Styra weiter mit. „Zum anderen wird dort, wo es sich technisch und stadtbildverträglich verwirklichen lässt, mit neuen Maßnahmen mehr Schatten und Grün in die Stadt gebracht.“ Zudem suche man nach geeigneten Plätzen für langfristig lebensfähige Bäume: „Wo immer es möglich ist, soll das Potenzial von fest verankertem Grün voll ausgeschöpft werden.“
Darüber hinaus habe man bereits andere Maßnahmen gegen die Hitze umgesetzt, betont die Stadtsprecherin. Sie nennt unter anderem Trinkwasserbrunnen, die Sprühnebel-Anlage am Neupfarrplatz und die Pflanzung von Bäumen. Noch im August sollen grüne Schattenspender am Karavan-Kunstwerk aufgestellt werden. „Auch am Alten Kornmarkt wird es 2026 noch erste Maßnahmen für mehr Grün geben, im kommenden Jahr sollen Flächen entsiegelt werden.“ Generell soll das Thema Entsiegelung ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung Regensburgs sein.
Stadt Regensburg beschließt Maßnahmen gegen die Hitze
Zudem betont die Stadtsprecherin, dass es bereits drei wegweisende Beschlüsse gebe, die das Thema Klimaanpassung in der Verwaltung verankern. Dabei geht es unter anderem um Klimaresilienzmanagement in der Siedlungsentwicklung und der Bauleitplanung sowie um Planungshilfe beim Thema Starkregenvorsorge. Darüber hinaus seien zehn Schlüsselmaßnahmen zum Hitzemanagement beschlossen worden, die nun nach und nach umgesetzt würden.
Blau-grüne Infrastruktur, wie sie vom Bund Naturschutz gefordert wird, sei bereits als Planungsprämisse verankert. Klimagutachten werden erstellt und deren Ergebnisse fließen in den Abwägungsprozess mit ein. „Im Sinne einer Schwammstadt wird bei städtischen Vorhaben die Entkoppelung von Flächen vom Kanalsystem grundsätzlich angestrebt und nach Möglichkeit umgesetzt.“ Weiterhin sei man Teil eines Forschungsprojekts.